Spiegelreflex-Grundlagen: Objektiv, Sensor & Co. – worauf es bei DSLRs ankommt

Jetzt vor Weihnachten übertrumpfen sich die Elektronikmärkte gegenseitig mit Sonderangeboten. Wer gerade nach einer Spiegelreflexkamera sucht – ob für sich selbst oder als Geschenk – wird geradezu mit Modellen bombardiert: Derzeit sind über 50 Modelle im Handel erhältlich. Wir erklären, auf welche Ausstattungsmerkmale es bei DSLRs ankommt und welches Zubehör eine wichtige Rolle spielt.

Spiegelreflexkamera – in dem Wort schwingen Professionalität, hohe Ansprüche und tolle Fotos mit. Vor dem inneren Auge ziehen Bilder von Fotostudios und aufwändigen Sets vorbei. Dabei sind die DSLRs inzwischen gar nicht mehr so abgehoben, wie es scheint. Digitale Spiegelreflexkameras bewegen sich, was die Anschaffungskosten angeht, bereits auf dem Niveau von anspruchsvolleren Kompaktkameras.

Wie viel muss ich für eine DSLR auf den Tisch legen?

Die günstigsten Spiegelreflexkameras wechseln inklusive Objektiv bereits für weniger als 300 Euro den Besitzer. Die Preisskala ist nach oben offen – für eine Hasselblad H4D-50 MS blättert man auch ohne Optiken schon mehr als 30.000 Euro hin, pro Linse werden dann noch einmal bis zu 5000 Euro fällig. Wer von einer kompakten Digicam in die DSLR-Welt wechselt, wird aber bereits bei den Einsteiger-Modellen einen gewaltigen Schub in Sachen Bildqualität und Leistung erleben.

300 gegen 40.000 Euro: Links ist die Olympus E-420 abgebildet, rechts die Phase One P65+.
300 gegen 40.000 Euro: Links ist die Olympus E-420 abgebildet, rechts die Phase One P65+.

Wie gesagt, ab knapp 300 Euro gibt es Spiegelreflexkameras samt Objektiv. Die typischen mitgelieferten Optiken, die sogenannten Kitobjektive, verfügen im Einsteigerbereich meist über einen dreifachen optischen Zoom. Wenn es mehr Flexibilität sein soll, gibt es ab rund 380 Euro die ersten DSLRs mit zwei Linsen im Lieferumfang. Die damit gewonnene Flexibilität entspricht dann häufig etwa einem zehnfachen Zoom. Die günstigsten Angebote gibt es hier derzeit bei Olympus mit der E-420 und dem 14-bis-42-Millimeter-Kitobjektiv beziehungsweise – noch zusätzlich – der 40-bis-150-Millimeter-Linse.

Wer mehr Geld auf den Tisch legt, bekommt Kameras mit leistungsstärkeren Bildprozessoren und damit höhere Serienbildgeschwindigkeiten sowie bessere Fotoqualität, ausgeklügeltere und flottere Autofokussysteme, größere und hochauflösendere Sensoren sowie mehr Spezialfunktionen wie Videomodus und Klappdisplay. Im Wesentlichen verbessern sich zwei Punkte maßgeblich: Geschwindigkeit und Bildqualität.

Kamera-Body

Spiegelreflexkameras bestehen aus zwei Teilen: Dem Gehäuse und dem Objektiv. Im Gehäuse, auch Body genannt, steckt der Bildsensor. Er fängt das einfallende Licht ein, wandelt es in elektrische Signale um und gibt diese an den Bildprozessor weiter. Der Bildprozessor schließlich verarbeitet die eintreffenden Informationen und schreibt sie als Bilddatei auf die Speicherkarte.

Bildsensor

Je größer der Sensor bei gleicher Auflösung ist, desto mehr Platz steht jedem einzelnen Pixel für einfallendes Licht zur Verfügung. Mehr Platz wiederum bedeutet, dass der Sensor mit einer geringeren Empfindlichkeit ausgelesen werden kann, was weniger Störungen und damit eine bessere Bildqualität bedeutet. Alle Spiegelreflexkameras verfügen über deutlich großzügiger dimensionierte Pixel als kompakte Digicams – selbst bei den kleinsten DSLR-Sensoren ist die Fläche im Vergleich zu den anspruchsvollen Kompaktkameras immer noch mehr als viermal größer. Bei viel Licht und somit bei niedrigen Empfindlichkeiten ist der Unterschied nicht allzu groß – hier treffen ohnehin viele Photonen auf den Sensor. Bemerkbar macht sich der Unterschied allerdings im Zwielicht, denn dann trifft auf den größeren Chips viel mehr Licht ein. Die Sensorfläche ist aber nur ein grober Anhaltspunkt für die Bildqualität. Andere Komponenten wie der Bildprozessor haben hier auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Im Wesentlichen gibt es vier verschiedene Größentypen von Bildsensoren bei digitalen Spiegelreflexkameras: Nach aufsteigender Fläche sortiert sind das Four-Thirds, APS-C, Vollformat und Mittelformat. Ein einfacher Wert zum Vergleichen der verschiedenen Formate ist der sogenannte Crop-Factor. Er hängt mit der Bilddiagonale des lichtempfindlichen Chips zusammen. Ein 35-Millimeter-Kleinbild-Negativ ist ebenso groß wie ein sogenannter Vollformatsensor und hat per Definition den Crop-Factor 1,0. Four-Thirds-Sensoren bieten die halbe Diagonale und verfügen somit über einen Crop-Factor von 2,0. Bei APS-C-Chips bewegt sich der Wert je nach Hersteller zwischen 1,5 und 1,6. Mittelformatkameras verfügen über sehr große Sensoren, dort ist der Crop-Factor kleiner als 1,0 – beim Phase-One-Chip P65+ beträgt er beispielsweise 0,64. Canon verbaut in einigen wenigen Highend-Sport-DSLRs APS-H-Sensoren mit Crop-Factor 1,3.

Dieses Bild zeigt die Größen der verschiedenen Bildsensoren im maßstabsgetreuen Vergleich. Das Rechteck ganz links oben entspricht den größten bei Kompaktkameras verbauten Sensoren.
Dieses Bild zeigt die Größen der verschiedenen Bildsensoren im maßstabsgetreuen Vergleich. Das Rechteck ganz links oben entspricht den größten bei Kompaktkameras verbauten Sensoren.

Einsteiger- und Semi-Profi-DSLRs verfügen bei Olympus über Four-Thirds-Sensoren und bei Canon, Nikon, Sony und Pentax über APS-C-Chips. Die Vollformat-Modelle mit den größeren Sensoren gibt es nur bei Canon, Nikon sowie Sony und erst ab Preisen von rund 1800 Euro – für’s Gehäuse, wohlgemerkt. Mittelformat-Kameras schließlich richten sich ausschließlich an Profis: Die günstigeren Vertreter dieser Gattung wechseln ab 10.000 Euro den Besitzer.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Spiegelreflex-Grundlagen: Objektiv, Sensor & Co. – worauf es bei DSLRs ankommt

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *