Kaufberatung Kompaktkameras: Sensor, Objektiv und Ausstattung – darauf kommt es an

Wer sich eine Kompaktkamera kaufen möchte, steht vor der Qual der Wahl. Ein Preisvergleichsdienst im Internet spuckt knapp 900 Treffer aus: Von 15 bis 750 Euro ist alles geboten. Zig Megapixel, gigantischer Zoom, moderner Bildsensor, hochauflösende Videos & Co – aber worauf kommt es wirklich an? Wir erklären die wichtigsten Ausstattungsmerkmale von Digicams.

Welche ist die beste Kompaktkamera? Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Denn jeder Fotograf setzt seine Prioritäten woanders, jeder Fotograf hat andere Motive im Visier. Wer primär Berge fotografiert, muss sich um schnelle Serienbildmodi und Videofunktionen keine Gedanken machen. Wer hingegen von Party zu Party springt und dort alles und jeden ablichtet, braucht eine schnelle und für Nachtaufnahmen geeignete Digicam. Ein zentraler Aspekt ist der verbaute Bildsensor – also der Chip, der das einfallende Licht einfängt, in elektronische Signale umwandelt und an den Bildprozessor weiterreicht. Dieser schreibt das Foto schließlich auf die Speicherkarte.

Bildsensor

Wie viele Megapixel brauche ich? Die Antwort ist einfach: Megapixel sind bei Kompaktkameras völlig egal. Sicherlich gibt es gute Gründe, wieso Profi-Modelle 20, 40 oder 60 Megapixel auflösen. Aber bei einer kompakten Knipse sind 14 Megapixel nicht besser als 10. Eher im Gegenteil. Denn je mehr Pixel sich auf einen Sensor quetschen, desto weniger Fläche steht jedem einzelnen Bildpunkt zur Verfügung. Damit ist eine höhere Ausleseempfindlichkeit vonnöten, und es treten mehr Störungen beziehungsweise Bildfehler auf. Canon beispielsweise fährt bei seinen anspruchsvollen Kompaktkameras der G-Serie die Auflösung sogar wieder herunter. Bot der Sensor der PowerShot G10 (2008) noch 14,6 Megapixel, so gibt es bei den Nachfolgerinnen G11 und G12 (2009 und 2010) „nur“ noch 10 Millionen Bildpunkte. Reicht völlig aus.

Viel wichtiger als die Auflösung ist die Größe des Bildsensors. Bei aktuellen Kompaktkameras kommen (mit ganz wenigen Ausnahmen) zwei verschiedene Größen zum Einsatz: 1/2,3 Zoll und 1/1,7 Zoll. Ein 1/2,3-Zoll-Sensor misst typischerweise 6,2 mal 4,6 Millimeter und bietet damit etwa ein Viertel der Fläche eines Fingernagels. 1/1,7-Zoll-Chips sind mit zumeist 7,6 mal 5,7 Millimetern etwa 50 Prozent größer und bieten somit mehr Platz für einfallendes Licht. Insbesondere im Halbdunkel sind die etwas größeren Sensoren ihren kleineren Kollegen einen Schritt voraus.

Dieses Bild zeigt einen maßstabsgetreuen Vergleich zwischen den beiden bei Kompaktkameras üblichen Sensorgrößen.
Dieses Bild zeigt einen maßstabsgetreuen Vergleich zwischen den beiden bei Kompaktkameras üblichen Sensorgrößen.

Weiterhin lassen sich die Sensoren in CMOS- und CCD-Chips unterteilen. Alle derzeit verbauten 1/1,7-Zoll-Lichtfänger setzen auf die CCD-Technologie, bei den kleineren 1/2,3-Zoll-Chips kommen beide Varianten zum Einsatz. CMOS-Sensoren sind bei Spiegelreflexkameras schon die Regel, bei Kompaktknipsen aber erst seit etwa einem Jahr auf dem Vormarsch. Sie sind derzeit noch teurer als ihre CCD-Konkurrenten, bieten allerdings einen entscheidenden Vorteil: Geschwindigkeit.

Kompaktkameras mit CMOS-Sensoren nehmen Videos in Full-HD-Auflösung oder mit 1000 fps auf, schießen bis zu elf 14-Megapixel-Fotos pro Sekunde und fangen 3D-Panoramen mit einem lockeren Schwenk aus dem Handgelenk ein. Ein einziger Druck auf den Auslöser reicht, und die Kamera kombiniert in schneller Serie geschossene Aufnahmen miteinander, um HDR-Bilder oder rauschfreie Nachtaufnahmen zu erzeugen. Beeindruckend, aber eben noch vergleichsweise teuer. Nahezu jeder große Kamera-Hersteller hat inzwischen mindestens eine Digicam mit einem solchen Bildsensor im Angebot. In der Regel stammen die 10-Megapixel-CMOS-Chips von Sony, Panasonic entwickelt beispielsweise jedoch eigene CMOS-Sensoren mit 14,6 Megapixeln. Mit der WX5 und der TX9 hat Sony kürzlich die ersten beiden Digicams mit dem neuen 12-Megapixel-CMOS-Sensor auf den Markt gebracht.

Sony Cyber-shot DSC-TX9: Dieser Winzling hier schießt zehn 12-Megapixel-Fotos pro Sekunde, nimmt Full-HD-Videos auf und fängt 3D-Panoramen mit einem einzigen Kameraschwenk ein.
Sony Cyber-shot DSC-TX9: Dieser Winzling hier schießt zehn 12-Megapixel-Fotos pro Sekunde, nimmt Full-HD-Videos auf und fängt 3D-Panoramen mit einem einzigen Kameraschwenk ein.

Wer sich hohe Serienbildgeschwindigkeit, exotische Spielereien und hochauflösende Videos wünscht, braucht eine Kamera mit CMOS-Sensor. Wer sich für ein solches Modell interessiert, findet in unserem Special Digicams mit BSI-CMOS-Sensoren mehr Informationen. Steht dagegen die Bildqualität im Vordergrund oder sollen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch Aufnahmen ohne Blitz gelingen, sollte die Digicam einen CCD-Chip der Größe 1/1,7 Zoll (beziehungsweise 1/1,63 Zoll bei Panasonics Lumix DMC-LX5) mitbringen. Wer sparen möchte, oder den Fokus auf extreme Vergrößerungsstufen legt, wird wohl bei einer Kompaktkamera mit 1/2,3-Zoll-CCD-Sensor landen.

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