Auch die Kamera macht nicht wirklich glücklich. Die Fotos wirken körnig, die Farben sind fahl und platt, und selbst in hellen Räumen gelangt ein starkes Farbrauschen ins Bild. Dazu gesellen sich teilweise krasse Überbelichtungen und ein kleiner Dynamikbereich. Aber gut – es ist ja auch ein Tablet und keine Kamera, und für einen Schnappschuss vom Hotelpool in Ägypten, der direkt über das hoteleigene WLAN zu Facebook hochgeladen wird, reichts aus.

Der Akku hingegen überzeugt schon eher. 4000 mAh speichert die Batterie im Inneren, und damit etwa dreimal so viel wie die durchschnittliche Energiereserve eines aktuellen Smartphones – mit halb so großer Bildschirmdiagonale. Unterm Strich ergeben sich deswegen zwar keine Wunder, aber durchaus brauchbare Laufzeiten. Der Videoplayer beispielsweise dürfte bei abgeschaltetem Funk um die fünf Stunden durchhalten. Das ist nicht so viel wie das iPad schafft, aber dafür wiegt das Galaxy Tab auch nur die Hälfte – und sorgt bei langen Bahnreisen, Flügen oder verregneten Sonntagen auf der Couch durchaus für Kurzweil.

Zubehör

Im Lieferumfang des Galaxy Tabs ist nur das proprietäre USB-Kabel samt zugehörigem Steckernetzteil sowie ein kabelgebundenes In-Ear-Headset enthalten. Demnächst soll noch weiteres Zubehör in den Handel kommen, darunter ein Dock mit Ladeadapter und HDMI-Schnittstelle. So wird das Samsung-Tablet zur Multimediazentrale im Wohnzimmer oder zum digitalen Bilderrahmen mit integriertem Wecker und Wettervorhersage im Schlafzimmer.

Besonders spannend könnte auch die angekündigte externe Tastatur werden. Damit könnte das Galaxy Tab vielleicht den Unterwegs-Einsatz von Net- oder Notebook ersetzen. Wir werden das Zubehör demnächst ausführlich testen.

Fazit

Das Negative zuerst: Das Galaxy Tab kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 799 Euro – und es ruckelt teilweise recht ordentlich bei der Bedienung. Das ist ein No-go, und die Kombination aus diesen beiden Punkten sollte dem Gerät eigentlich die Wertung verhageln und ganz klar dem iPad den Vorrang bei der Kaufentscheidung geben.

Aber wie so oft ist es nicht ganz so einfach, und es gibt viele gute Punkte, die für das Galaxy Tab sprechen, wenn man sich mit dem hohen Preis und dem gelegentlichen Ruckeln anfreunden kann: Es ist sympatisch, liegt gut in der Hand, kann unglaublich viel, ist nicht an iTunes gebunden und macht einfach extrem viel Spaß. Der gemeine Tablet-Käufer wird wahrscheinlich tatsächlich mit dem iPad glücklich. Aber wer tief drinsteckt in der Materie, sich mit Android & Co. beschäftigt hat oder beschäftigen möchte, sollte sich das Samsung-Tablet unbedingt näher ansehen. Und, Samsung-typisch, dürfte sich der hohe Preis schnell relativieren. Bereits jetzt, kurz vor Verkaufsstart, listen erste Online-Händler das Galaxy Tab bereits ab circa 650 Euro – und bis Weihnachten steht garantiert eine Fünf an erster Stelle.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Schon im Test: Android-Tablet Samsung Galaxy Tab – besser als das iPad?

  • Am 19. Oktober 2010 um 20:06 von Sven

    No-Go
    Das Samsung Galaxy Pad kostet bei Amazon 706,99 mit FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Telefonfunktion, erweiterbarem Speicher, wichtigen Anschlüssen, und einem Slot für normale SimKarten.

    Das iPad 32GB mit 3g, ohne FLASCHUNTERSTÜTZUNG!!! Ohne erweiterbaren Speicher, ohne Steckplätze, one Telefonfunktion, … kostet bei Amazon 729,90

    Komischerweise ist der Preis natürlich absolut O.K. und hier stören die fehlenden Funktionen natürlich überhaupt nicht.

    Und da ist ein bissel Ruckeln für euch ein No Go???

    • Am 20. Oktober 2010 um 12:07 von Daniel Schraeder

      AW: No-Go
      Hallo Sven,

      es gibt nun mal Stärken (Flash, Ausstattung, keine iTunes-Zwangsbindung, …) und Schwächen (zum Beispiel eben das Ruckeln, was wir von einem auch 706,99 Euro teuren Gerät nicht erwarten), aber natürlich auf beiden Seiten. Nicht zu unrecht hat das Galaxy Tab bei uns unterm Strich die gleiche Wertung wie das iPad erhalten. Die beiden Tablets gehen eben leicht unterschiedliche Zielgruppen an, und ich denke, das sollte auch aus diesem Testbericht hervorgehen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 21. Oktober 2010 um 14:34 von Harry

    Ruckeln
    Erstmal danke für den umfassenden Bericht. Werdet Ihr auch Archos 70 und 101 testen?
    Mich wundert allerdings die Tatsache mit dem Ruckeln. Da mich das Tab ja schon fasziniert habe ich nun so einige Testberichte gelesen, aber das mit dem Ruckeln erfahre ich hier zum ersten Mal (und es gab ja schon einige Videos zu Multitouch im Browser, etc.). Haben das die anderen Tester im Überschwang übersehen, oder habt Ihr ein fehlerhaftes Gerät bekommen?
    Ihr bemängelt, dass man sich leicht per Softtouchtaste aus Filmen wirft. Bei Golem steht, dass beim Videoschauen der Ein-Ausschalter als Bedienungssperre fungiert, damit eben dies nicht passiert. Ging das bei Euch nicht, oder war Euch das gar nicht bewusst?
    Auch hätte ich mir gewünscht, dass Ihr die vermeintlichen Stärken des iPad mit denen es dem Tab voraus ist auflistet, wenn Ihr die beiden unvergleichlichen Geräte schon gegenüberstellt. Ganz objektiv scheint es ja nur die Bedienung zu sein die leichter von der Hand geht, ansonsten fehlt dem iPad doch so ziemlich alles an Zusatzkönnen.
    Mit einem habt Ihr allerdings recht, der Preis des Galaxy ist unverschämt.

    • Am 25. Oktober 2010 um 17:26 von Daniel Schraeder

      AW: Ruckeln
      Hallo Harry,

      ja, ich denke, wir werden uns auch die Archos-Geräte ansehen.

      Ich glaube nicht, dass das Ruckeln bei uns im Browser ein "bedauerlicher Einzelfall" ist. Leider hat Samsung derzeit keine Ersatzgeräte – wir können das also nicht mit einem zweiten Galaxy Tab überprüfen, aber wir bleiben dran.

      Völlig richtig, bei manchen Apps wie dem Videoplayer aktiviert ein kurzer Druck auf den Ein-Austaster den Lock-Screen. Bei anderen Apps, wie alternativen Video-Playern, dem vorinstallierten Youtube-Player oder Spielen funktioniert das aber nicht. Das kommt im Testbericht vielleicht nicht deutlich genug heraus, sorry dafür.

      Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Einzeltest des Galaxy Tab, nicht um einen Vergleichstest mit dem iPad. Der Grund, warum wir das iPad hier und dort dennoch zum Vergleich heranziehen, ist, dass es (bis zum Erscheinen des Galaxy Tab?) der Maßstab ist. Dass die beiden Tablets auf unterschiedliche Zielgruppen schielen, sollte in unserem Artikel aber herauskommen.

      Beste Grüße
      Daniel Schraeder, CNET.de

  • Am 26. Oktober 2010 um 10:34 von jannux

    Ruckeln leider kein Einzelfall
    Hallo zusammen.,

    als erstes mal ein dickes Lob und Dankeschön an die cnet Redaktion. Es ist der erste umfangreiche Test im Netz und ich finde ihn absolut objektiv geschrieben. Der Vergleich mit dem iPad als Referenzprodukt muss nun mal sein.

    @Harry: Ich weiss nicht, wo Du suchst, aber wenn man sich in der Community umguckt, schreiben fast alle das gerade bei viel Flash und/oder Multimedia Inhalten das Tab anfängt zu ruckeln.

    Ich benutze nun fast 1,5 Jahre Android, lebe teilweise auch mit Ruckeln, aber bei einem Gerät von 682€ (aktuell bei Amazon) könnte das für mich ein nogo sein.

    Ich warts mal ab (ich hoffe, ich bekomme es diese Woche noch)

    Gruß jannux

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