Kabellos! Die letzten drei Buchstaben dieses neuen Schlagworts sind besonders wichtig. Vor allem im AV-Bereich, denn Strippenchaos im Wohnzimmer ist nicht unbedingt vorteilhaft für den Familienfrieden. Das wissen auch die Marketing-Verantwortlichen diverser Unternehmen, und deswegen heißt neuerdings jedes Gerät „kabellos“, das von sich behauptet, sich in irgendeiner Art von Kabeln verabschiedet zu haben. Ironischerweise benötigen viele solcher Geräte aber oft genug mehr Kabel und Hardware, um sich von einem bestimmten Kabel zu verabschieden. Aber dieser offensichtliche Design-Nachteil scheint vielen Herstellern „kabelloser“ Geräte regelmäßig zu entgehen.

Speziell bei Lautsprechern – eine der Hauptursachen für einen schiefen Haussegen in technikaffinen Lebensgemeinschaften – ist das verstärkt der Fall. Früher war nur ein einzelnes Lautsprecherkabel notwendig. Heute brauchen die meisten „kabellosen“ Lautsprecher zusätzliche Sender und Empfänger sowie Netzadapter für die Stromzufuhr und dergleichen. Und dann müssen einige trotzdem noch mit den Lautsprecherkabeln verbunden werden.

Design und Funktionen

Das SC-ZT2 von Panasonic dagegen ist wirklich kabellos. Es besteht aus einer Receiver-Box und einem Paar superschlanker Säulenlautsprecher, die gerade mal 3,2 Zentimeter dick sind und auf einer konischen Basis mit einem aktiven 12-Zentimeter-Subwoofer sitzen. Alles in allem sind die Säulenlautsprecher rund 120 Zentimeter hoch. Beide benötigen Netzstrom, aber das ist auch schon alles, was an Kabeln nötig ist. Das Audiosignal wird unkomprimiert von der Receiver-Box über das 2,4-GHz-Band transportiert.

Die schlanke Box fungiert als Decoder und Vorverstärker für das System und bietet zwei HDMI-Eingänge und einen einzelnen HDMI-Ausgang. Dazu kommen noch zwei optische Audio-Digitaleingänge, zwei Cinch-Eingänge und Kopfhörerausgang. Für den Test haben wir das SC-ZT2 mit einem günstigen Blu-ray-Player und einem HD-Projektor von Optoma verbunden. Panasonic wären hier natürlich die eigenen Viera-TVs und Blu-ray-Player einschließlich der 3D-fähigen Modelle für die Kombination mit dem Soundsystem lieber. Der Anwender profitiert in dem Fall von Viera Link, einem Kommunikationsstandard über das HDMI-Kabel. So reicht ein Knopfdruck auf der Fernbedienung des Blu-ray-Players aus, um Fernseher und Receiver zu aktivieren und richtig einzustellen.

Apropos: Noch besser wäre es gewesen, wenn Panasonic ein Blu-ray-Laufwerk in den Receiver integriert hätte. Es wäre wirklich kein großer Aufwand nötig, um das System selbst Blu-ray-fähig zu machen, aber für ein solches Paket wird Panasonic wohl lediglich auf einen anderen Teil seines umfangreichen AV-Angebots verweisen. Auch die Anzahl der HDMI-Schnittstelen ist für heutige Verhältnisse nicht gerade üppig – mit zwei HDMI-Eingängen und einem Ausgang kommt man bei der Integration zusätzlicher Komponenten nicht sonderlich weit.

Panasonic liefert eine kleine Fernbedienung mit, die alle relevanten Funktionen bedient. Wenn man mit ihr alles einschaltet, beginnt die Receiver-Box mit der Suche nach den Lautsprechern. Wir warten und warten – nichts passiert. Nach einer kurzen Lektüre des Handbuchs entdecken wir dann einen kleinen ID-Schalter an der Basis beider Lautsprecher. Als wir ihn ein paar mal drücken und die kabellose Verbindung endlich steht, wechselt das System dann auch von Rot auf Grün.

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