Während elektronische Bücher jenseits des großen Teichs im Alltag angekommen sind, tragen wir in Deutschland immer noch die Bedenken herum. Zu teure und zu empfindliche Hardware, zu kleines Angebot, keine Zeitschriften, kein Kindle. Okay, den Amazon-E-Book-Reader kann man inzwischen zumindest hierher importieren – der Rest der Kritik bleibt. Dennoch, oder gerade deswegen, startet der deutsche Offline-Buchhandel in diesen Tagen mit seinem Oyo durch, einem eigenen Reader mit Touchscreen-Display, WLAN und Anbindung an einen Shop, der zigtausende deutschsprachige Bücher enthält.

Design

Rein optisch setzt sich die gesamte Produktkategorie der E-Book-Reader nicht gerade auf Platz 1 der Das-will-ich-haben-Liste. Sexy ist anders, und das gilt für den Kindle 3G ebenso wie für den Oyo. Das Design nennen wir jetzt einfach einmal praktisch und nehmen den Reader aus seiner Verpackung.

Das zentrale Element auf der Oberseite ist natürlich das 6 Zoll große Display. Dabei handelt es sich nicht um eine normale LCD- oder OLED-Anzeige, wie sie bei Tablets, Notebooks oder Handys zum Einsatz kommen, sondern um elektronisches Papier – häufig auch als E-Ink bezeichnet, benannt nach dem Namen eines führenden Herstellers dieser Technik. Der Hersteller des Oyo, Medion, setzt hier allerdings auf ein Konkurrenzprodukt der Marke SiPix.

Rund um die Anzeige zieht sich ein gut 1,5 Zentimeter breiter Rahmen aus weißem Kunststoff. Vor allem die rauhe Oberfläche ist für ein High-Tech-Produkt ungewöhnlich. Der Oyo liegt zwar gut in der Hand, fühlt sich aber nicht sonderlich wertig an – und erinnert haptisch mehr an die Reibefläche einer Streichholzschachtel oder an Sanitärkeramik als an iPad & Co.

Oberhalb der Anzeige ist das Oyo-Logo in Grau aufgedruckt, und unten trägt unser Reader den Schriftzug der Buchhandelskette Thalia, die uns das Gerät freundlicherweise für den Test zur Verfügung gestellt hat.

Im rechten Rahmen gibt es vier mechanische Tasten: Ein/Aus, Home, Vor und Zurück. Die Knöpfe werden von oben nach unten größer, lassen sich mäßig gut mit dem Finger ertasten und sind etwas schwammig aufgehängt – wäre der Oyo eine Spielekonsole, bei der es auf Reaktionsschnelligkeit ankommt, wäre er bereits an dieser Stelle durchgefallen. Aber hier muss man ja nur durch virtuelle Seiten blättern, und dafür reichen die Knöpfe problemlos aus. Die Ränder des Readers sind nackt. Nur auf der Unterseite gibt es Elemente: microSD-Speicherkartenslot, Kopfhörerbuchse, USB-Anschluss.

Display

Wer noch nie ein E-Ink-Display (beziehungsweise ein SiPix-Display) gesehen hat, ist bei seinem ersten Kontakt mit dieser Technik üblicherweise stark beeindruckt: Die Anzeigen sehen nicht so aus, als könnte sich der Inhalt überhaupt ändern. Gestochen scharfe Schrift auf hellgrauem Grund. Ganz so stark stellt sich der Effekt beim Oyo leider nicht ein, denn sein Display ist ein Touchscreen – und ist deswegen von einer Schicht überzogen, die zwar nur leicht spiegelt, aber eben doch etwas mehr an ein Digitaldisplay erinnert als an ein bedrucktes Stück Papier.

Leider ist die Hintergrundfarbe ein deutliches grau. Ganz weiß sind die elektronischen Papiere derzeit per se nicht, aber bei der Konkurrenz ist der Hintergrund heller und bildet damit einen höheren Kontrast zur Schrift, als es beim Oyo der Fall ist. Gestochen scharf sieht die Schrift übrigens dennoch aus.

Neueste Kommentare 

10 Kommentare zu Der deutsche Kindle kommt: E-Book-Reader Oyo im Test

  • Am 28. Oktober 2010 um 19:57 von Hein

    OYO
    Habs heut gekauft und brings morgen zurück.
    Um es benutzen zu können muß man das WLAN einrichten und sich registrieren, beides wird einem beim Verkauf nicht mitgeteilt.

    • Am 29. Oktober 2010 um 18:12 von Etienne

      AW: OYO
      Wer LESEN kann, ist eindeutig im Vorteil. Siehe ALLE Veröffentlichungen zum Oyo. Vorneweg Thalia selbst…

  • Am 19. November 2010 um 11:44 von Rita Lübbe

    Oyo – erste Erfahrungen
    Oyo kam und der erste Eindruck war schlecht. Einstellung Wireless hat nicht funktioniert und der Bildschirm hat seltsam geflackert. Habe ihn gleich zurückgeschickt. Jetzt hoffe ich, dass es nur ein Gerät mit Macke war. 10 Tage seit Rücksendung ohne Feedback. Naja.

  • Am 23. November 2010 um 08:20 von Bernd

    OYO
    Das Gerät scheint sich noch in der Testphase zu befinden; der Kunde muß als Beta-Tester herhalten. Ich schicke meinen OYO wieder zurück; der Kontrast ist zu schlecht, das WLAN-Passwort wird ständig neu abgefragt, eine Speicherung scheint nicht möglich zu sein. Ich habe in meinem Netzwerk den Geräten feste IP-Adressen zugewiesen, offenbar kommt der OYO damit nicht richtig klar. Die deutsche Antwort auf die KINDLE-Geräte dürfte jenseits des Großen Teiches allenfalls zu Heiterkeitsausbürchen führen.

  • Am 29. November 2010 um 14:22 von Herbert Waldtrautinger

    Nicht kaufen!
    Den oyo kann ich nicht empfehlen. Heute meinen erhalten.

    Man kann nicht einfach ein PDF lesen, nein man muss zuerst ein WLAN einrichten und sich registrieren.

    Ohne diese Schritte kann man nichts, aber auch gar nichts mit dem Gerät tun. Auf der Thalia Seite wird das natürlich nicht erwähnt!

    Die Software des OYO ist unausgereift und total verbuggt. Laden von Büchern sehr langsam, schwenken auf querformat funktioniert nur selten und wenn man dann auf Menu klickt geht der OYO wieder aufs‘ hochformat.

    Vom Sony kann ich nur Grundsätzlich abraten da die Jungs alles und jeden verklagen und sich ständig ein eigenes Format überlegen um sich Erweitwerungskarten wie einen Memory Stick mit Gold aufwiegen lassen.

  • Am 13. Dezember 2010 um 19:43 von chris

    oyo
    als ich bin mit meinem oyo vollends zufrieden, er reagiert besser las der sony und ist auch noch günstiger. der wlan funktioniert super genauso das surfen im netz. ich finde der kontrast ist auch ausreichend und ide regestrierung wurde mir im thalia shop direkt abgenommen. außerdem muss man ja nicht nur thalia bücher draufspielen sondern das gerät ist offen.
    ich kann den oyo nur empfehlen!!

  • Am 2. Januar 2011 um 11:44 von Casandra

    OYO
    Der OYO ist für Laien NICHT zu empfehlen. Nach dem Einschalten wurden nur WLAN-Verbindungen der Nachbarschaft angezeigt. Nach x-maligen Versuchen, fand er das eigene WLAN. Jedoch nach Eingabe des Buchstaben-Zahlen-Schlüssels fand keine Verbindung statt. Nach einer Std. ist man nur genervt. Somit geht das Gerät zurück. Schade, es war ein Weihnachtsgeschenk für meinen Mann.

  • Am 28. Januar 2011 um 10:47 von Klaus

    So richtig ausgereift ist das Teil noch nicht
    Habe mir den Reader für das Lesen von Manualen im PDF-Format zugelegt.
    Mit der Registrierung und dem Netz hatte ich keine Probleme nur nachdem ich einen Software Upgrade (Dauer ca. 45 Minuten) hat sich das Gerät nicht mehr ausschalten lassen. Nach Suchen hab ich den Vorschlag gefunden, im Thalia Shop nach Downgrade suchen und installieren, dannach sollte sich das Gerät wieder ausschalten lassen.
    Was ich auch nicht nachvollziehen konnte, weshalb sich der OYO, obwohl geladen und nicht benutzt sich heute morgen über leere Akkus beschwerd hat.
    Ich werde mich dieses Wochenende noch mal mir dem Gerät beschäftigen und dann ggf entscheiden ob ich es wieder zurück bringe.

  • Am 1. Februar 2011 um 15:07 von KHPD

    OYO fängt mit "O" an…
    Am Anfang sehr zufrieden, kann ich heute nur von erheblichen Problemen berichten. Die neue Software wurde mit der heissen Nadel gestrickt und so reagiert sie auch. Alle Funktionen funktionieren nur sporadisch, Gerät lässt sich nicht ausschalten und wird dadurch schnell entladen. Aufladen hat manchmal nicht funktioniert. Der technische Kundendienst hat mir dann geraten, an der Platine den Stecker zu ziehen und ein Reset zu machen. Das Aifladen funktioniert dann wieder aber nur mit dem Netzteil, nicht über USB am Computer. Das Gerät hat also erhebliche Kinerkrankheiten. Im übrigen musste ich fesstellen, das die zuständigen Mitarbeiterin der Thalia-Filiale ebenso generft sind. Ich würde gerne die alte Software wieder aufspielen, wenn ich wüßte wie das funtkioniert!

  • Am 2. Mai 2011 um 15:33 von Werner

    Teueres Spielzeug
    aber funktioniert. Ich will nicht meckern, haben meine co-Autoren schon genug, und zu recht. Die Marketing Abteilung von Thalia gehört komplett gefeuert.
    Wie verwende ich den oyo?
    1) keine ebooks bei Thalia kaufen, sondern nach DRM-freien im Web suchen, gibts reichlich
    2) Calibre installieren, macht auch aus einem RTF ein brauchbares epub.
    3) nur lesen, wo es hell ist, am Besten in der Sonne. Da versagt nämlich jedes Tablet.
    4) ein bißchen experimentieren: mein oyo kann auch Thai.
    5) NIENIENIE updaten.
    Viel Spaß.ach ja, 50 € wäre angemessen, besonders für beta-tester

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