Die innovativsten Produkte 2010: Tablets, blitzschnelle Kameras und intelligente Fernseher

Das Jahr ist fast vorbei, und wir haben jede Menge innovativer Produkte zu Gesicht bekommen. In den nächsten sieben Tagen rechnen wir nicht mit großen Neuerungen, und darum blicken wir an dieser Stelle zurück auf die letzten zwölf Monate und küren in den Bereichen Handys, Tablets, Fernseher, Kameras, Camcorder, MP3-Player, Note- und Netbooks sowie Home Entertainment die innovativsten Produkte.

Heutzutage werden neue Technologien so schnell verfügbar, dass man kaum mehr die Zeit hat, sich an die Neuerungen zu gewöhnen. Das Google-Betriebssystem Android ist beispielsweise keine zwei Jahre alt – hat also noch nicht einmal einen üblichen Handy-Zyklus überdauert – und ist inzwischen kaum mehr wegzudenken aus der Smartphone-Sparte. Das gleiche gilt für kompakte Digicams mit Wechselobjektiven, die sogenannten EVIL-Kameras. Es gibt sie gerade einmal zwei Jahre, da haben sie beispielsweise in Japan bereits einen Marktanteil von über 30 Prozent erreicht. Die ersten 3D-Fernseher kamen Anfang des Jahres auf den Markt, inzwischen gehört die dreidimensionale Darstellung bei besseren Geräten schon zum guten Ton. Und ganz absurd: Die große Tablet-Welle, die gerade über den Globus rollt, war vor zwölf Monaten noch gar nicht in Sicht – das iPad stand hierzulande erst Ende Mai in den Regalen.

Tablets und Pads

Allein das Auftauchen dieser Kategorie ist schon eine Innovation, denn vor dem Verkaufsstart des iPad im Sommer gab es sie eigentlich gar nicht. Alle bisherigen Versuche von Windows-Notebooks mit Touch- oder Stiftbedienung sind uncool, geeignet vielleicht für den trockenen Business-Einsatz in Architekturbüros, Werkstätten oder Krankenhäusern – aber nichts, was man in der U-Bahn mit einem guten Gefühl aus der Tasche zieht, was gleichermaßen neugierige Blicke der Mitreisenden provoziert und einfach Spaß bei der Bedienung macht.


Die UMTS-Version des iPad ist an dem schwarzen Akzent an der Rückseite des Gehäuses zu erkennen.

Ganz klar: Das iPad ist ein Revoluzzer, und für uns eines der innovativsten Produkte 2010. Apple-typisch überzeugt es optisch, qualitativ und vor allem softwareseitig – mit einer gigantischen Auswahl an Apps, mit Apps, die speziell an die im Vergleich zum Handy große Displaydiagonale angepasst sind, mit der flotten Bedienung und so weiter. Klar, auch hier bleibt Kritik – an Apples Strategie der Geschlossenheit, an der fehlenden Unterstützung von Flash und so weiter. Aber das iPad macht Spaß, öffnet wieder neue Märkte, wird zum Hoffnungsträger von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, und löst vielleicht auf Dauer das gedruckte Buch ab.

Ansonsten kam 2010 eigentlich nur ein weiteres, erwähnenswertes Tablet auf den Markt: Das Galaxy Tab von Samsung. Ein gutes Stück kleiner, dafür aber noch tauglich für die Westentasche, und statt des Apple-eigenen iOS-Betriebssystems läuft hier Googles Handy-Betriebssystem Android. Mit Zugang zu den zigtausenden Apps aus dem Market, mit ein paar eigenen Programmen wie dem E-Book-Reader, mit toller Hardware-Ausstattung und einem soliden Gehäuse. Aber es ist eben „nur“ Nummer zwei, etwas anders und vor allem nicht durchgehend auf die größere Display-Diagonale optimiert. Das soll dann mit der nächsten Android-Version 3.0 der Fall sein – und erste Produkte werden wir wohl Anfang Januar auf der CES in Las Vegas sehen.

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Spielekonsolen

Spiele, bei denen der Gamer wild durchs Wohnzimmer zappelt, sind ein alter Hut. Das gibt’s bei Nintendo schon seit vier Jahren – und bei Sony seit rund zwei Monaten. Microsoft geht einen Sieben-Meilen-Schritt weiter und lässt die Spieler nicht nur durch die Gegend hüpfen, sondern nimmt ihnen auch noch die Controller weg. Zur Steuerung dient ausschließlich der eigene Körper. Für die Bewegungserkennung ist Kinect zuständig. In der unscheinbaren Sensorleiste stecken diverse Kameras und Richtmikrofone, mit deren Hilfe die angeschlossene Xbox 360 die Spieler und deren Bewegungen mitverfolgt.

In dieser Leiste stecken die Sensoren, die es Kinect ermöglichen, die Positionen und Bewegungen mehrerer Spieler im Raum gleichzeitig zu erfassen.
In dieser Leiste stecken die Sensoren, die es Kinect ermöglichen, die Positionen und Bewegungen mehrerer Spieler im Raum gleichzeitig zu erfassen.

Wahnwitzige Ego-Shooter, extrem schnelle Strategiespiele und dergleichen lassen sich mit der Gestensteuerung nicht spielen – jedenfalls im Moment noch nicht. Der Fokus liegt in erster Linie auf einfachen Sport- und Bewegungsspielen. Bei Dance Central beispielsweise müssen die Gamer diverse Tänze nachzappeln. Die Kinect-Kameras beobachten ihn dabei ganz genau und bestrafen jeden falschen Schritt mit Punktabzügen. Nicht nur bei den Spielen, sondern auch bei der Bedienung sorgt Kinect für eine Revolution. In bester Minority-Report-Manier fuchtelt man sich mit den Armen durch die Menüs zu den gewünschten Punkten.

Neben Spielern entdecken auch findige Bastler rund um den Globus die Möglichkeiten des mit rund 135 Euro recht günstigen Systems. So gibt es bereits die ersten Open-Source-Treiber für den Rechner, die ersten Freaks, die Live-3D-Videos aus der Sensorleiste extrahieren und ein Browser-Addon, das eine Steuerung der Surf-Software mit Handgesten erlaubt.

Die bisher eindrucksvollste Bastelei, die wir gesehen haben, stammt aus Japan. Wer über die nervige Musik und die kitschigen Manga-Animationen hinwegsehen kann, erhält in diesem Video eine beeindruckende Vorschau, was Kinect zusammen mit einer Videobrille ermöglichen kann. Vorsicht: Ab 4:32 droht selbst in dem kleinen YouTube-Videofenster Schwindelgefahr. Um nicht ständig im Wohnzimmer gegen die Wände zu rennen, braucht man dann allerdings noch einen entsprechenden Fußboden. Hallo Holodeck – fehlt nur noch das haptische Feedback.

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