Die OnLive MicroConsole kostet in den USA 99 Dollar – das entspricht gerade einmal rund 75 Euro. Nicht nur beim Budget, sondern auch beim Platzanspruch gibt sich die Konsole äußerst sparsam: Sie ist nicht einmal so groß wie ein gewöhnliches PlayStation- oder Xbox-Gamepad. Das Gehäuse hat die Form eines nach hinten abgeflachten Goldbarrens und stellt das direkte Bindeglied zwischen den Gaming-Servern des Herstellers und dem Fernseher dar. Das Spiel kommt als Videostream aus dem Internet, der Zocker reagiert auf das Geschehen und die MicroConsole schickt die Eingaben zum Server. Angesichts einer durchaus realistischen Verzögerung von unter 30 Millisekunden dauert es so – jedenfalls in der Theorie – keine 0,06 Sekunden, bis die Controllerbefehle in die Praxis umgesetzt werden.

Im Lieferumfang mit der kleinen Kiste befinden sich ein kabelloses Gamepad, ein HDMI-Kabel sowie ein Gutschein für ein Spiel aus der Cloud. Einzige Hardware-Voraussetzung: Das System benötigt eine Internetverbindung mit mindestens 3 bis 5 MBit pro Sekunde. Providerbedingte Aussetzer oder von Mitbewohnern belastete Leitungen werden gnadenlos mit Rucklern bestraft.

Wer lieber vor dem PC-Bildschirm am Schreibtisch als auf der Couch vor dem Fernseher zockt, kann die Games übrigens auch einfach im Browser laufen lassen – ohne zusätzliche Hardware.

Leider ist die MicroConsole hierzulande noch nicht erhältlich – und sie funktioniert hier auch nicht. Die Server von OnLive stehen allesamt in Übersee, und damit sind die Verbindungswege hierzulande einfach zu langsam, als dass man vernünftig daddeln könnte. Der Service funktioniert weder via Telekom-DSL noch mit der Standleitung in unserem Büro.

Einrichtung und Spiele

Wer daddeln möchte, muss als allererstes einen kostenlosen OnLive-Account einrichten. Wer sich etwas Mühe ersparen möchte, nutzt nicht das Gamepad, sondern eine USB-Tastatur für die Eingaben. Im Account sind sämtliche gekauften Games gespeichert. Wo auch immer auf der Welt man sich einloggt, die ganze Spielesammlung ist immer im Gepäck.

Im Interface der MicroConsole gibt es einen Link zum Marktplatz, in dem sich Spiele kaufen lassen – beziehungsweise Lizenzen, um die Spiele auf den OnLive-Servern zocken zu können. Außerdem finden sich hier eine Liste der bereits erworbenen Spiele sowie eine sogenannte Arena. Hier kann man die Live-Streams anderer Gamer abrufen und deren Gedaddel mitverfolgen. Wer nicht beobachtet werden möchte, kann Zuschauer in den Einstellungen aussperren.

Im Marktplatz lassen sich die Spiele bequem vom Sofa aus kaufen und anschließend sofort zocken.
Im Marktplatz lassen sich die Spiele bequem vom Sofa aus kaufen und anschließend sofort zocken.

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