Photoshop für Tablets: Adobe bringt Bildbearbeitung auf mobile Geräte

Adobe Photoshop MobileSo langsam aber sicher lösen sich die dicken, grauen Computer-Kisten in Büro, Wohn- und Schlafzimmer in Wohlgefallen auf. Im Internet surft man auf dem Smartphone, Filme guckt man auf dem Tablet. Nur für die richtig anspruchsvollen Aufgaben müssen die unförmigen Klötze wieder herhalten, die mit Keyboard, Maus und mehreren Monitoren den gesamten Schreibtisch blockieren. Wenn es nach Adobe geht, soll sich das, jedenfalls bei der Retusche von Fotos, auch bald ändern.

Ende letzter Woche hat John Nack, Programm-Manager von Adobe Systems, ein paar Konzepte gezeigt, wie sich Adobe die Bildbearbeitung der Zukunft vorstellt. So sollen sich zeitnah auch anspruchsvollere Retouchierungs- und Zeichenarbeiten auf Tablets durchführen lassen. Der Software-Gigant verfolgt hierbei zwei verschiedene Ansätze: das Touchscreen-Gerät einmal als Stand-Alone-Lösung für die Bildbearbeitung und einmal als zweiten, ergänzenden Monitor beim Fotogeschnipsel auf dem Notebook.

In der ersten Demonstration zeigt Adobes CTO Kevin Lynch beispielsweise das aus Photoshop bekannte Content-Aware-Fill-Feature, bei dem sich mit ein paar Fingertipps nervige Stromleitungen oder ehemalige Lebensabschnittsgefährten aus den Bildern entfernen lassen. Im konkreten Fall trifft es eine Gans. Wisch und weg.

Hexerei 2.0: Der Witchcraft-Effekt "zaubert" im Stile des von Photoshop bekannten Content-Aware-Fill-Effekts unerwünschte Bildbereiche weg. Hier muss der Vogel dran glauben.
Hexerei 2.0: Der Witchcraft-Effekt „zaubert“ im Stile des von Photoshop bekannten Content-Aware-Fill-Effekts unerwünschte Bildbereiche weg. Hier muss der Vogel dran glauben.

Anschließend zeigt Lynch, wie sich ein iPad als Palette nutzen lässt. Auf dem Touchscreen des Apple-Geräts wischt er die gewünschte Farbe zusammen, so wie es ein Maler mit Ölfarben auf einer richtigen, analogen Palette täte. Anschließend pinselt er mit dem Gemisch auf einem Foto herum, das gerade auf einem per WLAN verbundenen Notebook in Photoshop geöffnet ist. Viele professionelle Anwender teilen Photoshop auf zwei Bildschirme auf. Auf einem befindet sich das zu bearbeitende Bild, auf dem anderen das ganze Sammelsurium an Retusche-Tools. Bei mobiler Anwendung auf dem Laptop könnte ein Tablet-PC so die gesamten Werkzeuge fassen.

Auf dem iPad lassen sich die Farben für die Bildbearbeitung mit den Fingerspitzen zusammenrühren - anschließendes Händewaschen entfällt.
Auf dem iPad lassen sich die Farben für die Bildbearbeitung mit den Fingerspitzen zusammenrühren – anschließendes Händewaschen entfällt.

Nicht nur bei der Bildbearbeitung, sondern auch in anderen Wirkungsbereichen passt sich Adobe an die zunehmende Mobilisierung der Computer an. So wird beispielsweise mit Hochdruck daran gearbeitet, den Flash-Player auf mobilen Geräten zu verbreiten – nur Apple verweigert hier die Zusammenarbeit. Und selbst dem Flash-Konkurrenten HTML5 verweigert sich der Photoshop-Schöpfer nicht: Teile der WebKit-Engine stammen von Adobe. Sollte Flash eines Tages den Bach hinuntergehen, hat die Softwareschmiede bei der Alternative auch bereits einen Fuß in der Tür. Zudem hat Adobe die diversen Tools für die Herausgeber von Zeitschriften inzwischen so angepasst, dass sich die redaktionellen Inhalte in eine Tablet-konformen Form zusammenschustern lassen.

Sicherlich steht die Ära der mobilen Internetmaschinen gerade erst in den Startlöchern. Aber das aktuelle Engagement von einer Marktgröße wie Adobe zeigt, wie ernst diese Entwicklung doch zu nehmen ist. Mehr Details zu den Photoshop-Tools für Smartphones und Tablets gibt es in der folgenden Fotostrecke. (Bilder: Adobe Systems, CBS Interactive)

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Photoshop für Tablets: Adobe bringt Bildbearbeitung auf mobile Geräte

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *