CES 2011: Fujifilm kündigt 16 neue Kameras an – HS20EXR, F550EXR & Co.

Klotzen statt kleckern: Fujifilm hat gestern Nacht auf der CES ganze 16 FinePix-Kameras angekündigt. Am interessantesten sind dabei drei Modelle, die einen neuen rückseitig belichteten CMOS-Sensor von Fujifilm nutzen: HS20EXR, F550EXR und F500EXR. Der 16-Megapixel-Chip soll die Vorteile von Fujifilms EXR-CCD-Sensoren mit den bisherigen BSI-Lichtfängern vereinen.

Wie die Sensoren, die beispielsweise in der F300EXR oder der F80EXR zum Einsatz kommen, bietet der EXR-BSI-CMOS-Chip die Möglichkeit, jeweils eine Hälfte der 16 Megapixel unterschiedlich zu belichten. Damit lässt sich in schwierigen Lichtverhältnissen der Dynamikbereich deutlich steigern, da die Kamera gleichzeitig ein über- und ein unterbelichtetes 8-Megapixel-Foto schießt und die beiden Aufnahmen miteinander kombiniert. Es entsteht quasi ein HDR-Bild ohne Mehrfachbelichtung. Bei schlechten Lichtverhältnissen lassen sich immer jeweils zwei Bildpunkte auf dem Sensor zusammenfassen – das erhöht die für eintreffendes Licht zur Verfügung stehende Fläche und reduziert – jedenfalls in der Theorie – das Bildrauschen.

Durch den Einsatz der CMOS- anstelle der CCD-Technologie ist der Sensor deutlich schneller. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit liegt bei acht Fotos pro Sekunde mit voller 16-Megapixel-Auflösung. Wer sich mit 8 Megapixeln zufriedengibt, wird mit elf Aufnahmen pro Sekunde belohnt. Die Geschwindigkeit zeigt sich auch im Videomodus. Bei 1920 mal 1080 Pixeln fangen die drei Kameras 30 Bilder pro Sekunde ein. Der Highspeed-Modus nimmt wahlweise 320 fps mit 320 mal 112 Pixeln, 160 fps mit 320 mal 240 Pixeln oder 80 fps mit 640 mal 480 Pixeln auf. Die schnelle CMOS-Technologie ermöglicht außerdem auch Tricks wie die Aufnahme von 360-Grad-Panoramen mit einem einzigen Kameraschwenk über das Motiv. Alle drei Kameras nehmen neben JPEG- auch RAW-Fotos auf und bieten manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit.

Die HS20EXR ist die Nachfolgerin der HS10 und damit eine ausgewachsene Bridgekamera. Das Objektiv bietet einen gewaltigen 30-fachen optischen Zoom, dessen Brennweitenbereich von 24 bis 720 Millimeter reicht. Zur Kontrolle des Zooms dient ein mechanischer Ring. Außerdem gibt’s einen mechanischen Bildstabilisator, der bei hohen Brennweiten oder langen Belichtungszeiten Verwacklern entgegenwirken soll. Auf der Rückseite der Kamera gibt es ein dreh- und schwenkbar aufgehängtes 3-Zoll-Display, bei starker Sonneneinstrahlung hilft der elektronische Sucher weiter. Bei der Energieversorgung setzt die HS20EXR auf AA-Batterien. Die Bridgekamera soll ab April 2011 zur unverbindlichen Preisempfehlung von 429 Euro in den Regalen stehen.

Die Fujifilm FinePix HS20EXR sieht aus wie eine DSLR, bietet aber keine Möglichkeit zum Objektivwechsel.
Die Fujifilm FinePix HS20EXR sieht aus wie eine DSLR, bietet aber keine Möglichkeit zum Objektivwechsel.

Die F550EXR und die F500EXR bieten „nur“ einen 15-fachen optischen Zoom, der einen Brennweitenbereich von 24 bis 360 Millimeter abdeckt, passen dafür aber auch in die Hosentasche. Die Kameras bringen einen mechanischen Bildstabilisator mit und verfügen über ein 3-Zoll-Display mit 460.000 Pixeln Auflösung (480 mal 320 Bildpunkte). Der einzige Unterschied zwischen den beiden Kompakten besteht im GPS-Empfänger, der Fotos mit dem Aufnahmeort versieht: die F550EXR bringt ihn mit, die F500EXR nicht. Beide Digicams sollen bereits im Februar erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung für die F550EXR liegt bei 329 Euro, für die F500EXR veranschlagt Fujifilm 299 Euro.

Sehen wir uns doch einmal an, was die übrigen 13 Kompaktkameras von Fujifilm können.

Fujifilm FinePix Z90

Wer eine schicke Touchscreen-Kamera sucht, ist bei der Z90 an der richtigen Adresse. Die 14-Megapixel-Kamera kommt in einem schlanken Metallgehäuse und bietet auf der Rückseite ein 3 Zoll großes, berührungsempfindliches Display im Breitbildformat. Touch-to-Shoot ist ebenfalls mit dabei: Der Fotograf hat die Möglichkeit, mit einem einzigen Fingertipp auf das Display die Kamera zum Fokussieren und Auslösen zu bewegen. Das fünffach vergrößernde Objektiv ist komplett im Gehäuse integriert, der Brennweitenbereich beginnt bei 28 Millimetern. Die Fujifilm FinePix Z90 soll ab Februar für 149 Euro im Handel erhältlich sein.

Schlanke und schicke Touchscreen-Kamera: Die Z90 bringt ein 3 Zoll großes, berührungsempfindliches Display mit.
Schlanke und schicke Touchscreen-Kamera: Die Z90 bringt ein 3 Zoll großes, berührungsempfindliches Display mit.

Fujifilm FinePix T200 und T300

Viel Zoom im kompakten Gehäuse für den kleinen Geldbeutel: Das ist die Devise der T200 und der T300. Die beiden Kameras verfügen über einen zehnfachen optischen Zoom und sollen mit einer Dicke von 2,8 Zentimetern trotzdem bequem in die Hosentasche passen. Der Brennweitenbereich der Objektive beginnt bei 28 Millimetern im Weitwinkel und endet bei 280 Millimetern. Um das Foto selbst kümmert sich schließlich jeweils ein CCD-Sensor mit 14 Megapixeln Auflösung. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Geschwistern liegt im Display: Der Bildschirm der 179 Euro teuren T300 misst 3,0 Zoll, die Anzeige der 169-Euro-T200 nur 2,7 Zoll. Beide Kameras sollen im März im Handel erhältlich sein.

Die T300 bietet einen zehnfachen optischen Zoom im kompakten Gehäuse - Anschaffungskosten: 179 Euro.
Die T300 bietet einen zehnfachen optischen Zoom im kompakten Gehäuse – Anschaffungskosten: 179 Euro.

Fujifilm FinePix XP20 und XP30

Die XP20 und die XP30 richten sich an Outdoor- und Action-Freaks: Die beiden Kameras sind bis fünf Meter Tauchtiefe wasserdicht, frostbeständig bis zehn Grad unter Null und überstehen Stürze aus bis zu 1,5 Metern Höhe. Wer während seinen Abenteuern zu beschäftigt ist, um sich den Aufnahmezeitpunkt zu merken, freut sich über den in der XP30 integrierten GPS-Receiver, der die Fotos mit den Koordinaten des Aufnahmeorts versieht. Bei der XP20 fehlt der GPS-Receiver – nachdem Fujifilm Deutschland zu diesem Modell noch keine Pressemitteilung versendet hat, ist allerdings unklar, ob sie überhaupt in Deutschland auf den Markt kommen wird. Ansonsten gibt es bei den Kameras weitgehend Standardkost: Sie bringen 14-Megapixel-CCD-Sensoren, 2,7 Zoll große Displays, fünffach vergrößernde Objektive und 720-Videoaufnahme. Die XP30 soll ab Februar zur unverbindlichen Preisempfehlung von 199 Euro in den Regalen stehen.

Die XP30 ist die erste wasserdichte Kamera für Consumer, die einen GPS-Receiver mitbringt.
Die XP30 ist die erste wasserdichte Kamera für Consumer, die einen GPS-Receiver mitbringt.

Fujifilm FinePix S2950, S3300 und S4000

Mit dem Trio S2950, S3300 und S4000 bringt Fujifilm schließlich noch drei Superzoom-Bridgekameras auf den Markt. Das günstigste Modell, die 199 Euro teure S2950, bietet einen 18-fachen Zoom. Die S3300 bietet eine 26-fache Vergrößerung und kostet 229 Euro. Die 249 Euro teure S4000 schließlich bringt einen 30-fachen optischen Zoom mit. Die günstigste Ausführung soll noch diesen Monat in den Regalen stehen, ihre beiden Schwestern sind ab März im Handel erhältlich. Alle drei Bridgekameras verfügen über 14-Megapixel-CCD-Sensoren, 3 Zoll große Displays, manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit und eine HD-Videofunktion.

Viel Objektiv für wenig Geld: Die S4000 verfügt über einen 30-fachen optischen Zoom und kostet "nur" 249 Euro.
Viel Objektiv für wenig Geld: Die S4000 verfügt über einen 30-fachen optischen Zoom und kostet „nur“ 249 Euro.

Fujifilm FinePix AV200, AX300 und JV200

Bei den Modellen FinePix AV200, AX300 und JV200 handelt es sich um Einsteiger-Kompaktkameras. Die drei Digicams bringen 14-Megapixel-CCD-Sensoren, 2,7-Zoll-Displays und eine Reihe von automatischen Aufnahmeprogrammen mit. Die AV200 und AX300 setzen bei der Stromversorgung auf AA-Batterien, die JV200 nutzt einen Lithium-Ionen-Akku. Während die AX300 über einen fünffachen optischen Zoom verfügt, geben sich die Modelle AV200 und JV200 mit einem dreifach vergrößernden Objektiv zufrieden. Fujifilm hat in Deutschland derzeit noch keine Pressemitteilungen zu den drei Modellen veröffentlicht – Erscheinungstermine und Preise sind noch unbekannt.

Fujifilm FinePix JX300 und JX400

Die FinePix-Modelle JX300 und JX400 richten sich an Einsteiger. Der Hauptunterschied zwischen den Kompakten liegt im CCD-Sensor, der bei der JX300 14 und bei der JX400 16 Megapixel auflöst. Ansonsten verfügen beide Kameras über ein fünffach vergrößerndes Objektiv mit einer Anfangsbrennweite von 28 Millimetern und einer größten Blendenöffnung von F2,6 im Weitwinkel. Die Bildschirme messen 2,7 Zoll, es gibt einen 720p-Videomodus, und zur Stromversorgung nutzen die Digicams Lithium-Ionen-Akkus. Die JX300 soll ab Februar für 119 Euro im Handel erhältlich sein, die JX400 ab April für 129 Euro den Besitzer wechseln.

Günstiges Einsteigermodell: Die JX400 bietet einen fünffachen optischen Zoom und einen 16-Megapixel-Sensor.
Günstiges Einsteigermodell: Die JX400 bietet einen fünffachen optischen Zoom und einen 16-Megapixel-Sensor.

So viele Kameras, aber dennoch werden einige Foto-Fans nach der Durchsicht der ellenlangen Liste enttäuscht sein. Denn zur auf der Photokina angekündigten Fujifilm FinePix X100, einer Kompaktkamera mit großem APS-C-Bildsensor und raffiniertem Hybrid-Sucher, gab es leider keine neuen Details.

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