Wie die meisten Kamera-Spezialisten ist auch die Olympus µ Tough-8010 nicht gerade ein Schnäppchen. Die 14-Megapixel-Kamera kostet rund 280 Euro. Und nachdem ein großer Teil der Anschaffungskosten für das widerstandsfähige Äußere draufgeht, darf man weder bei der Bildqualität noch bei der Geschwindigkeit großartige Luftsprünge erwarten.

Design

Das in Schwarz und Silber erhältliche Gehäuse der µ Tough-8010 scheint geradezu herausschreien zu wollen: Ich bin für jedes Abenteuer bereit. Mit einem Gewicht von 215 Gramm wirkt die Kompakte sehr hochwertig. Sie besteht aus glänzendem Metall, das jedoch leicht verkratzt. Das mag bei jeder anderer Kamera ein Minuspunkt sein, doch bei der 8010 wirken die Kratzer eher wie in heldenhaften Einsätzen erlittene Narben.

So solide die Kamera auch wirkt, es gibt einen Punkt, bei dem man sehr aufpassen muss. Im abgeschalteten Zustand schützt eine automatisch schließende Abdeckung die Optik. Und wenn man die Digicam ausschaltet, wenn sich Dreck auf der Linse befindet, bleibt die Klappe hängen. Leider ist das Objektiv aufgrund seiner etwas im Gehäuse versenkten Platzierung nicht so leicht zu reinigen, wie wir es gerne hätten. Im Handbuch des Herstellers finden sich weitere Hinweise zu diesem Thema (Seite 70).

Die Tasten sind recht großzügig auf dem Gehäuse verteilt. Sie lassen sich auch mit dicken Handschuhen noch gut treffen.
Die Tasten sind recht großzügig auf dem Gehäuse verteilt. Sie lassen sich auch mit dicken Handschuhen noch gut treffen.

Olympus verteilt die Bedienelemente großzügig auf dem Gehäuse. So großzügig, dass sich auch mit dicken Handschuhen noch problemlos der gewünschte Knopf treffen lässt. Auf der Oberseite befinden sich der etwas nach oben stehende Auslöser und der leicht eingelassene Ein/Aus-Schalter. Hinten auf der Kamera gibt es von oben nach unten zwei Tasten zum Zoomen, einen Knopf zum Starten und Stoppen der Videoaufnahme, ein Vier-Wege-Pad mit mittigem Ok-Button sowie zwei Tasten für Menü und Help. Ein Druck auf den Hilfe-Knopf bringt ein komplett durchsuchbare Gebrauchsanleitung auf den Bildschirm, die sich auf dem 2 GByte großen internen Speicher versteckt. 1,6 GByte davon stehen übrigens für Fotos und Videos zur Verfügung. Das größte Problem bei den Bedienelementen ist eigentlich, dass sich deren Beschriftungen nicht besonders gut ablesen lassen.

Bei der µ Tough-8010 ist Olympus‘ Klopfbetrieb-Funktion an Bord. Anders als bei der Bedienung via Touchscreen tippt der Nutzer hier nicht auf dem Display, sondern auf dem Gehäuse herum. Das hat beispielsweise bei Aufnahmen unter Wasser oder beim Skifahren deutliche Vorteile, da ein weniger präzises Treffen erforderlich ist. Ein doppeltes Klopfen auf die Oberseite beispielsweise wechselt zwischen Aufnahme- und Wiedergabemodus. Im Wiedergabemodus springt ein einfaches Antippen des Gehäuses auf der rechten beziehungsweise linken Seite zum nächsten respektive vorherigen Bild. Wir sind begeistert von der Funktion, aber wer das Feature nicht verwendet möchte, kann es komplett abschalten. Und wer mit den Werkseinstellungen nicht zufrieden ist, findet eine recht ausführliche Kalibration in den Einstellungen der Kamera.

Ein weiterer sehr schöner Punkt an der µ Tough-8010 ist die LED, die sich vorne zwischen dem Objektiv und dem Blitz befindet. Sie lässt sich dauerhaft einschalten und leuchtet dann beispielsweise bei Tauchgängen das Motiv aus. Für schwierige Lichtverhältnisse ist ein mechanischer Bildstabilisator an Bord. Bei der Videoaufnahme steht nur ein digitaler Verwacklungsschutz zur Verfügung.

"Tap-to-Shoot" mal anders: Tippt der Fotograf im Schnee-Szenenprogramm zweimal hinten auf das Gehäuse, schießt die Kamera ein Foto.
„Tap-to-Shoot“ mal anders: Tippt der Fotograf im Schnee-Szenenprogramm zweimal hinten auf das Gehäuse, schießt die Kamera ein Foto.

Während die Bedienelemente überzeugen, gehen uns die Menüdialoge mit ihren langsamen Reaktionen auf die Nerven. Selbst einfache Aktionen, etwa das Deaktivieren des Blitzes oder das Wechseln des Aufnahmemodus, beanspruchen für unseren Geschmack viel zu viel Zeit. Das Interface braucht in etwa eine Sekunde, um einen Tastendruck zu verarbeiten. Andere Kameras reagieren locker mehr als doppelt so schnell.

SD-Kartenslot, Akku, Mini-HDMI-Port und ein proprietärer kombinierter USB/AV-Anschluss befindet sich allesamt hinter einem dicken Türchen auf der rechten Seite der Kamera. Der Stromspeicher lässt sich mit Hilfe des mitgelieferten USB-Kabels im Gehäuse aufladen. Für das Betanken an der Steckdose ist im Lieferumfang ein Netzadapter enthalten. Dafür sollte man allerdings sichergehen, dass die robuste Digicam nach dem Tauchgang auch wirklich trocken ist.

Der Akku schafft nach den Richtlinien der CIPA nur unterdurchschnittliche 200 Fotos mit einer Ladung. Schießt man nicht nur Standbilder, sondern nimmt auch Videos auf, verkürzt sich die Laufzeit weiter.

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