Die flachsten Fernseher der Welt: fünf Modelle ab 8 Millimetern Bautiefe im Vergleich

Ein moderner Fernseher ist nicht mehr nur Fernseher. Er ist auch Hingucker und Statussymbol – und gehört zum Mobiliar wie die Fernsehcouch und der Deckenfluter. Damit soll im Idealfall nicht nur das TV-Bild, sondern auch der Fernseher selbst fantastisch aussehen. Der aktuelle Designtrend geht in Richtung flache Gehäuse: je schlanker, desto besser. Wir haben uns auf die Suche nach den dünnsten Fernsehern gemacht.

Diesen TV-Schlankheitswahn gibt es nicht erst seit gestern. Bereits seit rund zwei Jahren schrumpfen die Modelle in der Dicke gewaltig – zudem sollen sie natürlich eine möglichst große Bilddiagonale, ein möglichst edles Finish und am besten auch noch ein möglichst gutes Bild bieten. Als Samsung beispielsweise Anfang 2009 seine B7000-Serie herausbrachte, hat der Konzern sowohl die Fernsehfreaks als auch die Designfans glücklich gemacht. Auf der diesjährigen IFA in Berlin haben LG, Sony & Co. die Ergebnisse ihrer eigenen Schrumpfkuren vorgestellt: „Flach“ heißt heute nicht mehr 3 Zentimeter, sondern sage und schreibe 3 Millimeter.

LG OLED-TV: 3D-Fernseher mit 2,9 Millimetern Dicke

Sogar noch einen Tick weniger. Denn der flachste Fernseher auf der IFA war gerade einmal 2,9 Millimeter dick. Der Hersteller LG erreicht diese Bautiefe mit Hilfe der OLED-Technologie. Statt eines LC-Displays, das zusätzlich eine Hintergrundbeleuchtung benötigt, kommt bei diesem 31-Zoll-TV ein Foliendisplay zum Einsatz, wie es heute bereits in einigen Smartphones wie dem Samsung Galaxy S zu finden ist. Die Folie enthält winzige organische Leuchtdioden, die wie die Zellen eines Plasmas selbst leuchten. Das spart nicht nur Bautiefe, sondern auch Energie. Obendrein bieten OLEDs eine nie dagewesene Farbenpracht und einen gigantischen Kontrast. Doch warum besitzt dann nicht jeder Fernseher schon längst einen OLED-Screen? Da die Fertigung noch sehr aufwendig und teuer ist. Auch bei LGs Modell handelt es sich noch um einen Prototypen, der frühestens 2012 auf den Markt kommt.

Samsung C9090: die flachste LED-Flunder aller Zeiten

Der dünnste bereits jetzt erhältliche Fernseher stammt von Samsung. Die Modellreihe C9090 ist über die komplette Fläche nicht dicker als 7,98 Millimeter. Noch dazu bietet die Serie alle nur erdenklichen Extras wie 3D, Online-Funktionen und Dual-Tuner. Allerdings hat das seinen Preis: Wer einen der schicken Flachmänner im Alugehäuse ergattern möchte, benötigt ordentlich Kleingeld. Für das kleinste Modell mit schlappen 40 Zoll sind bereits rund 4000 Euro fällig. Die 46-Zoll-Version kostet sogar 5000 Euro, und wer sich den C9090 mit 55 Zoll Bilddiagonale ins Wohnzimmer stellen möchte, bezahlt sage und schreibe 6000 Euro.

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Dafür muss er dann auch nicht mehr vom Sofa aufstehen und kann sogar gleichzeitig Formel 1 oder Fußball schauen, während die Freundin gerade Desperate Housewifes guckt. Der Lieferumfang des Samsung enthält nämlich neben einer gewöhnlichen Zappe auch eine zweite, ganz besondere Fernbedienung. Sie ist mit einem 3 Zoll großen Touchscreen ausgestattet. Er dient nicht nur zu Steuerung der unzähligen Funktionen des C9090, sondern zeigt auch unabhängig vom TV Fernsehsendungen an. Sie gelangen mitsamt Ton via WLAN auf das handliche Gerät. Für die Audioausgabe verbaut Samsung sowohl Lautsprecher als auch Kopfhörerausgang.

Die Fernbedienung des C9090 wird per Fingertipp zum tragbaren Mini-Fernseher.
Die Fernbedienung des C9090 wird per Fingertipp zum tragbaren Mini-Fernseher.

Damit das gleichzeitige Ansehen von zwei Sendungen klappt, bringt der C9090 gleich zwei DVB-T- und DVB-C-Tuner mit. Wer gerade nicht mit Fernbedienung und TV unterschiedliche Sendungen ansieht, kann einen Kanal anschauen und einen anderen in Full-HD-Qualität auf einen angeschlossenen USB-Datenträger aufzeichnen. Läuft nichts interessantes, empfängt der C9090 DLNA-Streams oder gibt Filme von USB-Platten wieder. Dabei kommt Samsungs AllShare-Technologie zum Einsatz. Warum AllShare? Weil der Hersteller dem Gerät eine Unterstützung für nahezu jedes nur erdenkliche Bild- und Tonformat verpasst hat. Somit kommt es nicht mehr vor, dass nur ein paar Prozent der Titel von der NAS oder Platte laufen. Zusätzlich haben Käufer Zugriff auf Samsungs Online-Plattform Internet@TV. Der Service erlaubt das Herunterladen von Apps und ermöglicht so einen ständigen Ausbau der Funktionen.

Doch wie erreicht der Hersteller nun eine derart geringe Bautiefe? Zum einen verbaut Samsung die LED-Hintergrundbeleuchtung des LC-Panels im Rahmen. Anders als bei bisherigen Edge-LED-Modellen sitzen die Leuchtdioden hier aber nur über und unter dem Display und nicht auch seitlich davon. Das spart Platz und soll sich dank einer neuen Methode zur Verteilung des Lichts nicht negativ auf das Bild auswirken. Ganz im Gegenteil: Denn so ist ein lokales Dimmen von „Spots“ möglich, was den Kontrast von Bildern mit hellen und dunklen Elementen verbessert. Zusätzlich zu dieser speziellen Display-Technik verlegt Samsung alle Anschlüsse sowie Bildverarbeitungschips in den Standfuß des Geräts. Das hat einen weiteren Vorteil. Hängt der Flachmann an der Wand, führt nur ein einziges Kabel zum im Hifi-Rack untergebrachten Fuß.

Das letzte Highlight des C9090 ist 3D. Der Fernseher stellt dreidimensionale Blu-rays mit Hilfe der gängigen Shutter-Technologie dar. Dank einer Bildwiederholrate von 200 Hz sollen dabei Geisterbilder und Flimmern der Vergangenheit angehören. Der TV ist sogar in der Lage, aus normalem 2D-Material Tiefeninformationen herauszurechnen und es mit dritter Dimension anzuzeigen.

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