Die ursprüngliche Version von iLife ’11 – speziell die Upgrades für die Bibliothek von iPhoto ’11 – machte einigen Anwendern Probleme: Betroffene User verloren einige oder sogar alle ihrer Bildsammlungen. Der ursprünglichen Version fehlte auch die Kalenderfunktion von iPhoto. Beide Probleme wurden mittlerweile durch Updates behoben. Außerdem enthält iLife ’11 nur Upgrades für iPhoto, iMovie und GarageBand, aber nicht für iDVD und iWeb. Für diesen Test haben wir diese beiden Bereiche daher weggelassen.

Setup und Interface

iLife ’11 benötigt einen Mac mit Intel-Prozessor, 1 GByte Arbeitsspeicher, Mac OS X 10.6.3 oder neuer sowie 5 GByte Festplattenplatz. Bei unserem Testgerät belegte das Upgrade nur 4,2 GByte. Wie bei früheren Version kann man auswählen, was genau man installieren will – so lassen sich bei Bedarf Installationszeit und Plattenplatz sparen. Die diesjährige Version kann nicht auf Rechnern mit Leopard installiert werden. Ein Upgrad auf eine neuer Version ist unumgänglich.

iPhoto

iPhoto bleibt weiterhin Apples Bildbearbeitungssoftware Nummer eins für Consumer, professionelle Anwender sollten zu Aperture greifen. iPhoto, iMovie, GarageBand, iDVD und iWeb bilden zusammen die Software-Suite iLife, mit der man digitale Medien verwalten, verändern und mit anderen teilen kann.

iPhoto ’11 hat sich im Vergleich zur letztjährigen Version nicht großartig verändert. Die Hauptnutzeroberfläche ist größtenteils gleich geblieben. Sie wurde lediglich um einen optionalen Vollbildschirm-Modus, mit dem man Ereignisse, Gesichter, Orte und Alben mit geringeren visuellen Ablenkungen betrachten kann, und um mehr Möglichkeiten ergänzt, die Resultate über Facebook und E-Mail mit anderen zu teilen.

Die neue Benutzeroberfläche von iPhoto '11 verzichtet auf separierte Menüs.
Die neue Benutzeroberfläche von iPhoto ’11 verzichtet auf separierte Menüs.

Erfahrene iPhoto-Nutzer werden in der ’11-Version die durchdachten Optimierungen der Editier- und Slideshow-Werkzeuge genießen. Editiervorgänge finden jetzt in einer Seitenleiste statt, die Aufgaben in Quick Fixes und Effects unterteilt, aber das Adjust-Menü früherer Versionen beibehält. Dank dem Tab-basierten Interface kann man leicht zwischen verschiedenen Einstellungen hin- und herspringen – eine deutliche Veränderung zum bisherigen Interface, bei dem alle Bedienelemente unterhalb des Bildes oder in kleinen, schwebenden Menüs untergebracht waren. Obwohl das neue System mehr Bildschirmfläche als das alte in Anspruch nimmt, hat man deutlich weniger Ärger mit dem Platzieren von Menüs.

Der Diaschau-Editor verfügt nun über doppelt so viele Themes wie die iLife-’09-Version. Alle neuen Darstellungsmodi nutzen Apples Core-Animation-Technik, um Fotos mit schicken, glatten Effekten aufzupeppen. Das GPS-freundliche Places-Theme ist einer der optisch interessantesten Neuzugänge: Die Diaschau zieht sich GPS-Daten aus geschossenen Fotos, lädt korrespondierende Kartenausschnitte aus dem Web, platziert die Bilder auf diesen Karten und fügt einen netten Zoom-Effekt hinzu, wenn man sich von Ort zu Ort bewegt. Das ist ein durchaus interessanter Anreiz, Fotos mit einem Geo-Tag aufzunehmen, wenn die Kamera dies unterstützt. Viele GPS-fähige Kameras – unter anderem auch das iPhone – nehmen den Standort automatisch mit auf.

Das neue iPhoto-Theme "Places" extrahiert eingebettete GPS-Informationen aus Fotos und bereitet sie zu einer sehr ansehnlichen Diaschau auf.
Das neue iPhoto-Theme „Places“ extrahiert eingebettete GPS-Informationen aus Fotos und bereitet sie zu einer sehr ansehnlichen Diaschau auf.

iPhoto ’11 verbessert außerdem das Sharing enorm. Die in der ’09-Version vorgestellte Facebook-Integration beispielsweise geht jetzt viel tiefer. Konnte man Fotos bisher nur in ein Facebook-Album einfügen, lassen sie sich nun auch sehr einfach auf die Facebook Wall posten. Auch das Anlegen neuer Facebook-Albem oder das Festlegen eines Fotos als Profilbild sind jetzt möglich. Man muss sich allerdings immer noch mit dem Browser in Facebook einloggen, wenn man beispielsweise auf Kommentare anderer Anwender reagieren will.

Apple hat außerdem das Tool zum Verschicken von Fotos per E-Mail überarbeitet, das nun die entsprechenden Funktionen des iOS-Betriebssystems für mobile Endgeräte imitiert. Wenn man jetzt ein Foto per E-Mail versenden möchte, erstellt man die Nachricht einfach direkt in iPhoto – man muss also keine separate Mail-Software mehr anwerfen. Das Tool bietet acht Vorlagen, die die ausgewählten Fotos automatisch in der Nachricht arrangieren. Man kann Bilder aber auch als simple Anhänge verschicken.

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