Pansonic Lumix DMC-GH2: Full-HD-Systemkamera mit Touchscreen für Videofans

Panasonic Lumix DMC-GH2Dass die Panasonic Lumix DMC-GH2 zur Photokina kommen würde, stand außer Frage – spätestens, nachdem diverse Angestellte der Photokina beim Aufstellen riesiger Plakate fotografiert und im Netz verewigt wurden. Heute früh ist es soweit: Die Micro-Four-Thirds-Kamera für Videobegeisterte wurde offiziell vorgestellt.

Die GH2 bringt einen neuen 16,2-Megapixel-Sensor mit, der im Full-HD-Videomodus wie Panasonics-Prosumer-Camcorder 60 Bilder pro Sekunde liefert. Die maximale Bitrate im AVCHD-Videoformat beträgt nun 24 MBit pro Sekunde. Damit kommt die Kamera zwar noch nicht an die 86 MBit pro Sekunde heran, die die GH1-Community durch manipulierte Firmware erreicht haben will. Doch immerhin: Ein Schritt nach vorne ist die Steigerung dennoch, denn die erhöhte Bitrate bedeutet fast zwangsläufigerweise eine bessere Bildqualität.

Wie ihre Vorgängerin GH1 bietet auch die Lumix DMC-GH2 ein dreh- und schwenkbar aufgehängtes Display. Neu hinzugekommen ist jedoch, dass der Bildschirm jetzt wie bei der kleinen Schwester G2 berührungsempfindlich ist. Mit Touch to Focus dürften auch Einsteiger exakte Schärfesprünge zwischen unterschiedlich weit entfernten Ebenen hinbekommen. Videofreaks können sich außerdem über den anpassbaren Mikrofonpegel und den HDMI-Anschluss freuen. Zudem sollen neue Algorithmen ein Hin- und Herspringen des kontinuierlichen Autofokus beim Drehen verhindern. Erfreulich für Anhänger der Automatik-Modi: Auf Wunsch nimmt die GH2 dem Kameramann beim Filmen jetzt jegliche Einstellungsarbeit ab.

Nicht nur für Videofans gibt es Neuerungen: Die Qualität der Standbilder ist laut Panasonic die beste aller derzeit erhältlichen Kameras der Lumix-G-Serie. Der Autofokus soll jetzt doppelt so schnell arbeiten und sogar etliche Spiegelreflexkameras hinter sich lassen. Anstelle von zwei kommen nun außerdem drei Bildprozessoren zum Einsatz. Der elektronische Sucher bietet eine etwas höhere Auflösung und sollte dank des zusätzlichen Bildprozessors auch eine höhere Framerate stemmen.

Der wohl größte Konkurrent der GH2 ist Sonys SLT-A55. Doch es gibt ein paar Punkte, die für die teurere Panasonic-Kamera sprechen. Für Videoenthusiasten dürften die höhere Bitrate der GH2 und die Möglichkeit, progressives Full-HD aufzunehmen, entscheidend sein. Außerdem optimiert Panasonic bereits seit geraumer Zeit seine Objektive für einen möglichst leisen Autofokus während des Filmens – das kann Sony von seinen A-Bajonett-Optiken nicht behaupten.

Der 3 Zoll große Touchscreen ist dreh- und schwenkbar aufgehängt.
Der 3 Zoll große Touchscreen ist dreh- und schwenkbar aufgehängt.

Apropos Optiken: Panasonic hat eine 3D-Linse für das Micro-Four-Thirds-Format angekündigt, die mit einer Festbrennweite von 65 Millimetern und einer festgelegten Blende von F12 daherkommt. F12 ist alles andere als lichtstark, für dreidimensionale Aufnahmen benötigt man jedoch eine extrem hohe Tiefenschärfe. Denn das Kopfweh beim Betrachten von 3D-Inhalten rührt häufig daher, dass unscharf aufgenommene Bildbereiche aus dem Fernseher herausstehen und vom menschlichen Auge nicht fokussiert werden können. Neben der GH2 soll nur noch die G2 das 3D-Objektiv unterstützen – ein entsprechendes Firmware-Update ist laut Panasonic in Arbeit.

Ein paar Punkte gibt es aber auch, die für Sony sprechen. Etwa der im Gehäuse integrierte Bildstabilisator und der größere CMOS-Sensor. Wir sind schwer gespannt, wie sich die Kameras im direkten Vergleich gegeneinander schlagen.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Gehäuse der GH2 beträgt 899 Euro. Mit dem 14-bis-22-Millimeter-Kitobjektiv (F3,5 bis F5,6) wird die Kamera für 999 Euro den Besitzer wechseln. Zusammen mit dem 14-bis-140-Millimeter-Zoomobjektiv soll sie 1550 Euro kosten. Als Termin für den Marktstart nennt Panasonic November.

Die folgende Tabelle zeigt Sonys und Panasonics aktuelle Video-Top-Modelle im Vergleich. (Fotos: Panasonic)

Hersteller Panasonic Panasonic Sony Sony
Modell Lumix DMC-GH1 Lumix DMC-GH2 SLT-A33 SLT-A55V
Preis (Body) 660 Euro (Marktpreis) 899 Euro (UVP) 649 Euro (UVP) 749 Euro (UVP)
Bildsensor LiveMOS (17,3 x 13,0 mm) LiveMOS (17,3 x 13,0 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Auflösung 12,1 Megapixel 16,1 Megapixel 14,2 Megapixel 16,2 Megapixel
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 12.800
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 50i (Sensor: 24p) 1920 x 1080 Pixel @ 50i (Sensor: 50p) 1920 x 1080 Pixel @ 50i 1920 x 1080 Pixel @ 50i
Autofokus 23 Messfelder; Kontrast-Autofokus 23 Messfelder; Kontrast-Autofokus 15 Punkte, 3 Kreuzsensoren; Phasenvergleich 15 Punkte, 3 Kreuzsensoren; Phasenvergleich
Belichtungsmessung 144 Zonen 144 Zonen 1200 Zonen 1200 Zonen
Serienbildgeschwindigkeit 3 fps 5 fps 7 fps 10 fps
Bildstabilisator optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv) mechanisch (im Gehäuse) mechanisch (im Gehäuse)
Display 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar
Displayauflösung 460.000 Pixel 460.000 Pixel 921.000 Bildpunkte (640 x 480 Pixel) 921.000 Bildpunkte (640 x 480 Pixel)
Touchscreen nein ja nein nein
Sucher elektronisch, eff. Vergrößerung 0,7-fach elektronisch, eff. Vergrößerung 0,71-fach elektronisch, eff. Vergrößerung 0,73-fach elektronisch, eff. Vergrößerung 0,73-fach
Abmessungen 12,4 x 9,0 x 4,5 cm 12,4 x 9,0 x 7,6 cm 12,4 x 9,2 x 8,5 cm 12,4 x 9,2 x 8,5 cm
Gewicht 385 g 392 g 441 g 441 g
Marktstart bereits verfügbar November 2010 Oktober 2010 Oktober 2010

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