Sony Cyber-shot DSC-T99 im Test: superschlank und edel, aber langsam

Form follows function? Nicht so bei der Sony Cyber-shot DSC-T99. Hier liegt der Fokus definitiv darauf, eine Kompaktkamera in einen möglichst schlanken und schicken Gehäuse unterzubringen. Ob die nur 1,68 Zentimeter dicke Edel-Digicam bei Bildqualität, Leistung und Handling eine ebenso gute Figur macht wie auf den Produktfotos des Herstellers, zeigt der Test.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Sony hat eine Kamera im Programm, die der T99 sehr ähnlich ist. Die Cyber-shot DSC-W350 bringt den gleichen Bildsensor und eine praktisch identische Ausstattung mit – aber eben nicht im ultraschlanken Metallgehäuse mit eingelassenem Objektiv, sondern im “normalen” Digicam-Format und ohne Touchscreen. Und dafür aber auch 65 Euro günstiger. Wer auf das berührungsempfindliche Display und den Wow-Faktor der T99 verzichten kann, liest am besten gleich beim Testbericht der W350 weiter.

Design

Die Sony Cyber-shot DSC-T99 ist wirklich extrem klein. Mit 9,3 mal 5,6 mal 1,7 Zentimetern beansprucht sie deutlich weniger Platz in der Hosentasche als eine Packung Taschentücher. Das schicke Gehäuse ist in fünf verschiedenen Farben erhältlich: Schwarz, Rosa, Grün, Violett und Silber. Auf dem ganzen Gehäuse finden sich lediglich vier mechanische Bedienelemente. Oben auf der Digicam sitzen Ein/Aus-Schalter, Auslöser und ein etwas fummeliger Zoom-Schieber am rechten Rand. Etwas versetzt darunter bringt Sony eine Taste zum Wechseln in den Wiedergabemodus unter. Um den Rest kümmert sich der 3 Zoll große Touchscreen auf der Rückseite.

Das Objektiv der T99 ist vollständig im Gehäuse integriert. Leider befindet sich die Linse recht weit rechts oben auf der Vorderseite, sodass wir sie beim Fotografieren immer wieder versehentlich mit den Fingern verdecken. In der Hosen- oder Jackentasche schützt eine Abdeckung, die sich über die gesamte Breite der Kamera zieht, die Optik vor Kratzern. Die Kamera lässt sich auch durch Nach-oben- und Nach-unten-Schieben des Frontplatte aus- beziehungsweise einschalten. Mit den abgerundeten Ecken liegt das glatte Metallgehäuse nicht ganz so sicher in den Händen, wie wir es uns wünschen würden.

Die einzigen mechanischen Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite der Kamera. Um den Rest kümmert sich der Touchscreen.
Die einzigen mechanischen Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite der Kamera. Um den Rest kümmert sich der Touchscreen.

Der resistive Touchscreen reagiert recht gut auf Eingaben. Wer die Bedienung mit der Fingerspitze zu unpräzise findet, freut sich über den im Lieferumfang enthaltenen Stylus. Leider ist die Oberfläche etwas hakelig. Ob beim Wechseln des Aufnahmemodus oder beim Konfigurieren der Einstellungen – praktisch überall gibt es kurze Wartepausen. Nachdem Sony bei der T99 ein Breitbild-Display verbaut, nutzt die Kamera nicht die vollen 3 Zoll, um das Vorschaubild darzustellen. Rechts und links gibt es Ränder, jedenfalls bei maximaler Auflösung. Wer im 16:9-Format mit 11 statt 14 Megapixeln fotografiert, nutzt die komplette Bildschirmgröße aus.

So langsam das Interface auch reagiert, immerhin ist es übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Ein Fingertipp auf das Menü-Icon in der linken oberen Ecke bringt ein Panel mit verschiedenen Aufnahmeparametern aufs Display. Ganz unten findet sich ein kleines Werkzeugkisten-Symbol, das in die weniger benötigten, tiefgreifenderen Einstellungen führt.

Auf dem Hauptbildschirm mit der Suchervorschau bietet die Kamera am linken Displayrand Platz für vier verschiedene Icons, die sich mit beliebigen Aufnahmefunktionen belegen lassen – das geschieht im Menü per Drag & Drop. Auf der rechten Seite gibt’s Schaltflächen zum Wechseln des Aufnahmemodus und für die Wiedergabe aufgenommener Fotos und Videos. Wer sich des Iconverhaus entledigen möchte, tippt einfach auf das Display und wischt mit dem Finger nach links – und schon sind alle Symbole verschwunden. Wer sich von der T99 die flüssige Bedienung à la Highend-Smartphone erwartet, wird eine deftige Enttäuschung erleben. Dennoch: Schlecht ist das Interface nicht. Interessenten sollten die Kamera aber definitiv vor dem Kauf im Laden ausprobieren.

Bei voller 14-Megapixel-Auflösung nutzt die T99 beim Fotografieren nicht das volle Display aus - rechts und links bleiben schwarze Ränder.
Bei voller 14-Megapixel-Auflösung nutzt die T99 beim Fotografieren nicht das volle Display aus – rechts und links bleiben schwarze Ränder.

Unten am Gehäuse gibt es einen proprietären Anschluss, der die Kamera mittels mitgelieferter Kabelpeitsche wahlweise mit einem Rechner oder mit einem Fernseher verbindet. Ebenfalls auf der Unterseite befindet sich eine Klappe, hinter der sich Kartenslot und Akkufach verbergen. Erfreulicherweise unterstützt die T99, wie alle aktuellen Sony-Kameras, nicht mehr nur die herstellereignen Memory-Stick-Medien, sondern auch SD-Karten. Für Besitzer von Eye-Fi-Speicherkarten mit integriertem WLAN-Modul gibt es ebenfalls ein paar Optionen: So lässt sich der Funk in den Menüs ein- und ausschalten oder wahlweise automatisch deaktivieren, sobald die Aufnahmen übertragen sind.

Auf dem integrierten Speicher der Kamera ist ein kleines Tool abgelegt, das ein unkompliziertes Hochladen der Fotos und Videos auf Flickr, YouTube & Co. ermöglicht, wenn die Digicam mit einem Windows- oder Mac-Rechner verbunden ist. Der Akku lässt sich nicht im Gehäuse aufladen und bietet mit circa 230 Fotos eine durchschnittliche Laufleistung.

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