WeTab mit neuer Software im Test: mehr Netbook- als iPad-Killer

Das „deutsche iPad“ ist gefloppt – so zumindest könnte man den traurigen Start des WeTab in Worte fassen, der begleitet war von Software-Bugs und einem PR-Desaster. Die vergangenen Wochen wurden vom Hersteller genutzt, um zu entwickeln, Bugs zu beheben und eigentlich schon zum Verkaufsstart versprochene Funktionen hinzuzufügen. Das Ergebnis ist ein gar nicht mal schlechter, aber äußerst missverstandener Mobilrechner mit innovativen Features.

Zum Marktstart des WeTabs muss wohl kein Wort mehr verloren werden. Wir wenden uns dem Tablet nun so unvoreingenommen zu, wie es nur irgendwie geht – und haben ein Testgerät mit 32 GByte Speicher und integriertem UMTS vor uns. Auf der Verpackung prangt ein Aufkleber, der auf die neue Software-Version hinweist. So, wie es hier liegt, kostet es um die 570 Euro. Für etwas mehr Geld gibt es ein UMTS-iPad mit halber Speicherausstattung, ein gleich ausgestattetes iPad kostet mit 699 Euro noch ein gutes Stück mehr.

Design

Wir heben das WeTab aus seiner Verpackung. Auf den ersten Blick erinnert es stark an die anderen Tablets, die es so zu kaufen gibt: Die Oberseite besteht komplett aus einem Touchscreen. Im Gegensatz zu iPad, Galaxy Tab & Co. gibt es nicht ein einziges Bedienelement abseits des berührungssensitiven Bildschirms.

Die Anzeige selbst misst 11,6 Zoll und ist damit ein gutes Stück größer als das Android-Tablet von Samsung (7,0 Zoll) oder das iPad (9,7 Zoll). Mit allen Vor- und Nachteilen: Es passt definitiv nicht mehr in die Innentasche des Sakkos wie das GalaxyTab und will schon eher in einer Notebook-Tasche als in einer iPad-Hülle transportiert werden. Aber dafür hat es einfach eine spürbar größere Bildfläche, auf der das Surfen, das Betrachten von Videos und die Bedienung an sich einfach mehr Spaß machen. Noch dazu hat es eine deutlich höhere Auflösung als seine Konkurrenten zu bieten: 1366 mal 768 Pixel (iPad: 1024 mal 768 Pixel, Galaxy Tab 1024 mal 600 Pixel). Damit ist die Darstellung der größeren Diagonale angemessen scharf.

Die Scheibe überm Display besteht aus Echtglas. Damit wirkt das WeTab angenehm wertig. Das Glas zieht sich über die eigentliche Anzeige hinaus bis zum Rand. Oberhalb, links und rechts vom Display-Panel ist ein knapp zwei Zentimeter breiter schwarzer Rahmen, unten ist der Rand etwa einen Zentimeter breiter. Diese Ungleichmäßigkeit wirkt etwas merkwürdig, vor allem, wenn man das Gerät im Hochformat hält – stört aber mehr in der Theorie als in der Praxis. Nach kurzem Alltagseinsatz fällt einem das ohnehin nicht mehr auf, wenn das Tablet nicht gerade auf dem Tisch liegt.

Oberhalb des Displays gibt es eine kleine Linse, hinter der sich eine 1,3-Megapixel-Webcam verbirgt, ganz links sitzen zwei Status-LEDs für Betrieb und Akkulaufzeit sowie ein Helligkeitssensor.

Die Rückseite des WeTab wirkt wie aus Kunststoff gefertigt und ist mit einem schwarzen Softlack-Finish versehen. Das Gehäuse besteht aber nicht aus Plastik, sondern aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung. Dadurch wirkt es angenehm wertig und stabil. Allerdings hat unser Testgerät nach der ersten Woche im harten Alltagseinsatz hier schon den ersten, winzigen Kratzer, hinter dem es hell schimmert. Kein großes Problem und kaum sichtbar, aber im Laufe der Zeit dürften hier deutlich mehr Verschleißspuren auftauchen. Der mechanische Ein-Aus-Taster sitzt übrigens auf der Rückseite.

Oben auf der Rückseite gibt es rechts ein etwa drei Finger breites Lüftungsgitter. Weitere Schlitze für die Luftzirkulation ziehen sich unten von ganz rechts nach ganz links durch – iPad, Galaxy Tab & Co. haben das nicht nötig. Das liegt an der unterschiedlichen Plattform, aber dazu später mehr. Unten in der Mitte findet sich ein Dock-Anschluss. Die entsprechende Docking-Station ist noch nicht verfügbar, wird das Gerät aber künftig wie einen Monitor auf dem Tisch aufstellen und USB-Anschlüsse sowie die Energieversorgung ausführen. In Kombination mit Tastatur und Maus wird so ein vollständiger Computer aus dem WeTab – auf dem theoretisch sogar Windows 7 laufen würde.

Auf der rechten Seite sowie ganz oben hat das WeTab keine Elemente. Ganz anders zeigt sich da die linke Seite, die auch gleich die größten Unterschiede zu den Konkurrenten aufzeigt: Hier sind sämtliche Anschlüsse angebracht. Von links nach rechts gibt es die Stromversorgung, einen Mini-HDMI-Ausgang zum Anschluss des Tablets an einen Monitor oder Fernseher, zwei USB-Ports, die sich mit externen Festplatten, USB-Sticks, Tastatur, Maus & Co. verbinden, Klinkenbuchse sowie SD-Speicherkartenslot und in unserem Fall einen SIM-Kartenslot.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu WeTab mit neuer Software im Test: mehr Netbook- als iPad-Killer

  • Am 31. Dezember 2010 um 00:07 von elias

    Wetab
    Ich hab selber ein Wetab auch die 3G Variante und ich muss sagen ich finde deinen Bericht echt lobenswert! Endlich mal jemand der das Wetab objektiv betrachtet. Und die Videos in HD anzukuken wir bald durch den neuen Treiber von Adobe funktionieren (Hardwareunterstütung)

  • Am 31. Dezember 2010 um 00:45 von Eggi

    guter Journalismus
    WOW!!!

    Da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht. Bravo!

    Sehr ehrlich und sehr fair. MIt allen Vor- und Nachteilen.

    Was mir besonders gefiel, war dieser Satz:
    "Zum Marktstart des WeTabs muss wohl kein Wort mehr verloren werden. Wir wenden uns dem Tablet nun so unvoreingenommen zu, wie es nur irgendwie geht."

    Danke für diesen objektiven Test

  • Am 3. Januar 2011 um 15:45 von Horst

    Akku hält 5h ???
    Netter Test, das Wetab ist in der Tat nur ein Netbook ohne Tastatur und dafür eben mit Touchscreen.
    Allerdings tut man dem Wetab mit diesem Vergleich (ebenso wie mit dem iPad) wohl auch keinen Gefallen, Netbooks gibts mit gleicher Hardwarebasis für unter 300.- und sie sind technisch wesentlich mehr gereift als das doppelt so teure Wetab.

    Was mich aber wirklich verstört hat, sind die angeblichen "über5h" Akkulaufzeit.
    In _keinem einzigen_ Test von renomierter Stelle hat das Wetab über 4h Stunden bei realistischen Messbedingungen durchgehalten, im Mittel sinds wohl mehr so 3,0 – 3,5h, wenn man dem Tab alles abverlangt, was es an Features bietet, d.h. Flashgames, HD, Multitasking, und den ohnehin leuchtschwachen Bildschirm auf max. Helligkait lässt, werdens auch mal schnell unter 2h.

    • Am 13. Januar 2011 um 23:33 von rudolf gottfried

      AW: Akku hält 5h ???
      Ich nutze seit einiger Zeit ein wetab 3g. Bei der Akkulaufzeit komme ich auch nur auf 3-4 h.
      Beim Netbook wiederspreche ich Ihnen aber. Zum einenn wollte ich ein Netbook in tabletform und kein normales Netbook. Zum anderen konnte ich kein Netbook finden, welches die gleiche Ausstattung bietet für den Preis des Wetab. Bei den Netbooks unter 300 Euro fehlen immer bestimmte Ausstattungen wie Umts, Bluetooth, Gps usw.

  • Am 19. Februar 2011 um 09:31 von W.

    hat meine Entscheidung zumindest "vertagt"
    Guter Bericht der sich nicht mit Unnötigem aufhält. Nach dem Bericht kann ich sagen dass es für mich für ein Tablett, welchen Herstellers auch immer, noch zu früh ist.

    Mein eeePC mit UBUNTU reicht mir im Moment für moiles Arbeiten aus. In 2 Jahren mag das anders aussehen.

  • Am 2. März 2011 um 09:31 von veratichnich

    We tab
    Süper teil, hab mir eins gekauft, 3G, hat sich in Frankreich im Urlaub sehr Bewehrt.
    Hab gleich XP drauf Gespielt auch mal LAN mit CS 1.6 (Half Life) gemacht, lief super (Mit Gamingmouse). Auch Akku OK. Werd Schauen Ob ich den Akku mit Kram aus dem Modellbau Aufrüste … n Neuen Prozessor Rein Haue… Na ja ist also sehr zu Empfehlen!!!

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