Dell Inspiron Duo: Netbook mit drehbarem Display im Vorabtest

Mit dem Inspiron Duo stellt Dell ein Netbook vor, das sich in ein Tablet verwandeln lässt. Im Gegensatz zu bekannten Lösungen wird aber nicht der ganze Displaydeckel, sondern das in einem Rahmen sitzende Panel gedreht. Aber was taugt das Konzept in der Praxis? Wir haben uns ein Vorserienmodell angesehen.

Tablet oder Notebook? So mancher Anwender wünscht sich einfach beides in einem Gerät. In der Tat gibt es Notebooks mit drehbarem Display schon lange, das dazu notwendige Gelenk war aber relativ anfällig und klobig.

Mit dem Netbook Inspiron Duo geht Dell einen anderen Weg: Gedreht wird nicht der Deckel, sondern das darin verbaute Panel. Es ist an zwei Scharnieren befestigt, die ein horizontales Umklappen des Panels um 180 Grad ermöglichen. Gehalten wird es von Magneten.

In der Praxis macht das System einen guten Eindruck. Um das Netbook in ein Tablet zu verwandeln, drückt man das Panel nach hinten durch den Deckel und legt ihn auf die Tastatur. Die Aufhängung am Vorseriengerät fühlt sich noch etwas fragil an. Wir hoffen, dass sich das bis zur Serienfertigung noch ändert. Das Panel ist übrigens nur in eine Richtung drehbar – wer zu viel Kraft in die falsche Richtung aufwendet, zerstört das Gelenk.

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Im Tablet-Modus startet eine von Dell entwickelte Oberfläche, die auf die Fingerbedienung optimiert ist. Es handelt sich dabei aber nur um einen Aufsatz auf das vorinstallierte Windows 7 Home Premium. Und genau hier liegt, wir haben es uns fast gedacht, das Problem: Das Betriebssystem aus Redmond ist einfach nicht der passende Unterbau für Touch-Geräte, da es einfach nicht schnell genug reagiert. Deutliche Verzögerungen, die man beispielsweise von einem iPad nicht kennt, sind die Folge. Die optische Gestaltung der Oberfläche ist dagegen gelungen. Sie ist einfach zu bedienen und sieht gut aus. Ohne einen Wechsel des Betriebssystems lassen sich die Performance-Probleme aber vermutlich nicht in den Griff bekommen.

Dabei ist die Hardware auf den ersten Blick gar nicht so schwach. Dell verbaut im Inspiron Duo Intels neuen Doppelkern-Atom N550 mit 1,5 GHz. Der sorgt zwar für deutlich mehr Rechenleistung als der sonst eingesetzte Single-Core N450, die extrem langsame Grafikeinheit GMA 3150 ist aber geblieben. Das Gerät wurde nicht mit Nvidias schneller Ion-GPU, wie sie etwa im Asus Eee PC VX6 Lamborghini zu finden ist, aufgewertet. Immerhin ist ein Beschleuniger-Chip von Broadcom verbaut, der die flüssige Wiedergabe von HD-Videos ermöglicht. Ein paar Aussetzer am Anfang kann er aber nicht verhindern. Das Gerät ist mit 2 GByte RAM ausgerüstet, was für Netbook-Verhältnisse sehr großzügig ist. Außerdem freuen wir uns über die Auflösung des 10,1-Zoll-Screens: Mit 1366 mal 768 Pixeln stellt er überdurchschnittlich viele Bildpunkte dar. Man muss daher deutlich weniger scrollen, und die Inhalte wirken schärfer.

Neben der Performance der Touch-Oberfläche kann auch die Laufzeit abseits der Steckdose nicht begeistern: Der fest im Gehäuse verbaute 4-Zellen-Akku mit 29 Wattstunden Kapazität hält beim Vorseriengerät ersten Messungen zufolge lediglich drei Stunden. Dass bis zur finalen Version noch große Sprünge drin sind, ist zu bezweifeln. Für längere Laufzeiten wäre eine stärkere Batterie nötig. Lange um die Häuser ziehen kann man so jedenfalls nicht.

Innovativ gibt sich Dell nicht nur bei der Display-Aufhängung, sondern auch beim Zubehör. Ein passendes Dock von JBL macht den Inspiron Duo zu Soundanlage.

Die Markteinführung des Inspiron Duo in Deuschland ist für Januar 2011 geplant. Das Gerät soll mit 320-GByte-Festplatte 549 Euro kosten.

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