Canon EOS 60D im Test: sehr gute Video-DSLR mit umständlicher Bedienung

Als vor gut zwei Jahren die EOS 50D als Nachfolgerin der EOS 40D auf den Markt kam, waren viele Canon-Fans etwas enttäuscht. Zwar stellte die DSLR damals ein äußerst solides Update dar, doch irgendwie fehlte ihr das gewisse Etwas. Jetzt ist die nächste zweistellige EOS-Kamera da. Ob Fotografie-Begeisterte bei der 60D einen Grund für Herzrasen haben, verrät der Testbericht.

Und tatsächlich: Canon hat an etlichen Ecken gebastelt und geschraubt. Zu erwarten waren ein höher auflösender Bildsensor, ein überarbeiteter Autofokus und der Full-HD-Videomodus. Das dreh- und schwenkbare Display dagegen fällt eher in die Kategorie „positive Überraschung“. Leider haben wir nicht nur Positives zu berichten. Es gibt ein paar Änderungen an der Bedienung, bei denen wir uns einfach die Lösungen gewünscht hätten, die Canon bei der EOS 7D gefunden hat.

Design

Die Canon EOS 60D macht einen sehr soliden, hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse ist absolut verwindungssteif, die Klappen und Abdeckungen wirken stabil. Der Handgriff ist großzügig dimensioniert und gibt mit seiner ergonomischen Form ein sehr sicheres Gefühl beim Fotografieren. Auf der Oberseite des Griffs sitzt ganz vorne der Auslöser, unmittelbar dahinter gibt es ein Rändelrädchen zum Konfigurieren von Aufnahmeparametern und zum Blättern durch die Menüs.

Hinter dem Einstellrädchen bringt Canon in einer Reihe vier Buttons für Autofokus, Serienbildmodus/Selbstauslöser, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungsmessung unter. Die Taste für die ISO-Empfindlichkeit weist mittig auf der Oberseite einen kleinen Nippel auf – das hilft beim blinden Finden. Hinter den Knöpfen sitzt ein kleines Display, das Informationen zu den gewählten Einstellungen für Autofokus, Aufnahmemodus, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsmessung, Belichtungszeit, Blende und Belichtungskorrektur bereithält. Außerdem zeigt es den Akkustand und die Zahl der verbleibenden Fotos an. Rechts vor dem Mini-Bildschirm gibt es eine Taste zum Aktivieren der Displaybeleuchtung.

Mittig auf der Oberseite ist die Spiegelhutze angebracht, auf deren Oberseite sich Zubehörschuh und Ausklappblitz befinden. Links daneben bringt Canon das Modusrädchen unter, das die üblichen halbautomatischen und manuellen Aufnahmemodi mitbringt: manuell (M), Blendenpriorität (Av), Zeitpriorität (Tv) und Program (P). Für den Bulb-Modus gibt es einen eigenen Slot (B), außerdem findet sich auf dem Moduswahlschalter noch ein Slot für benutzerdefinierte Einstellungen (C). Weiter bietet das Drehelement noch eine Automatik, eine kreative Automatik, einen Blitz-aus-Modus, fünf Szenenprogramme sowie einen Videomodus. Leider ist es nicht möglich, das Rädchen um 360 Grad zu rotieren – wer vom einen zum anderen Ende springen möchte, muss es einmal komplett herumdrehen. Bei häufigem Wechsel geht das tierisch auf die Nerven.

Wer vom Videomodus zum frei konfigurierbaren Slot wechseln möchte, muss das Modusrädchen fast um 360 Grad drehen.
Wer vom Videomodus zum frei konfigurierbaren Slot wechseln möchte, muss das Modusrädchen fast um 360 Grad drehen.

Unglücklicherweise unterstützt das Setting für die benutzerdefinierten Einstellungen viele Parameter für den Videomodus nicht – so ist es beispielsweise nicht möglich, ein auf dem Moduswahlschalter ein Video-Preset abzuspeichern. Man kann zwar Fotoeinstellungen etwa für das Aufnahmeprogramm Blendenpriorität abspeichern und hier dann die Videoaufnahme über die Record-Taste auf der Rückseite starten, doch hier übernimmt die 60D beispielsweise die im Videomodus gewählte Auflösung beziehungsweise Bildrate nicht.

Der Moduswahlschalter bringt auf der Oberseite eine Sperr-Taste mit – das Rädchen lässt sich nur verdrehen, wenn man sie gedrückt hält. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, wurde aber von vielen Fotografen gewünscht. Canon rüstet ältere DSLRs wie die 5D Mark II, die hier keine Arretierung bietet, auf Wunsch mit einem sperrbaren Modusrädchen auf. Unterhalb des Drehelements befinden sich Ein/Aus-Schalter und Löschen-Taste.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Canon EOS 60D im Test: sehr gute Video-DSLR mit umständlicher Bedienung

  • Am 15. September 2011 um 23:37 von Alexander Schmidt

    Schnell, Schick, Scharf
    Also ich muss schon sagen,
    dass ich sehr sehr skeptisch war bezüglich des Objektives. Alle meine Vorredner ließen nicht viel gutes an dem 17-85mm. Ich dachte auch über das 15-85mm nach, doch der Preis war einfach zu hoch.

    Kamera für guten Preis in einem "geilen" Laden gekauft, dann musste ich noch eine Woche warten, bis ich sie endlich einschalten konnte (Geburtstagsgeschenk. Ich war vollkommen platt. Es mag zwar meine erste DSLR sein, doch ich habe schon mit vielen Fototgrafiert und die Fotos auch bearbeitet. Also erst mal pro:
    + 1a Verarbeitung, Tolles Profidesign
    + Sehr stabiles Gehäuse
    + Trotz des höheren Gewichts top handling
    + Rasend schnelle, scharfe Fotos (Sport/Programmautomatik Reihenaufnahme High)
    + 3 Axis-Display, gestochen scharf und brilliant, entspiegelt
    + Schnelle, komfortable Bedienung durch Zweitdisplay auf der Kamera, zwei Drehräder (oben/ rückseitig) und zahlreiche, gut beschriftete Tasten
    + IR-Fernauslöserschnittstelle
    + Drahtlos-Blitzsteuerung
    + Interner RAW-Konverter mit Schnellbearbeitung
    + SDXC-Unterstüzung, super schnelle Schreibraten (SanDisk Extreme III/Extreme Pro wird auch wirklich ausgelastet)
    + Gute Full HD-Movies, Mikroanschluss (3,5mm Stereo Klinke)
    + Akku hält ewig (1500 Fotos)
    + Schneller, treffsicherer Autofokus
    + Bildstabilisiert, Ultrasonic mit sofortiger manueller Fokusierung (Echter USM), Leise
    + Objektiv stabil und gut zu bedienen
    + Großer Weitwinkel

    Es gibt sehr wenig Leute, denen diese Kamera nicht reichen würde. Vom Gehäuse gesehen. Das Objektive ist ein guter Deal, wenn auch mit einigen Mankos. Doch dass scheint bei EF-S allgemein der Fall zu sein und das könnte man vermutlich ohnehin nur mit einem L-Objektiv umgehen. Aber das Preis-/Leistungsverhältnis ist bei Kamera top und beim Obejktiv gut. Auch das EF-S 18-135mm (getestet an 550D) ist empfehlenswert, hat aber weniger Weitwinkel und Makroeignung, dafür mehr Tele und geht schon in den Breich mittleres Tele. Es hat auch keinen USM. Die Verzeichnung ist bei beiden heftig, dass Bild lässt sich mit der mitgelieferten Software ohne weiteres durch die Verzeichnungskorrektur und mit ein wenig Nachschärfen aufarbeiten. Auch dei Vignettierung ist akzeptabel.
    Jetzt kommen wir zu den wenigen, aber dennoch nicht unwichtigen Nachteilen:
    – Kein Ring-USM (aber in der Preisklasse recht unwesentlich)
    – Kein Movie-AF
    – Mäßige bis starke Verzeichnung
    – Mäßige Vignettierung
    – Intigriertes Mikrofon mangelhaft
    – Gegenlichtblende fehlt
    – Schneckengang des Objektive recht leichtgängig, zu leichgängig

    Trotzdem klare Kaufempfehlung. Voralledingen der geringe Presiunterschied zur 550D macht Hunger auf diesen Leckerbissen. Ein Blitz ist dazu noch zu empfehlen, ich habe gleich einen Canon Speedlite 580EX II dazu gekauft. Von Lichtleistung, Verarbeitung, Funktionen und Bedienung erste Wahl…aber das ist eine andere Rezesion. Und wer mit dem Ding filmen möchte, was trotzt des fehlenden AFs kein Fehler wäre, sollte sich ein Mikrofon dazu kaufen ob stereo oder Mono, muss man selber entscheiden. Zwischen 80 und 300€ kann sowas kosten. Und die tote Katze nicht vergessen…

    Wenn Sie dieses Fernsehgerät kaufen wird, schlage ich zum Bestpreis bei: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0040X44W8/osc-angebot-21

    • Am 3. Januar 2013 um 12:39 von Christian Peter

      Für alle, die mit der Canon 60D filmen möchten : Hände weg von dieser Kamera ! Da der Autofocus im Videomodus nicht funktioniert, muss manuell scharf gestellt werden, was in der Praxis (zumindest bei sich bewegenden
      Motiven) zu unbrauchbaren Ergebnissen führt.

    • Am 29. Juli 2013 um 16:33 von Glubberer123

      Vielen Dank für die ausführliche Bewertung… :) Aber Ihr Kommentar mit dem fehlenden Autofukus im Moviemodus ist leider kompletter Schwachsinn! Es ist grundsätzlich NIE zu empfehlen den Autofukus einer DSLR zum Filmen zu verwenden. Dafür gibt es Camcorder… Schöne Grüße! :)

  • Am 12. Oktober 2011 um 01:42 von miller

    @ Alexander
    Den Metz Mecablitz 50 AF-1C kann ich auch empfehlen. Preis/Leistung ist da sagenhaft!

  • Am 3. Januar 2013 um 12:37 von Christian Peter

    Für alle, die mit der Canon 60D filmen möchten : Hände weg von dieser Kamera !
    Da der Autofocus im Videomodus nicht funktioniert, muss manuell scharf gestellt
    werden, was bei sich bewegenden Objekten zu unbrauchbaren Ergebnissen
    führt.

    • Am 29. Juli 2013 um 16:34 von Glubberer

      Keine DSLR hat einen brauchbaren AF im Moviemode!!! Man muss das manuell scharfziehen einfach nur lernen!!!

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