Hologramm als Popstar: Playback 2.0 aus Japan

Hologramm als PopstarStört es Euch, wenn Ihr auf dem Konzert feststellt, dass Euer Lieblingsinterpret Playback singt? Playback? Das ist aus dem letzten Jahrtausend, aber sowas von. Demnächst kann man wohl froh sein, wenn überhaupt noch jemand aus Fleisch und Blut auf der Bühne herumhüpft. Beim japanischen Superstar Hatsune Miku kommt nicht nur die Stimme, sondern auch der Rest aus dem Computer. Während der Gesang aus den Lautsprechern ertönt, kümmert sich ein holografisches Display um die Darstellung der von Crypton Future Media erfundenen Manga-Figur.

Ich könnte die Plattenlabel verstehen. Ein virtueller Star wird niemals auf irgendwelchen Toiletten beim Drogenkonsum fotografiert, mit irgendwelchen Frauen- oder Männerskandalen negative Schlagzeilen machen und auch niemals mit dem Luftgewehr auf lästige Journalisten schießen. Und statt First-Class-Tickets, Limousinen und Luxushotels zu bezahlen, packt man die ganze Band nach dem Auftritt einfach in einen Koffer.

Das ist nicht nur für virtuelle, sondern auch für menschliche Musiker verlockend. Miley Cyrus etwa könnte per Hologramm in 30 Städten rund um den Globus gleichzeitig auftreten. Damit ist die Welttournee in drei Stunden erledigt – und das Geld von 30 Auftritten auf dem Konto. An einem Ort ist der Star dann möglicherweise wirklich vor Ort und rockt die Bühne. Welches Konzert das ist, wird aber niemandem verraten. Die Fans können schließlich hinterher immer noch fantasieren: Das war sie wirklich. Und die 20 bis 100 Euro für die Konzertkarten darf man dann für wohl investiert halten.

Würdet Ihr auf ein holografisches Konzert gehen? Es muss ja nicht unbedingt eine für westliche Verhältnisse ziemlich verstörend wirkende Comic-Figur mit Strapsen und Mini-Rock sein. Wieso sollte man sich nicht nochmal ein von James Cameron neu aufgelegtes Woodstock ’68 mit Grateful Dead, The Doors & Co. angucken? Oder Elvis, Pink Floyd und Nirvana? (Bild: Screenshot aus YouTube-Video)

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