Angetestet: Google Nexus S von Samsung mit Super-AMOLED, Gingerbread & NFC

Das neue Google-Handy ist da: Zumindest in den USA und in England soll die Auslieferung des Nexus S mit der neuesten Android-Version, Gingerbread, noch in diesem Jahr starten. Mit der berührungslosen Übertragungstechnik NFC, einem leicht gebogenen Super-AMOLED-Display und genial schnellen Reaktionen nimmt das Smartphone in vielen Bereichen eine Führungsrolle ein, doch es ist nicht alles perfekt: Google und Samsung folgen hier dem schlechten Trend, keinen Speicherkartenslot einzubauen – und wir hätten fast noch mehr erwartet.

Das Nexus S kommt wie frisch gebackener Lebkuchen aus dem Ofen: Es ist das erste Smartphone mit der neuesten Version von Googles Android-Betriebssystem, die auf die Nummer 2.3 und den Codenamen Gingerbread hört. Gebaut wird es im Google-Auftrag von Samsung, und die Koreaner haben ganze Arbeit geleistet: attraktive Hardware mit tollem Display trifft auf eine fast unendlich lange Liste von Möglichkeiten und abgefahrenen Ausstattungsmerkmalen.

Unsere Kollegen von CNET in England hatten bereits am Tag der Vorstellung die Möglichkeit, einen Prototypen in die Finger zu bekommen. Ganz fertig und final waren Hard- und Software zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Google hat ja auch noch etwas Zeit – in den USA soll das Gerät am 16. Dezember für 529 Dollar ohne Vertrag (knapp 400 Euro) auf den Markt kommen. Bei T-Mobile USA wird das Smartphone mit Vertrag 199 Dollar kosten und, wie der Vorgänger Nexus One, ebenfalls nicht mit einem SIM- oder Netlock ausgestattet sein. Nach Europa kommt das Nexus S auch noch im Dezember, allerdings zunächst nur nach Großbritannien. Dort wird das Google-Phone mit einem Preis von 549 Pfund (knapp 650 Euro) allerdings deutlich teurer sein als auf der anderen Seite des großen Teichs.

Offiziell äußert sich Google zur Markteinführung hierzulande noch gar nicht. Es wird derzeit nicht einmal bestätigt, dass das Gerät überhaupt in Deutschland erhältlich sein wird, geschweige denn wann oder zu welchem Preis. Die Gerüchteküche besagt: Ja, es kommt, aber noch nicht so bald – und definitiv nicht mehr in diesem Jahr. Und preislich müssen wir uns wohl eher mit dem britischen Niveau als mit dem amerikanischen anfreunden.

Design

Das Nexus S ist stark verwandt mit dem Samsung Galaxy S – es trägt ja sogar den gleichen Namenszusatz und heißt nicht, wie zunächst vermutet, Nexus 2 oder Nexus Two. Ähnlich war es auch beim Vorgänger: Das Nexus One ist abgesehen von Kleinigkeiten baugleich mit dem HTC Desire.

Kenner sehen die Ähnlichkeiten auf den ersten Blick, obwohl sich die Geräte durchaus unterscheiden: Das Galaxy S ist fast rechteckig mit leicht abgerundeten Kanten, während das Nexus S deutlich runder wirkt. Aber das 4-Zoll-Super-AMOLED-Display an sich ist noch eine Seltenheit. Die Display-Technik ist bislang rar gesät. Sie stellt brillante Farben und perfekte Kontraste dar, hat keine Probleme mit Blickwinkeln – und kommt beispielsweise beim Samsung Galaxy S und dem Samsung Wave zum Einsatz. Ebenfalls Samsung-typisch: Die Tasten unterhalb der Anzeige für Zurück, Menü, Suchen und Home sind als hinterleuchtete Soft-Touch-Tasten im Look des Galaxy S ausgeführt. Das sieht zwar besser aus als mechnische Knöpfe, ist aber etwas unpraktischer – denn gerade beim Spielen kommt man häufiger mal ausversehen auf die falsche Stelle des Touchscreens und verlässt das Spiel, statt beim Autorennen dem Gegner auszuweichen. Im Gegensatz zum Galaxy S sind alle Tasten berührungssensitiv – beim Bruder gibt es einen mechanischen Home-Button, während die Suchen-Taste fehlt.

Wer genau hinsieht, erkennt auch am Lautsprecher oberhalb des Displays die Verwandschaft zum Galaxy S. Hier wie dort ist ein schwarzer Metallstreifen mit einer Lochreihe ins Glas eingelassen. Links davon verbergen sich Annäherungs- und Helligkeitssensor unter dem dunklen Glas, rechts davon sitzt die Linse der zweiten Kamera. Sie nimmt Fotos in VGA-Qualität auf und dient primär der Videotelefonie, die nun auch bei Android ganz offiziell Einzug erhält.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Angetestet: Google Nexus S von Samsung mit Super-AMOLED, Gingerbread & NFC

  • Am 8. Dezember 2010 um 07:34 von rumeo

    NFC
    das neue Nokia C7 mit Symbian^3 hat bereits einen NFC Chip verbaut. Die Anwendungen kommen automatisch, wenn alle Hersteller NFC verbauen, allerdings ist die grosse Frage, wie interoperabel das ganze sein wird.

  • Am 11. Dezember 2010 um 13:33 von Peter Shaw

    NFC nutzlos?
    Ist es nicht ein bisschen übertrieben, ein vorhandenes Feature, das keinem wehtut, als Minuspunkt aufzuführen?

    Und vor allem wird das Henne-Ei-Problem sich wohl bald erledigen: Wenn das iP5 NFC bekommt und es beim Nokia C7 mit der nächsten FW freigeschaltet wird, haben schon 3 potenzielle millionseller dieses Feature on Board. Und wie man die Industrie kennt, wird die Konkurrenz dann ziemlich schnell nachziehen.

  • Am 13. Dezember 2010 um 18:47 von Peter Shaw

    Samsung – NFC
    Und schon ist es passiert. Samsung hat – neben dem Nexus – ein weiteres NFC Handy veröffentlicht!

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