Ebenfalls integriert ist der Kurzstreckenfunk Bluetooth in der neuesten Version 3.0. Selbstverständlich steuert das Galaxy Tab auch Stereo-Kopfhörer über A2DP an.

Die Hauptkamera auf der Rückseite nimmt Fotos mit einer Auflösung von 3,2 Megapixeln auf, die zweite Linse auf der Vorderseite löst 1,3 Megapixel auf. Sie dient hauptsächlich der Videotelefonie und bedient sich dabei im Gegensatz zu Apples Facetime bereits existierenden Standards: Man kann jedes videotelefoniefähige UMTS-Handy mit bewegten Bildern erreichen und ist dabei weder auf Geräte eines Herstellers noch auf WLAN-Verbindungen beschränkt. Dafür hält allerdings der Provider beim Transport von Ton und Bild die Hand auf.

Im Inneren des Galaxy Tab werkelt ein Samsung-eigener Cortex-8-Prozessor mit 1 GHz. Den kennen wir schon vom Android-Smartphone Galaxy S. Ihm stehen 512 MByte RAM zur Verfügung. Der interne, 16 GByte große Flash-Speicher ist unterteilt in eine knapp 13 GByte große Datenpartition, die der Nutzer mit Videos, Fotos, Musik, eBooks & Co. beladen kann, sowie in eine gut 2 GByte große Systempartition, die für Betriebssystem und Apps reserviert ist. Wenn der intere Speicher nicht ausreicht, ist eine Erweiterung per microSD-Speicherkarte möglich. Das Tab unterstützt die derzeit maximale Größe: 32 GByte. Damit stehen theoretisch knapp 45 GByte zur Verfügung.

Software

Auf dem Galaxy Tab läuft Android in der aktuellen Version 2.2 – und damit eigentlich ein Handy-Betriebssystem. Anpassungen an die größere Display-Diagonale und die höhere Auflösung gibt es nicht. Immerhin sind die Android-Apps ohnehin schon dafür ausgelegt, um bei unterschiedlichen Auflösungen auf verschiedenen Geräten zu laufen. Dementsprechend sehen eigentlich alle Programme gut aus. Einen schwarzen Rahmen wie beim iPad gibt es zumindest nicht, und auch brutale Vergrößerungen können wir nicht feststellen. Außerdem hat Samsung bereits ein Update auf die kommende Android-Version Gingerbread (vermutlich 3.0) angekündigt. Die Aktualisierung soll das Google-Betriebssystem fit machen für größere Displays.

Die Oberfläche kennen wir schon von Samsungs Smartphone-Flaggschiff Galaxy S. Auch auf dem Galaxy Tab kommt TouchWIZ 3.0 zum Einsatz, ein User-Interface, das relativ nah an den Android-Standard angelehnt ist. Es gibt zwischen einem und neun Homescreens, die der Nutzer nach Belieben mit Widgets, Programmen, Kontakten und Bildern bepflastern kann, ein Programme-Menü, das horizontal durchgescrollt wird und eine Notification Bar oben, die über verpasste Anrufe, Akkustatus, Software-Updates und so weiter informiert. Mit einem Fingerwisch zieht man sie nach unten, um mehr Informationen zu erhalten – und bekommt gleich die wichtigsten Schaltflächen auf einen Blick: Per Fingertipp lassen sich hier WLAN, Bluetooth, GPS, Lautlosmodus und Beschleunigungssensor aktivieren oder abschalten, außerdem ermöglicht ein Slider das manuelle Regeln der Display-Helligkeit beziehungsweise das Einschalten der automatischen Helligkeitsregelung. Das ist zwar nicht ganz so gut erreichbar wie der mechanische Nicht-Drehen-Schalter des iPads, hat aber mehr Möglichkeiten.

Getippt wird übrigens auf der virtuellen Swype-Tastatur. Hier muss man die Finger nicht nach jedem Buchstaben absetzen, sondern wischt einfach von Zeichen zu Zeichen und hebt erst nach einem kompletten Wort wieder ab. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das ganz hervorragend – und wer sich gar nicht damit zurechtfindet, kann auch eine „normale“ virtuelle Tastatur verwenden.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Schon im Test: Android-Tablet Samsung Galaxy Tab – besser als das iPad?

  • Am 19. Oktober 2010 um 20:06 von Sven

    No-Go
    Das Samsung Galaxy Pad kostet bei Amazon 706,99 mit FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Telefonfunktion, erweiterbarem Speicher, wichtigen Anschlüssen, und einem Slot für normale SimKarten.

    Das iPad 32GB mit 3g, ohne FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Ohne erweiterbaren Speicher, ohne Steckplätze, one Telefonfunktion, … kostet bei Amazon 729,90

    Komischerweise ist der Preis natürlich absolut O.K. und hier stören die fehlenden Funktionen natürlich überhaupt nicht.

    Und da ist ein bissel Ruckeln für euch ein No Go???

    • Am 20. Oktober 2010 um 12:07 von Daniel Schraeder

      AW: No-Go
      Hallo Sven,

      es gibt nun mal Stärken (Flash, Ausstattung, keine iTunes-Zwangsbindung, …) und Schwächen (zum Beispiel eben das Ruckeln, was wir von einem auch 706,99 Euro teuren Gerät nicht erwarten), aber natürlich auf beiden Seiten. Nicht zu unrecht hat das Galaxy Tab bei uns unterm Strich die gleiche Wertung wie das iPad erhalten. Die beiden Tablets gehen eben leicht unterschiedliche Zielgruppen an, und ich denke, das sollte auch aus diesem Testbericht hervorgehen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 21. Oktober 2010 um 14:34 von Harry

    Ruckeln
    Erstmal danke für den umfassenden Bericht. Werdet Ihr auch Archos 70 und 101 testen?
    Mich wundert allerdings die Tatsache mit dem Ruckeln. Da mich das Tab ja schon fasziniert habe ich nun so einige Testberichte gelesen, aber das mit dem Ruckeln erfahre ich hier zum ersten Mal (und es gab ja schon einige Videos zu Multitouch im Browser, etc.). Haben das die anderen Tester im Überschwang übersehen, oder habt Ihr ein fehlerhaftes Gerät bekommen?
    Ihr bemängelt, dass man sich leicht per Softtouchtaste aus Filmen wirft. Bei Golem steht, dass beim Videoschauen der Ein-Ausschalter als Bedienungssperre fungiert, damit eben dies nicht passiert. Ging das bei Euch nicht, oder war Euch das gar nicht bewusst?
    Auch hätte ich mir gewünscht, dass Ihr die vermeintlichen Stärken des iPad mit denen es dem Tab voraus ist auflistet, wenn Ihr die beiden unvergleichlichen Geräte schon gegenüberstellt. Ganz objektiv scheint es ja nur die Bedienung zu sein die leichter von der Hand geht, ansonsten fehlt dem iPad doch so ziemlich alles an Zusatzkönnen.
    Mit einem habt Ihr allerdings recht, der Preis des Galaxy ist unverschämt.

    • Am 25. Oktober 2010 um 17:26 von Daniel Schraeder

      AW: Ruckeln
      Hallo Harry,

      ja, ich denke, wir werden uns auch die Archos-Geräte ansehen.

      Ich glaube nicht, dass das Ruckeln bei uns im Browser ein "bedauerlicher Einzelfall" ist. Leider hat Samsung derzeit keine Ersatzgeräte – wir können das also nicht mit einem zweiten Galaxy Tab überprüfen, aber wir bleiben dran.

      Völlig richtig, bei manchen Apps wie dem Videoplayer aktiviert ein kurzer Druck auf den Ein-Austaster den Lock-Screen. Bei anderen Apps, wie alternativen Video-Playern, dem vorinstallierten Youtube-Player oder Spielen funktioniert das aber nicht. Das kommt im Testbericht vielleicht nicht deutlich genug heraus, sorry dafür.

      Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Einzeltest des Galaxy Tab, nicht um einen Vergleichstest mit dem iPad. Der Grund, warum wir das iPad hier und dort dennoch zum Vergleich heranziehen, ist, dass es (bis zum Erscheinen des Galaxy Tab?) der Maßstab ist. Dass die beiden Tablets auf unterschiedliche Zielgruppen schielen, sollte in unserem Artikel aber herauskommen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 26. Oktober 2010 um 10:34 von jannux

    Ruckeln leider kein Einzelfall
    Hallo zusammen.,

    als erstes mal ein dickes Lob und Dankeschön an die cnet Redaktion. Es ist der erste umfangreiche Test im Netz und ich finde ihn absolut objektiv geschrieben. Der Vergleich mit dem iPad als Referenzprodukt muss nun mal sein.

    @Harry: Ich weiss nicht, wo Du suchst, aber wenn man sich in der Community umguckt, schreiben fast alle das gerade bei viel Flash und/oder Multimedia Inhalten das Tab anfängt zu ruckeln.

    Ich benutze nun fast 1,5 Jahre Android, lebe teilweise auch mit Ruckeln, aber bei einem Gerät von 682€ (aktuell bei Amazon) könnte das für mich ein nogo sein.

    Ich warts mal ab (ich hoffe, ich bekomme es diese Woche noch)

    Gruß jannux

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