Mittelklasse-Android-Handy im Test: LG Optimus One P500

Das LG Optimus One verspricht den vollen Funktionsumfang eines Smartphones inklusive mächtig gefülltem App Store zum Preis eines Mittelklasse-Handys: 200 Euro für 3,2-Zoll-Touchscreen, WLAN, GPS, Navigation & Co. klingen nach einem guten Angebot. Wir haben getestet, ob der neueste Spross der Koreaner in der Praxis überzeugt.

Das letzte LG-Handy mit Googles Android-Betriebssystem, das wir auf dem Tisch hatten, war das Optimus Chic. Wobei der Name nur zur Hälfte passt. Optimus können wir gerade noch so durchgehen lassen, Chic aber definitiv nicht. Denn das Gerät sieht aus wie ein billiger iPhone-Klon aus China. Dass die LG-Designer auch anders können, haben sie schon bewiesen – beispielsweise mit dem GD880 Mini. Ganz so sexy ist der neueste Spross der Koreaner, das Optimus One, zwar bei weitem nicht. Aber das Handy kann sich durchaus sehen lassen, wirkt hochwertig und kommt mit Googles Android-Betriebssystem.

Wer einen Preisvergleichsdienst bemüht, bekommt das Optimus One ab sofort schon für um die 200 Euro.

Design

Auf den ersten Blick erinnert das Optimus One etwas an den alten HTC Touch – damals noch mit Windows Mobile 6.5. Es ist also ein ganz normales Touchscreen-Smartphone ohne großartige Design-Allüren. Das ist gut, weil unauffällig – und passt perfekt zu diesem Handy: alles solide und keine Überraschungen. Sowohl optisch, als auch technisch.

Im Detail wird die Oberseite von der großzügig dimensionierten Echtglasscheibe dominiert, unter der das 3,2 Zoll große LC-Display seinen Platz gefunden hat. Oberhalb der Anzeige, aber noch innerhalb der Glasfläche, prangt das silberne LG-Logo, darüber hat der Lautsprecher seinen Platz gefunden. Auch unterhalb des Displays zieht sich die Scheibe noch ein Stück in das Gehäuse. Hier könnte man fast Soft-Touch-Tasten erwarten, doch die LG-Entwickler haben sich gegen die berührungssensitiven Flächen entschieden und stattdessen vier mechanische Knöpfe integriert. Gute Entscheidung, finden wir, denn die mechanischen Buttons löst man längst nicht so oft versehentlich aus. Ganz links unten sitzt der Menüknopf, danach folgt eine Art großer Wippschalter, der Home- und Zurücktaste trägt. Rechts davon befindet sich die Lupe für die Suche. Einen Trackball oder einen optischen Sensor gibt es allerdings nicht. Ein Fauxpas, finden wir. Denn wer beispielsweise eine SMS tippt und einen Fehler ausbessern möchte, muss die entsprechende Stelle im Text mit dem Finger anvisieren – und das klappt mehr schlecht als recht. HTC beispielsweise hat seinem Desire HD eine Vergrößerungsfunktion zum Zielen spendiert, um dieses Problem zu umgehen. Aber soetwas gibt es bei LG ebensowenig wie virtuelle Cursor-Tasten.

Die Oberseite besteht abseits der Glasfläche aus schwarzem, gummiertem Kunststoff. Der Rahmen des Geräts ist silbern und wirkt, als wäre er aus Metall. Doch ein Blick unter den Akkudeckel verrät es: Hier kommt „nur“ silbern lackierter Kunststoff zum Einsatz. Immerhin scheinen sowohl Material als auch Lack recht solide zu sein. Das könnte halten und auch eine längere Zeit hübsch aussehen. Auf der rechten Seite hat der Wippschalter zur Regelung der Lautstärke seinen Platz gefunden. Den ansonsten bei vielen Handys üblichen Auslöser der Kamera weiter unten vermissen wir allerdings. Weiter geht es auf der Unterseite, wo sich Micro-USB-Buchse und Mikrofon verbergen. Die linke Seite des One ist komplett nackt. Ganz oben haben die Klinkenbuchse zum Anschluss von Standardkopfhörern oder dem mitgelieferten Headset sowie der Ein-Aus-Lock-Taster ihren Platz gefunden.

Die Rückseite ist ähnlich unauffällig wie der Rest des Handys: viel schwarzer, gummierter Kunststoff. Das sieht ordentlich aus und fühlt sich wertig an. Nur der Google-Schriftzug und die Linse der 3-Megapixel-Kamera durchbrechen die ansonsten so glatte Fläche. Einen Blitz oder eine Foto-LED gibt es leider nicht.

Das mitgelieferte Headset macht übrigens längst keinen so wertigen Eindruck. Es besteht aus nacktem, schwarzen Plastik und wirkt etwas so, als hätte LG beim Verpacken des Handys die zugehörigen Ohrpolster vergessen.

Ausstattung

„Unauffällig“ bleibt auch in dieser Kategorie die Devise. Das Optimus hat alles drin, was zu einem anständigen Smartphone gehört. Es reiht sich aber auch nicht in die Handy-Spitzenklasse ein. Kein Wunder, denn für entsprechende Geräte wird locker der dreifache Preis fällig. So funkt das Handy dank Quad-Band-GSM quasi weltweit in den Mobilfunknetzen und hat auch unterwegs dank UMTS und Download-Turbo HSDPA eine flotte Internet-Verbindung. Wer Youtube-Videos oder ganze Bildergalerien hochladen möchte, sollte aber lieber auf einen WLAN-Zugang warten, denn der Upload-Turbo HSUPA fehlt. Wer möchte, kann den Internet-Zugang über das Handynetz auch vollständig abschalten.

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