Ganz anders aber präsentiert sich die rechte Gehäuseseite, von der Apple lernen kann. Von unten nach oben befinden sich hier der Ein-Austaster, ein Wippschalter zur Regelung der Lautstärke und zwei Slots, die hinter Kunststoff-Kappen verborgen sind. Das wirkt vielleicht nicht ganz so toll wie der Micro-SIM-Karten-Einschub beim iPad, aber dafür passen hier ganz normale SIM-Karten rein – und zwar in alle Galaxy Tabs, denn ein Modell ohne integriertes UMTS kommt nicht auf den Markt. Und vor allem gibt es hier auch einen Slot für microSD-Speicherkarten – und das trotz einer mit 16 GByte gar nicht mal so unerheblichen Standard-Speicherausstattung. Einen Schalter zum Deaktivieren des Beschleunigungssensors gibt es im Gegensatz zum iPad leider nicht. Die Funktion haben die Koreaner aber an prominenter Stelle per Software nachgebildet.

Die Rückseite ist komplett aus weißem Kunststoff gefertigt. Oben links befinden sich zwei runde Aussparungen für die Linse der 3,2-Megapixel-Kamera und die zugehörige Foto-LED. Mittig trägt das Gerät den Galaxy-Tab-Schriftzug in dezentem Grau, unten ist es noch mit Firlefanz bedruckt – CE-Logo, Recycling-Hinweis, IMEI-Nummer in Schrift- und Barcodeform, Seriennummer und so weiter. Etwas viel für unseren Geschmack, aber das muss wohl so sein.

Insgesamt ist das Galaxy Tab durchaus sympatisch. Faszinierenderweise gibt es aber kaum jemanden, der es einfach nur okay findet. Entweder mag man es, oder man hasst es. In unseren Tests mit Kollegen, Freunden und Verwandten hören wir „Es liegt besser in der Hand als das iPad“ und „Es liegt schlechter in der Hand“, „Es sieht billig aus“ und „Es sieht hochwertig aus“, „Es ist zu schwer“ und „Es ist angenehm leicht“. Das Samsung-Tablet polarisiert. „Es hat keinen Aha-Effekt wie das iPad“ auf der einen Seite und „Ich würde es dem iPad vorziehen“ auf der anderen. Fakt ist: Wer große Hände hat, kann das Tablet problemlos in einer Hand halten – im Gegensatz zum iPad. Und es wiegt nur etwas mehr als die Hälfte des Apple-Konkurrenten.

Fakt ist aber auch, dass das Design zumindest zwei kleinere Schwächen hat – nämlich dann, wenn man das Galaxy im Querformat hält. Dann deckt der Daumen nämlich gerne den Helligkeitssensor teilweise oder ganz ab, und die Display-Beleuchtung regelt ständig hin- und her – oder schaltet die Anzeige fast ganz dunkel. Da hilft nur manuelles Eingreifen, aber dazu später mehr. Auf der anderen Seite kommt man im Querformat gerne einmal in die Nähe einer Soft-Touch-Taste und beendet die Video- oder Angry-Bird-Session unfreiwillig in Richtung Homescreen. Dass man unabhängig davon ohnehin die ganze Zeit den Bildschirm über Ärmel oder Hose streift, um die lästigen, schmierigen Fingerabdrücke loszuwerden, ist dagegen wohl normal – da hat Apple auch keine Lösung.

Ausstattung

Es ist an der Zeit, einen Blick unter die Haube des Galaxy Tab zu werfen. Wenn es ganz nüchtern um die technischen Daten geht, kann es eigentlich nur Fans vom Samsung-Tablet geben – denn hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Der 7-Zoll-Screen löst angenehme 1024 mal 600 Pixel auf. Das ist zwar weniger als das iPad-Display (1024 mal 768), in Anbetracht der geringeren Display-Diagonale aber dennoch schärfer. Leider spiegelt die Anzeige realtiv stark, aber immerhin ist sie hell genug, um das wieder auszugleichen. Der kapazitive Touchscreen reagiert sehr gut – und ist multitouch-fähig. Aber wie: Er erkennt bis zu fünf Finger unabhängig voneinander gleichzeitig. Derzeit gibt es zwar kaum Apps, denen das etwas nützt – aber zukunftsfähig dürfte das Gerät damit durchaus sein.

Zur Kommunikation ist Quad-Band-GSM an Bord. Telefoniert wird allerdings nicht mit dem Tablet am Ohr, was zugegebenermaßen auch sehr albern aussehen würde, sondern entweder über die integrierte Freisprecheinrichtung, via Headset oder per Bluetooth. Wer Wert auf die Gesprächsqualität legt, sollte gleich zu einem kabelgebundenen oder kabellosen Headset greifen – die Freisprechfunktion ist zwar okay, vollbringt aber auch keine Wunder.

Ins Internet geht es über UMTS samt Datenturbo HSPA sowie über WLAN nach dem flotten n-Standard. Eine SIM-Karte kann man einsetzen, das Gerät funktioniert aber auch ohne. Die tollen Online-Möglichkeiten des Android-Betriebssystems werden einen aber wohl früher oder später dazu bringen, UMTS auch tatsächlich zu nutzen. Entsprechende Datentarife für Gelegenheitsnutzer gibt es bereits für unter 10 Euro monatlich.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Schon im Test: Android-Tablet Samsung Galaxy Tab – besser als das iPad?

  • Am 19. Oktober 2010 um 20:06 von Sven

    No-Go
    Das Samsung Galaxy Pad kostet bei Amazon 706,99 mit FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Telefonfunktion, erweiterbarem Speicher, wichtigen Anschlüssen, und einem Slot für normale SimKarten.

    Das iPad 32GB mit 3g, ohne FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Ohne erweiterbaren Speicher, ohne Steckplätze, one Telefonfunktion, … kostet bei Amazon 729,90

    Komischerweise ist der Preis natürlich absolut O.K. und hier stören die fehlenden Funktionen natürlich überhaupt nicht.

    Und da ist ein bissel Ruckeln für euch ein No Go???

    • Am 20. Oktober 2010 um 12:07 von Daniel Schraeder

      AW: No-Go
      Hallo Sven,

      es gibt nun mal Stärken (Flash, Ausstattung, keine iTunes-Zwangsbindung, …) und Schwächen (zum Beispiel eben das Ruckeln, was wir von einem auch 706,99 Euro teuren Gerät nicht erwarten), aber natürlich auf beiden Seiten. Nicht zu unrecht hat das Galaxy Tab bei uns unterm Strich die gleiche Wertung wie das iPad erhalten. Die beiden Tablets gehen eben leicht unterschiedliche Zielgruppen an, und ich denke, das sollte auch aus diesem Testbericht hervorgehen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 21. Oktober 2010 um 14:34 von Harry

    Ruckeln
    Erstmal danke für den umfassenden Bericht. Werdet Ihr auch Archos 70 und 101 testen?
    Mich wundert allerdings die Tatsache mit dem Ruckeln. Da mich das Tab ja schon fasziniert habe ich nun so einige Testberichte gelesen, aber das mit dem Ruckeln erfahre ich hier zum ersten Mal (und es gab ja schon einige Videos zu Multitouch im Browser, etc.). Haben das die anderen Tester im Überschwang übersehen, oder habt Ihr ein fehlerhaftes Gerät bekommen?
    Ihr bemängelt, dass man sich leicht per Softtouchtaste aus Filmen wirft. Bei Golem steht, dass beim Videoschauen der Ein-Ausschalter als Bedienungssperre fungiert, damit eben dies nicht passiert. Ging das bei Euch nicht, oder war Euch das gar nicht bewusst?
    Auch hätte ich mir gewünscht, dass Ihr die vermeintlichen Stärken des iPad mit denen es dem Tab voraus ist auflistet, wenn Ihr die beiden unvergleichlichen Geräte schon gegenüberstellt. Ganz objektiv scheint es ja nur die Bedienung zu sein die leichter von der Hand geht, ansonsten fehlt dem iPad doch so ziemlich alles an Zusatzkönnen.
    Mit einem habt Ihr allerdings recht, der Preis des Galaxy ist unverschämt.

    • Am 25. Oktober 2010 um 17:26 von Daniel Schraeder

      AW: Ruckeln
      Hallo Harry,

      ja, ich denke, wir werden uns auch die Archos-Geräte ansehen.

      Ich glaube nicht, dass das Ruckeln bei uns im Browser ein "bedauerlicher Einzelfall" ist. Leider hat Samsung derzeit keine Ersatzgeräte – wir können das also nicht mit einem zweiten Galaxy Tab überprüfen, aber wir bleiben dran.

      Völlig richtig, bei manchen Apps wie dem Videoplayer aktiviert ein kurzer Druck auf den Ein-Austaster den Lock-Screen. Bei anderen Apps, wie alternativen Video-Playern, dem vorinstallierten Youtube-Player oder Spielen funktioniert das aber nicht. Das kommt im Testbericht vielleicht nicht deutlich genug heraus, sorry dafür.

      Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Einzeltest des Galaxy Tab, nicht um einen Vergleichstest mit dem iPad. Der Grund, warum wir das iPad hier und dort dennoch zum Vergleich heranziehen, ist, dass es (bis zum Erscheinen des Galaxy Tab?) der Maßstab ist. Dass die beiden Tablets auf unterschiedliche Zielgruppen schielen, sollte in unserem Artikel aber herauskommen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 26. Oktober 2010 um 10:34 von jannux

    Ruckeln leider kein Einzelfall
    Hallo zusammen.,

    als erstes mal ein dickes Lob und Dankeschön an die cnet Redaktion. Es ist der erste umfangreiche Test im Netz und ich finde ihn absolut objektiv geschrieben. Der Vergleich mit dem iPad als Referenzprodukt muss nun mal sein.

    @Harry: Ich weiss nicht, wo Du suchst, aber wenn man sich in der Community umguckt, schreiben fast alle das gerade bei viel Flash und/oder Multimedia Inhalten das Tab anfängt zu ruckeln.

    Ich benutze nun fast 1,5 Jahre Android, lebe teilweise auch mit Ruckeln, aber bei einem Gerät von 682€ (aktuell bei Amazon) könnte das für mich ein nogo sein.

    Ich warts mal ab (ich hoffe, ich bekomme es diese Woche noch)

    Gruß jannux

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