Netbooks sind billige, kleine Notebooks mit eingeschränkter Leistung – das zumindest trifft auf den größten Teil der Geräte zu. Dass es auch anders geht, will Asus mit seinem Lamborghini-Eee-PC zeigen. Edle Optik, außergewöhnliche Details und überdurchschnittliche Power sind hier das Programm – zumindest im Vergleich zu anderen Netbooks.

Design

Mit seiner Lamborghini-VX-Serie versucht Asus den Geist sportlicher Exklusivität in ein 12-Zoll-Netbook zu übertragen. Der Hersteller geht glücklicherweise deutlich darüber hinaus, einfach nur das Logo mit dem Stier oder Automobili Lamborghini auf den Hochglanz-Lack zu drucken: Deckel, Bodenplatte, Rückseite und Details – alles erinnert mehr oder minder an Verkleidungen, Spoiler, Lackierungen und Bedienelemente eines schnittigen Italo-Sportwagens. Das Kunststoff-Gehäuse ist in den Bereichen der Handauflage und der Tasteneinfassung durch eine Magnesium-Legierung komplettiert. Die matte Fläche wirkt extrem stabil und wertig kühl.

Die relativ dünne Base-Unit ist sehr steif. Eine Ausnahme ist der Deckel, der in der Mitte auf Druck nachgibt. Zwar ganz wie beim Straßenvorbild, aber dennoch etwas nervig: Auf dem Deckel sind Fingerabdrücke deutlich sichtbar.

Die freistehenden Tasten des Lamborghini VX6 bieten einen sehr deutlichen Druckpunkt und Tastenhub. Der Anschlag ist hart und die Fläche gibt an keiner Stelle nach. Die Pfeiltasten haben eine normale Größe und sind relativ gut zu erfassen. Die Eingabe ist wegen des angenehmen Schreib-Feedbacks für Vielschreiber brauchbar.

Das silbern eingefasste Touchpad reagiert nur innerhalb der weißen Markierungen auf Berührungen. Die augenscheinlich enorme Größe wird dadurch relativiert. Leider verschmiert die Kunststoff-Oberfläche, die sich eher wie Glas anfühlt, sehr schnell. Das hinterlässt keinen angenehmen Eindruck. Der Cursor bewegt sich dennoch zielgenau.

Das Multi-Touch-Pad erkennt den Einsatz von zwei Fingern, etwa für den Zoom oder das Scrollen. Die spiegelnden Tasten haben einen deutlichen Druckpunkt, aber einen kurzen Hub und ein etwas störendes helles Klick-Geräusch.

Display und Schnittstellen

Das Asus VX6 schneidet in vielen Disziplinen gut ab. Das nicht entspiegelte 12,1-Zoll-Panel (HSD121PHW1) gehört nur zum Teil dazu. Die Helligkeit ist für den Außengebrauch zu gering und ein blasses Schwarz lässt schon mit dem bloßen Auge einen geringen Kontrast erkennen. Farben wirken auf dem Glare-Panel aber recht ansprechend.

Unter Sonnenlicht sehen wir aus der Frontalposition ein zu dunkles Bild. Kommt strahlender Sonnenschein ins Spiel, verstärkt sich der Effekt. Bei einem Blickwinkel von etwa 45 Grad lassen sich dann so gut wie gar keine Farben oder Schriften mehr ablesen. Für Innenräume genügt die Helligkeit der Anzeige natürlich problemlos.

Die Auflösung von 1366 mal 768 Pixeln erlaubt ernsthafte Büroarbeiten oder das Surfen im Web und reicht aus, um HD-ready-Inhalte unskaliert darzustellen. 10-Zoll-Netbooks haben typischerweise nur eine 1024-600-Pixel-Auflösung.

Die Blickwinkel sind ebenso gering wie bei den meisten Notebooks oder Netbooks. Geisterbilder entstehen horizontal ab einer Abweichung von 40 Grad von der frontalen Position. Vertikal setzt dieser negative Effekt inklusive Verdunkelung schon bei 15 Grad ein. Folge: Eine frontale Sichtposition ist für die optimale Sicht Voraussetzung – und schon in einer kleinen Gruppe macht es nur noch wenig Spaß, Videos oder Fotos auf dem Eee PC zu zeigen.

Anschlüsse

Ein optisches Laufwerk gibt es nicht. Mit HDMI und D-Sub gibt es zwei Grafikausgänge, die sich beide auf der linken Seite befinden. Die Positionierung im hinteren Bereich des Netbooks ist sinnvoll, weil so keine störrischen Kabel bei der Nutzung einer Maus im Wege sind.

Rechts zeigt das VX6 seinen Performance-Anspruch: Es hat gleich zwei USB-3.0-Ports zu bieten. Diese sind zumimndest in der Theorie um ein Vielfaches schneller USB 2.0. Die USB-Steckplätze dienen auch bei ausgeschaltetem Netbook zum Aufladen von Mobiltelefonen.

Die zwei Lautsprecher unter der Handauflage überraschen durch einen ausgewogenen Klang, der sogar ansatzweise Bässe enthält. Die Akustik von Musik oder PC-Spielen gibt der Sportler damit differenziert wiedergegeben. Die Tischplatte agiert als Resonanzkörper. Daher stellt sich der gute Klang auf Teppich, Schoß oder beim Tragen nicht ein.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Asus Eee PC VX6 Lamborghini im Test: Netbook mit Sportwagen-Leistung?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *