Die Highlights von der Photokina 2010

Alle zwei Jahre findet in Köln die Photokina statt. Die größte Fotomesse der Welt dient Herstellern aus aller Herren Länder als Plattform, um ihre neuesten Errungenschaften vorzustellen. Wir sind vier Tage lang durch die Hallen gezogen und haben uns auf die Suche nach Neuheiten gemacht.

Kompaktkameras für anspruchsvolle Fotografen und handliche Systemkameras – wer auf der Suche nach einer portablen Digicam ist, die mehr Bildqualität bietet als die gemeine Schnappschussknipse, der hat auf der Photokina die Qual der Wahl. Statt immer mehr Zoom und immer mehr Megapixeln rücken andere Attribute wie große Bildsensoren und lichtstarke Optiken in den Mittelpunkt. Canon, Panasonic, Olympus, Fujifilm, Nikon, Samsung, Ricoh und Sony sind hier mit Neuheiten vertreten.

Wer mehr Leistung will, braucht eine DSLR. Im Einsteigersegment gibt es allerdings nicht viel Neues – Nikon und Pentax haben jeweils eine Sub-1000-Euro-Spiegelreflex gezeigt. Die Mittelklasse dagegen ist hart umkämpft: Canon, Nikon, Olympus, Pentax und Sigma stellen Modelle vor, die zwischen 1000 und 2000 Euro kosten.

Am Eingang Süd des Kölner Messegeländes herrscht reger Betrieb.
Am Eingang Süd des Kölner Messegeländes herrscht reger Betrieb.

Wer die Fotografie nicht ganz so ernst nimmt und lieber einen Projektor oder einen 35-fachen optischen Zoom in seiner Kamera hat als eine lichtstarke Linse und manuelle Einstellungsmöglichkeiten, wird ebenfalls fündig. Auch wenn die Photokina in erster Linie auf anspruchsvolle Fotografen zielt, gibt es trotzdem auch zahlreiche Digicams zu sehen, die mit außergewöhnlichen Features aufwarten.

Zu guter Letzt finden sich natürlich auch Dinge zum Staunen auf der Messe. Dinge, die mit fünfstelligen Anschaffungskosten das Budget der allermeisten Amateurfotografen haushoch sprengen dürften. Aber träumen, das darf man – beispielsweise von einer 200-Megapixel-Kamera von Hasselblad oder von Leicas 22.000 Euro teurer M9 Titanium Edition.

Kompaktkameras für ambitionierte Fotografen

Der größte Nachteil von Kompaktkameras ist, dass mit der Miniaturisierung auch das Herzstück der Digicam schrumpft: der Bildsensor. Die in Schnappschussmodellen üblichen 1/2,3-Zoll-Chips bieten nur rund ein dreizehntel der Fläche, wie sie die lichtempfindliche Chips von Einsteiger-DSLRs mitbringen. Und ganz grob gesagt gilt: Je mehr Fläche, desto besser ist die Qualität. In einem kompakten Gehäuse fehlt einfach der Platz, und vergrößerungsstarke Optiken wachsen ebenfalls mit dem dahinterliegenden Sensor an.

Es gibt zahlreiche kompakte Modelle auf dem Markt, bei denen der Lichtfänger in der Diagonale nicht 1/2,3, sondern immerhin 1/1,7 oder 1/1,63 Zoll misst. Das entspricht einem Zugewinn von immerhin 40 Prozent mehr Platz. Bei den Objektiven verlagert sich zudem das Hauptaugenmerk von Vergrößerungs- auf Lichtstärke. Statt einem zwölffachen gibt es dann eben nur einen dreifachen Zoom, dafür kann bei gleichen Lichtverhältnissen mit halber ISO-Empfindlichkeit und damit mit weniger Rauschen fotografiert werden. Ebenfalls typisch für diese Klasse ist eine Vielzahl an manuellen Einstellungsmöglichkeiten. Sprich, der Fotograf hat die volle Kontrolle über Blende, Belichtungszeit & Co.

Während sich in diesem Bereich bislang weitgehend Canon mit der G-Serie und Panasonic mit seinen LX-Modellen ein heißes Duell lieferten, kommen jetzt zahlreiche Konkurrenten hinzu. Die neu vorgestellten Canon PowerShot G12 und Panasonic Lumix DMC-LX5 sehen sich Samsungs EX1, Nikons Coolpix P7000, Canons PowerShot S95 und einer für 2011 geplanten Konzeptkamera von Olympus gegenüber.

Wie ihre Konkurrentin PowerShot G12 verfügt die Nikon P7000 über einen optischen Sucher. Ein dreh- und schwenkbar aufgehängtes Display gibt es allerdings nur bei Canon.
Wie ihre Konkurrentin PowerShot G12 verfügt die Nikon P7000 über einen optischen Sucher. Ein dreh- und schwenkbar aufgehängtes Display gibt es allerdings nur bei Canon.

Canon gegen Nikon, PowerShot G12 gegen Coolpix P7000: Die beiden DSLR-Giganten haben zwei auf dem Papier weitgehend ebenbürtige Kameras ins Rennen geschickt. Allerdings hinkt das Duo ihrer Konkurrenz in einem Punkt hinterher. Die Lichtstärke der Optiken ist mit einer größten Blendenöffnung von F2,8 nur mäßig beeindruckend.

Die Panasonic Lumix DMC-LX5 beispielsweise bietet eine kleinste Blendenzahl von F2,0 – das entspricht einer Blende Vorsprung gegenüber F2,8 und ermöglicht damit bei gleichen Lichtverhältnissen ein Fotografieren mit der halben Belichtungszeit oder ISO-Empfindlichkeit. Ebenfalls auf diesem Niveau bewegt sich Canons PowerShot S95. Die Samsung EX1 ist mit einer Lichtstärke von F1,8 derzeit der Klassenprimus, von Olympus’ unbenanntem Kamera-Konzept gibt es noch keine technischen Daten.

Samsungs Lichtriese ist bereits seit geraumer Zeit im Handel erhältlich, ein ausführlicher Einzeltest der EX1 findet sich hier. Von der Panasonic Lumix DMC-LX5 haben wir ein erstes Hands-on veröffentlicht. Weitere technische Daten zur Nikon P7000 gibt es in unserem Digitalkamera-Blog, von Olympus’ Prototypen haben wir auf der Messe eine Handvoll Bilder geschossen und eine Fotostrecke gebastelt.

Olympus zeigt auf der Photokina ein Mockup einer anspruchsvollen Kompaktkamera mit Zuiko-Objektiv.
Olympus zeigt auf der Photokina ein Mockup einer anspruchsvollen Kompaktkamera mit Zuiko-Objektiv.

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