CamCard für Android: Visitenkarten per Fotokamera einscannen

Trotz UMTS und LTE, USB-Sticks und SSD-Speicher bleiben die seit über 100 Jahren bewährten Visitenkarten einer der wichtigsten Datenträger, um Kontaktdaten auf Messen und Veranstaltungen auszutauschen. Größer Haken ist allerdings die analoge Technik – denn wer Telefonnummern, E-Mail-Adressen & Co. übertragen möchte, muss die Infos abtippen. Oder auf die App CamCard für Android zurückgreifen. Das Programm fotografiert die Visitenkarte und nutzt eine Texterkennung, um aus dem Pappkärtchen einen Kontakt im Adressbuch zu gewinnen.

CamCard unterstützt mehrere Sprachen, darunter Englisch, Chinesisch, Japanisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch. Die deutsche Übersetzung bringt aber einige Fehler mit – in den Einstellungen wirkt es fast so, als hätte man den englischen Text einfach von einem schlechten Programm übersetzen lassen.

Nach einem Klick auf den Menüpunkt Karte Erfassen startet die App den Kameramodus. Beim Abfotografieren sollte man auf gute Lichtverhältnisse achten, sonst klappt es nicht. Ist die Preview-Funktion aktiviert, hat der Nutzer die Möglichkeit, im Vorschaufenster an das Bild heranzuzoomen, um seine Qualität zu überprüfen. In den Einstellungen lässt sich weiterhin die Erkennungssprache festlegen, ob CamCard das geschossene Foto automatisch zurechtschneidet oder es die Daten auch im Adressbuch des Smartphones ablegen soll.

Nach dem Analysieren des Fotos geht es mit der Eingabe der Daten weiter. Im Großen und Ganzen klappt die Zuordnung von Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer, Fax etc. recht gut. Doch muss der Anwender des Öfteren hier und da etwas nachhelfen. Vor allem mit Umlauten hat CamCard Probleme. Auch Bindestriche in Telefonnummern erkennt die App manchmal nicht und fügt an der Stelle den Buchstaben p ein. Dass die Hausnummer der Adresse im Feld der Postleitzahl landet, ist ebenfalls häufiger der Fall.

Die eingescannten Visitenkarten finden sich unter dem Menüpunkt Kartenhalter wieder. Über das Menü lassen sich die Kontakte sortieren und in Kategorien einteilen. Nach der Auswahl eines Eintrages hat der Smartphone-Besitzer die Möglichkeit, dem Kontakt mit einem Fingertipp eine SMS oder E-Mail zu schreiben, ihn anzurufen oder seine Anschrift in Google Maps zu betrachten. Im Menü findet sich zudem eine Funktion, die eine Nachricht an mehrere Empfänger verschickt.

In der Praxis funktioniert das Einscannen der Visitenkarten besser als erwartet. Wenn die Lichtverhältnisse stimmen und die Daten nicht gerade in abgefahrenen oder winzigen Schriftarten und -graden abgeruckt sind, können sich die Erkennungsraten durchaus sehen lassen. Hier und da muss man jedoch immer wieder nachbessern. Trotzdem geht es mit der Hilfe von CamCard immer noch schneller als das Eintragen der Kontakte von Hand.

Die kostenlose Lite-Variante ist eine Testversion, die in der ersten Woche das Abspeichern von zehn Visitenkarten zulässt. Danach beschränkt sie sich auf zwei pro Woche. Wer den vollen Funktionsumfang nutzen möchte, muss die Vollversion für umgerechnet knapp elf Euro erwerben. Das ist nicht gerade ein Schnäppchen – und für das Geld erwartet man keine Fehler bei der Übersetzung.

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