Vorinstalliert sind die ganzen Android-Standards wie Google Maps, Webbrowser, E-Mail-Client, Kalender, Youtube-Client und so weiter. Dazu hat Samsung noch ein paar weitere Anwendungen gepackt wie die Office-Suite ThinkFree, einen E-Book-Reader, eine DLNA-Software sowie Foto-Viewer und Video-Player. Die Office-Suite ermöglicht das Betrachten und Bearbeiten von Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen und tut, was sie soll. So hübsch wie das neue Windows-Phone-7-Office ist sie nicht, aber sie funktioniert. Der E-Book-Reader ermöglicht Zugriff auf kostenlose und kostenpflichtige Lektüre, die derzeit zum großen Teil nur in englischer Sprache verfügbar ist. Aufgrund der Unterstützung des Epub-Formats ist aber auch das Öffnen von anderen E-Book-Dateien möglich. Rein optisch lehnt sich das Programm stark an das virtuelle Apple-Bücherregal an – inklusive Holz-Look bei der Cover-Ansicht und coolen Umblätter-Effekten. In der Praxis ruckelt’s beim Seitenwechsel aber gelegentlich. Das ist nicht schlimm, würde bei Apple so aber nicht vorkommen.

Multimedial ist das Galaxy Tab dafür ganz weit vorne mit dabei. Eine Zwangsbindung an iTunes oder Ähnliches gibt es nicht. Zwar bietet Samsung eine ähnliche Software für den PC: Kies. Das Programm überzeugt uns nicht, aber das Schöne ist: Es geht auch ohne. Auf Wunsch meldet sich das Galaxy Tab beim Anstecken an den Computer wie ein USB-Stick als Wechselspeichermedium an – und man kopiert locker-flockig Musik, Videos, Fotos & Co. per Drag & Drop auf das Gerät. Nach dem Abstecken durchsucht eine vorinstallierte Software den Speicher nach neuen Multimediainhalten – und sofort tauchen sie in den entsprechenden Wiedergabeprogrammen auf. Dabei entpuppt sich vor allem der Videoplayer als sympathischer Allesfresser: Er kommt mit allen Videodateien zurecht, die wir testweise aufgespielt haben – inklusive DivX und M4V. Auch ansonsten überzeugt der Videoplayer. Selbst in HD-Clips ist ruckelfreies Spulen möglich, die Wiedergabe auf dem Display sieht hervorragend aus, und das Betrachten von Filmen und Serien macht auf dem 7-Zoll-Screen richtig Spaß. Toll ist auch die AllShare-Software, die DLNA-kompatible Massenspeicher und Wiedergabegeräte im Heimnetzwerk aufspürt. Mit wenigen Fingertipps betrachtet man so die auf einem PC in einem anderen Raum gespeicherten Fotos oder schickt die auf dem Galaxy Tab gespeicherten Urlaubsbilder per Fingerwisch auf den HD-Fernseher im Wohnzimmer.

Wirklich Spaß macht das Galaxy Tab aber erst nach einem Blick in den Android Market – in Googles App Store. Hier stehen bereits über 100.000 kostenlose und kostenpflichtige Programme für alle Alltags- und Allnachtssituationen zum Download bereit – und vor allem gibt es hier auch eine gigantische Auswahl an Spielen. Angry Birds, Flight Control, Tower Raiders: All diese coolen Handy-Games profitieren von dem großen Tablet-Display.

Leistung

Im Quadrant-Benchmark für Android-Geräte erreicht das Galaxy Tab um die 1050 Punkte. Das ist ein gutes Stück mehr als das Samsung Galaxy S mit Standard-ROM schafft, aber nicht so viel, wie beispielsweise Googles Nexus One mit einer flotten Firmware erreicht. Ohnehin sind Benchmarkwerte nur gut für den nackten Vergleich – in der Praxis zählt, wie flott sich das Galaxy Tab anfühlt. Und hier löst es leider nur gemischte Gefühle aus. Programme starten schnell und auch die Bedienung geht nahezu verzögerungsfrei vonstatten, aber hier und dort kommt die Hardware ganz offensichtlich an ihre Grenzen. Wer beispielsweise die CNET-Webseite in der nicht mobilen Version betrachtet, kann nur unter deutlich merklichem bis starkem Ruckeln scrollen oder zoomen. Lesbar ist zwar alles, aber diesen Wow-Effekt, den wir vom iPad her kennen, löst das Galaxy Tab damit nicht aus. Wenn es darauf ankommt, reicht die Geschwindigkeit des Tablets aber aus: Testweise haben wir den im Browser integrierten Flash-Player mit einer Folge Elton vs. Simon an seine Grenzen gebracht. Im Vollbild klappt die Wiedergabe problemlos und ruckelfrei, nur bei den Werbeunterbrechungen muss man ein leichtes Haken in Kauf nehmen. Damit können wir durchaus leben, aber wie gesagt: Apple kann’s schneller. Und wer darauf Wert legt, auf das gute Gefühl beim Scrollen, auf das „Seht her, mein Tablet kann flüssiges Multitouch“ – der wird wohl mit dem Galaxy Tab nicht glücklich werden. Zumindest mit der derzeitigen Software-Version.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Schon im Test: Android-Tablet Samsung Galaxy Tab – besser als das iPad?

  • Am 19. Oktober 2010 um 20:06 von Sven

    No-Go
    Das Samsung Galaxy Pad kostet bei Amazon 706,99 mit FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Telefonfunktion, erweiterbarem Speicher, wichtigen Anschlüssen, und einem Slot für normale SimKarten.

    Das iPad 32GB mit 3g, ohne FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Ohne erweiterbaren Speicher, ohne Steckplätze, one Telefonfunktion, … kostet bei Amazon 729,90

    Komischerweise ist der Preis natürlich absolut O.K. und hier stören die fehlenden Funktionen natürlich überhaupt nicht.

    Und da ist ein bissel Ruckeln für euch ein No Go???

    • Am 20. Oktober 2010 um 12:07 von Daniel Schraeder

      AW: No-Go
      Hallo Sven,

      es gibt nun mal Stärken (Flash, Ausstattung, keine iTunes-Zwangsbindung, …) und Schwächen (zum Beispiel eben das Ruckeln, was wir von einem auch 706,99 Euro teuren Gerät nicht erwarten), aber natürlich auf beiden Seiten. Nicht zu unrecht hat das Galaxy Tab bei uns unterm Strich die gleiche Wertung wie das iPad erhalten. Die beiden Tablets gehen eben leicht unterschiedliche Zielgruppen an, und ich denke, das sollte auch aus diesem Testbericht hervorgehen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 21. Oktober 2010 um 14:34 von Harry

    Ruckeln
    Erstmal danke für den umfassenden Bericht. Werdet Ihr auch Archos 70 und 101 testen?
    Mich wundert allerdings die Tatsache mit dem Ruckeln. Da mich das Tab ja schon fasziniert habe ich nun so einige Testberichte gelesen, aber das mit dem Ruckeln erfahre ich hier zum ersten Mal (und es gab ja schon einige Videos zu Multitouch im Browser, etc.). Haben das die anderen Tester im Überschwang übersehen, oder habt Ihr ein fehlerhaftes Gerät bekommen?
    Ihr bemängelt, dass man sich leicht per Softtouchtaste aus Filmen wirft. Bei Golem steht, dass beim Videoschauen der Ein-Ausschalter als Bedienungssperre fungiert, damit eben dies nicht passiert. Ging das bei Euch nicht, oder war Euch das gar nicht bewusst?
    Auch hätte ich mir gewünscht, dass Ihr die vermeintlichen Stärken des iPad mit denen es dem Tab voraus ist auflistet, wenn Ihr die beiden unvergleichlichen Geräte schon gegenüberstellt. Ganz objektiv scheint es ja nur die Bedienung zu sein die leichter von der Hand geht, ansonsten fehlt dem iPad doch so ziemlich alles an Zusatzkönnen.
    Mit einem habt Ihr allerdings recht, der Preis des Galaxy ist unverschämt.

    • Am 25. Oktober 2010 um 17:26 von Daniel Schraeder

      AW: Ruckeln
      Hallo Harry,

      ja, ich denke, wir werden uns auch die Archos-Geräte ansehen.

      Ich glaube nicht, dass das Ruckeln bei uns im Browser ein "bedauerlicher Einzelfall" ist. Leider hat Samsung derzeit keine Ersatzgeräte – wir können das also nicht mit einem zweiten Galaxy Tab überprüfen, aber wir bleiben dran.

      Völlig richtig, bei manchen Apps wie dem Videoplayer aktiviert ein kurzer Druck auf den Ein-Austaster den Lock-Screen. Bei anderen Apps, wie alternativen Video-Playern, dem vorinstallierten Youtube-Player oder Spielen funktioniert das aber nicht. Das kommt im Testbericht vielleicht nicht deutlich genug heraus, sorry dafür.

      Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Einzeltest des Galaxy Tab, nicht um einen Vergleichstest mit dem iPad. Der Grund, warum wir das iPad hier und dort dennoch zum Vergleich heranziehen, ist, dass es (bis zum Erscheinen des Galaxy Tab?) der Maßstab ist. Dass die beiden Tablets auf unterschiedliche Zielgruppen schielen, sollte in unserem Artikel aber herauskommen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 26. Oktober 2010 um 10:34 von jannux

    Ruckeln leider kein Einzelfall
    Hallo zusammen.,

    als erstes mal ein dickes Lob und Dankeschön an die cnet Redaktion. Es ist der erste umfangreiche Test im Netz und ich finde ihn absolut objektiv geschrieben. Der Vergleich mit dem iPad als Referenzprodukt muss nun mal sein.

    @Harry: Ich weiss nicht, wo Du suchst, aber wenn man sich in der Community umguckt, schreiben fast alle das gerade bei viel Flash und/oder Multimedia Inhalten das Tab anfängt zu ruckeln.

    Ich benutze nun fast 1,5 Jahre Android, lebe teilweise auch mit Ruckeln, aber bei einem Gerät von 682€ (aktuell bei Amazon) könnte das für mich ein nogo sein.

    Ich warts mal ab (ich hoffe, ich bekomme es diese Woche noch)

    Gruß jannux

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