Die besten Spiele für Microsoft Kinect: Von Sport über Party bis Haustier

Nach Nintendo und Sony hat jetzt auch Microsoft seine Bewegungssteuerung auf den Markt gebracht. Wie jede neue Konsolen-Hardware-Generation gilt auch für Kinect: Das System steht und fällt mit den dazugehörigen Spielen. Wir stellen die fünf besten Games für Microsoft Kinect im Detail vor.

Jetzt ist auch bei Microsofts Xbox 360 Schluss mit Faulsein. Das Gros der Kinect-Spiele zwingt die Gamer dazu, sich vor den Fernseher zu stellen und kräftig herumzuhüpfen und zu fuchteln. Unsere Kollegen von Gamespot haben keine Anstrengungen gescheut und sich durch alle Spiele gezappelt, die sie in die Finger bekommen konnten. Unter den fünf Bestplatzierten finden sich zwei Tanzspiele, ein virtuelles Haustier, ein Fitnesstrainer und – wie könnte es bei einer Bewegungssteuerung anders sein – ein Sportspiel.

Dance Central (ab 40 Euro)
8,4 stars

(8,4 von 10 Punkten)

Was uns gefällt:
+ tolle Grafik
+ breites Spektrum an Tänzen
+ guter Lernmodus

Was uns nicht gefällt:
– merkwürdige Fotofunktion

Wir meinen: Bei Dance Central treffen sich heiße Feger und Mauerblümchen auf der Tanzfläche im Wohnzimmer. Die mitreißenden Grafiken und das tolle Gameplay holen auch die größten Couch Potatoes vom Sofa.

Tanzspiele sind keine revolutionäre Neuerung. Aber die Ganzkörpererkennung von Kinect sorgt dafür, dass man im Wohnzimmer keine Gummimatten ausrollen muss – oder beim Tanzen eben doch bloß faul mit dem Controller auf dem Sofa sitzt. Dance Central richtet sich an Jung und Alt und bringt die Menschen gleichermaßen vor den Fernseher, um zu einer Vielzahl neuer und alter Hits zu tanzen. Zahlreiche verschiedene Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass sowohl erfahrene Tänzer als auch Bewegungslegastheniker nicht unter- beziehungsweise überfordert werden.

Dance Central ist extrem einfach zu spielen. Man startet das Spiel, wählt einen Song aus und mimt einfach das nach, was die toll animierten Tänzer auf dem Bildschirm treiben. Am rechten Bildrand tauchen Hinweise auf, welche Bewegungsroutine als nächstes kommt. Ein kleines Fenster zeigt die eigene Silhouette an – falls sich jemand beim Hampeln zusehen möchte. Meistens bleibt dafür allerdings keine Zeit, denn die virtuelle Disco ist so mitreißend, dass man nach kurzer Zeit sowohl die Hinweise als auch seine Umwelt verdrängt. Und schnell vergisst, dass man vor dem Fernseher wahrscheinlich gerade ziemlich blöd aussieht.

Aber das macht nichts, denn die meisten Zuschauer werden vermutlich ohnehin nach kurzer Zeit ebenfalls aufs Parkett drängen. Das ist ein weiterer genialer Aspekt an der Gestensteuerung: Wenn jemand mittanzen möchte, muss man das Spiel nicht beenden und irgendwelche neuen Controller registrieren oder zusätzliche Tänzer einrichten. Vor die Kamera stellen und wild loszappeln genügt. Theoretisch jedenfalls. In der Praxis gilt es, ein paar Hindernisse zu überwinden.

Erstens braucht man Platz. Und zwar nicht zu knapp. Viele Tanzroutinen beinhalten Bewegungen in alle vier Richtungen. Zwar kann man die Schrittgröße auf ein Minimum reduzieren, ein paar Quadratmeter sollte man allerdings dennoch einplanen. Außerdem sollte man sich nicht zu schade zum Schwitzen sein. Wer den ganzen restlichen Abend vor Kinect herumhüpfen möchte, wird sich daran nicht stören. Aber mal eben eine flotte Sohle aufs Parkett legen, bevor man fein ausgeht? Möglicherweise nicht jedermanns Sache. Mehr als eine Handvoll Titel am Stück abzutanzen, fällt definitiv eher in die Kategorie „Sport“ als in die Sparte „Daddeln“.

Zum Glück muss man nur die Bewegungen der Tänzer und nicht deren Haarfarbe oder Outfit nachahmen.
Zum Glück muss man nur die Bewegungen der Tänzer und nicht deren Haarfarbe oder Outfit nachahmen.

Wer schon einmal irgendein anderes Rhythmus-Musik-Irgendwas-Spiel gezockt hat, dürfte mit dem Punktesystem von Dance Central vertraut sein. Korrekt ausgeführte Bewegungen erhöhen den Punktestand, und die grundsätzliche Leistung wird auf einer Fünf-Sterne-Skala gemessen. Trifft man einen Move nicht ganz exakt, gibt es immerhin noch ein paar Pünktchen für den Versuch. Die virtuellen Tänzer geben außerdem ein nützliches Feedback: Die falsch bewegten Körperteile blinken rot auf. Die Körpererkennung funktioniert sehr gut und deckt eine große Bandbreite an verschiedenen Moves ab. Das Trackingsystem trifft außerdem eine gute Balance zwischen akkurater Tanzkontrolle und Nachgiebigkeit bei kleinen Fehlern.

Es ist kaum möglich, so sehr aus einem Song herauszugeraten, dass man das ganze Lied über keinen einzigen Move mehr auf die Reihe kriegt. Bei Dance Central geht es um Spaß, und wer zwei linke Füße hat, wird nicht abgestraft. Insgesamt stehen 32 unterschiedliche Titel aus diversen Jahrzehnten und verschiedenen Musikrichtungen zur Verfügung. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Songs, die man auch in einem Club spielen könnte.

Bei den Bewegungsroutinen reicht das Spektrum von einfach und geradlinig bis hin zu komplex und furios. Für jedes Lied gibt es drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, die der Reihe nach freigespielt werden möchten. So wird verhindert, dass Einsteiger abgeschreckt werden. Zudem gibt das Spiel den Wohnzimmer-Tänzern das Gefühl, Fortschritte zu machen. „Endlich, endlich sind die fünf Sterne geschafft. Wo ist der nächste Club?“

Wer nicht nur planlos herumzappeln, sondern zielgerichtet lernen möchte, sollte den Break-it-Down-Modus ausprobieren. Hier begleitet eine Stimme den Tänzer und erklärt die Routine – im wahrsten Sinne des Wortes – Schritt für Schritt. Schafft man einen Move auf Anhieb, geht’s weiter. Bei Schwierigkeiten fordert Dance Central den Spieler auf, den Bewegungsablauf mehrmals zu wiederholen. Wenn es dann nicht klappt, lässt sich auch die Musik verlangsamen. Der Modus hilft enorm beim Lernen, eignet sich aber eher für den Single-Player-Modus. Übrigens werden hier dieselben Vorschau-Symbole für die Bewegungen angezeigt, die auch außerhalb des Lernmodus zum Einsatz kommen. So ahnt man die kommenden Bewegungen später besser voraus.

Einen wirklichen Karrieremodus bietet Dance Central nicht. Es gibt allerdings eine Reihe von Charakteren, Outfits, Clubs und Herausforderungen zum Freitanzen. Außerdem führt das Spiel Statistiken zum Fortschritt. Im Dance-Battle-Modus treten die Spieler direkt gegeneinander an. Hier geht es darum, mehr Punkte als die „Gegner“ zu sammeln.

In jedem Lied gibt es Freestyle-Pausen, in denen der Tänzer nach eigenem Gusto vor dem Fernseher herumzappeln kann. Der Bildschirminhalt verwandelt sich in einen psychedelischen Regenbogen, und Kinect schießt eine ganze Reihe von Fotos, die in einer animierten Slideshow über den Bildschirm laufen, bevor es mit den normalen Bewegungsroutinen weitergeht. Allerdings wirken die Aufnahmen unregelmäßig getimed und laufen in scheinbar zufälliger Reihenfolge ab. Das ermutigt eher dazu, irgendeinen Blödsinn vor der Kamera zu treiben und Grimassen zu schneiden, als erstnhaft eigene Moves aufs Parkett zu legen. Immerhin: Wer sich daran stört, deaktiviert das Feature einfach in den Einstellungen.

Übung macht den Meister! Das rote Glühen an den Armen zeigt, dass wir noch nicht so weit sind.
Übung macht den Meister! Das rote Glühen an den Armen zeigt, dass wir noch nicht so weit sind.

Dance Central ist nicht das erste Tanzspiel. Aber nicht zuletzt dank der präzisen Körpererkennung übertrifft es sämtliche Konkurrenten, was die Einbindung des Gamers in die virtuelle Tanzfläche angeht. Die gelungenen Animationen und Grafiken ziehen die Personen vor dem Fernseher regelrecht ins Spiel, und das optische Feedback ist beim Verbessern der eigenen Fähigkeiten eine große Hilfe. Das breite Spektrum an Liedern und Schwierigkeitsgraden sowie das tolle Gameplay sorgen dafür, dass man lediglich die Bereitschaft mitbringen muss, ins zu Schwitzen zu geraten und dabei möglicherweise auch mal blöd auszusehen. Mehr als Herumgehüpfe vor dem Bildschirm bietet Dance Central nicht an – aber diese Aufforderung zum Tanz sollte man nicht ausschlagen.

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