Tablet-PCs sind ja eigentlich ein alter Hut. Beim Inspiron Duo wählt Dell aber einen komplett anderen Ansatz: Anstelle eines Displays, dass sich zunächst ganz normal hochklappen und dann seitlich um 180 Grad drehen lässt, dreht sich die Anzeige des Mischlings aus Tablet und Netbook nach dem Aufklappen mittig um die eigene Achse. So lässt sich das Gerät entweder mit dem Displaydeckel oder mit dem Touchscreen auf der Oberseite zusammenklappen. Und wenn die Anzeige oben ist, startet eine Oberfläche, die auf die Bedienung per Finger optimiert ist und – ganz im iPad-Stil – Zugriff auf Fotos, Videos, und Musik ermöglicht.

Abgesehen von der abgefahrenen Konstruktion und der interessanten Touch-Oberfläche ist das Inspiron aber ein gutes Stück von der Perfektion entfernt. Unter der Haube finden sich die Komponenten eines „normalen“ Netbooks – ein Atom-Prozessor vom Typ N550, der auf 2 GByte RAM zurückgreift. Geschwindigkeitsrekorde bricht Dell damit nicht, und vor allem im Tablet-Modus wirkt alles etwas zäh. Dem iPad rückt man so zumindest nicht auf die Pelle.

Mit einem Dreh zum Tablet

Ähnlich innovativ wie die Display-Mechanik ist das optionale Dock, das in Zusammenarbeit mit dem Audio-Hersteller JBL entwickelt wurde. Integriert sind – natürlich – Lautsprecher zur Wiedergabe von Musik und Videos sowie weitere Ausgänge. Außerdem steht das Gerät so in einem angenehmen Winkel, um Ausflüge ins Internet auf dem Wohnzimmer- oder Küchentisch zu ermöglichen.

Auf den ersten Blick unterscheidet das Duo nur wenig von anderen Dell-Netbooks aus der Inspiron-Serie. Der größte Unterschied ist ein gut sichtbarer Spalt, der sich, etwa zwei Zentimeter vom Rand entfernt, einmal rund um das Display zieht.

Beim Drehen des Displays muss man etwas vorsichtig sein. Wir wagen es nicht, die Anzeige in die falsche Richtung zu drehen. Der Mechanismus wirkt zwar eigentlich recht stabil, aber genau das könnte eine Schwachstelle sein. Außerdem sollte man vor dem Umdrehen des Touchscreens darauf achten, dass der Deckel weit genug nach oben geklappt ist – denn ansonsten schmettert man den Rahmen um das Display in die Tastatur.

Apropos, das Tastenfeld folgt in feinstem Chicklet-Style der Apple-Manier: flache Tasten mit einem gewissen Abstand. Im Vergleich zu ähnlichen Keyboards anderer Hersteller sind die Tasten allerdings etwas abgerundeter. Auf die Bedienbarkeit hat das allerdings keinen Einfluss: Hier tippt es sich ganz hervorragend, obwohl wir uns eine größere Leertaste und weniger gequetschte Cursortasten wünschen würden. Das unter der Tastatur angebrachte Touchpad ist für ein Netbook angenehem groß und die Maustasten sind voneinander getrennt. Der berührungsempfindliche Bereich ist direkt in die Handballenablage aus Kunststoff eingelassen, die der Hersteller im Look von gebürstetem Metall lackiert hat.

Software

Sobald man das Display dreht, erscheint die fingertaugliche Touchscreen-Oberfläche, aus der man jederzeit zum normalen Windows-Deskop zurückwechseln kann. Auf den ersten Blick sind große Icons ersichtlich, die Apps zur Darstellung von Fotos, zur Wiedergabe von Videos, zum Betrachten von eBooks, zur Bildbearbeitung und so weiter starten.

Die eigentlichen Apps sind gut gemacht und haben große Schaltflächen, die die Bedienung per Touchscreen problemlos ermöglichen. Spaßbefreit ist aber die viel zu lange Ladezeit, die sich die Programme gönnen. Dank eines im Inneren des Inspiron integrierten Broadcom-Chips klappt die Wiedergabe von Videos angenehm flüssig. Im Vergleich zum iPad sollte man mit dem Zweifinger-Zoom der Foto-Ansicht aber besser nicht angeben – die ruckelt. Der eBook-Reader hingegen überzeugt. Es gibt verschiedene Ansichten mit unterschiedlichen Zoom-Stufen und gut funktionierender Seitenaufteilung. Nur leider wirkt das Programm nicht so, als wäre es für das 16:9-Seitenverhältnis des Inspiron Duo gemacht worden.

Unterm Strich kann die Tablet-Bedienung nicht überzeugen. Die Wartezeiten sind einfach zu lang, sowohl beim Start, als auch bei der Bedienung. In der Praxis nutzen wir diese Ansicht deswegen so gut wie gar nicht – was eigentlich schade ist, denn hübsch sieht sie ja aus.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Dell Inspiron Duo im Test: Touchscreen-Netbook und Tablet in einem

  • Am 1. Januar 2011 um 11:59 von Manni

    SD und LAN
    "weder einen Netzwerkanschluss noch einen SD-Speicherkartenleser … das Dock verfügt über den SD-Slot und die Netzwerkbuchse" – na was denn nun? Hat es nun LAN- und ´ne SD-Leseoption oder nicht? ôÔ

    • Am 22. Juli 2011 um 07:46 von Freddy

      AW: SD und LAN
      Hallo Manni,
      nur an dem Dock sind diese von Dir genannten Anschlüsse zu finden und zu nutzen – Das klappt jedoch wunderbar und ohne kompromisse.
      Im übrigen ist die Verarbeitung eine Wucht!
      Das Dock ist ein Must-Have!
      Bester Gruss
      freddy

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