Auf der CES in Las Vegas hat Motorola Anfang Januar sein neues Über-Smartphone vorgestellt: das Atrix. Zu den unübersehbaren Highlights gehört sicherlich das optionale Zubehör, aber in diesem Testbericht konzentrieren wir uns ausschließlich auf das Atrix an sich – und darauf, ob es unterm Strich der bessere Kauf im Vergleich zu anderen ähnlich ausgestatteten Smartphones wie dem Samsung Galaxy S2 oder dem LG Optimus Speed ist.

Inzwischen ist klar: Das Android-Smartphone wird in den USA beim Provider AT&T spätestens ab dem 6. März zu haben sein – also in knapp zwei Wochen. Jenseits des großen Teichs kostet es mit Vertrag knapp 500 Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer, was etwa 363 Euro entspricht. Erfahrungsgemäß wird das Gerät hier allerdings die 500-Euro-Hürde deutlich überspringen.

Auch das optionale Zubehör wird nicht gerade günstig sein. Für das Laptop Dock, das ein Netbook aus dem Atrix macht, werden in Amerika ebenfalls 500 Dollar fällig, während das Entertainment Access Kit mit HDMI-Dock, Tastatur, Maus und Fernbedienung knapp 200 Dollar kosten soll. Über das ursprünglich als Webtop bekannte Dock für mobiles Arbeiten werden wir in den nächsten Tagen noch gesondert berichten.

Design

Die künstlerische Freiheit ist bei Touchscreen-Smartphones schon stark eingeschränkt: Die Oberseite solcher Geräte besteht zwangsläufig aus einer mehr oder weniger großen, glatten Fläche, die im Idealfall mit Glas überzogen ist. Drumherum gibt es nur wenig Spielraum für die Designer, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Die Motorola-Entwickler haben in diesem Punkt ein eher glückliches Händchen gehabt. Das Atrix fällt zwar nicht auf den ersten Blick aufgrund seiner außergewöhnlichen Formen auf, aber es ist attraktiv, schlank und leicht. Es misst knapp 11,8 mal 6,4 Zentimeter, baut 11 Millimeter hoch auf und bringt 135 Gramm auf die Waage. Damit wiegt es fast das gleiche wie das iPhone 4 und überragt das Apple-Smartphone leicht auf allen Seiten. Dank der abgerundeten Kanten liegt es gut in der Hand.

Im Gegensatz zum Apple-Handy und auch zu den anderen neuen Motorola-Smartphones wirkt das Atrix aber vor allem haptisch nicht so wertig. Es ist zwar stabil und hinterlässt einen soliden Eindruck, aber Glas und Metall oder auch nur ein Soft-Lack auf dem Kunststoff hätten hier viel gebracht, um dem Dual-Core-Smartphone etwas mehr Premium-Feeling einhauchen zu können.

Auf der Vorderseite befindet sich der 4 Zoll große, kapazitive Touchscreen. Das LCD-Panel darunter löst mit 960 mal 540 Pixeln fast so viele Bildpunkte auf wie das des iPhone 4 (960 mal 640), das allerdings auch aufgrund der kleineren Diagonale (3,5 Zoll) noch etwas schärfer wirkt. Dennoch kann sich die Atrix-Anzeige durchaus sehen lassen. Inhalte werden scharf und brillant dargestellt. Bei direkter Sonneneinstrahlung geht zwar etwas von der Brillanz verloren und wirken wie ausgewaschen, aber immerhin: Man kann noch alles erkennen.

Der Touchscreen reagiert sehr sensibel auf Nutzereingaben, und die Software setzt Wischbewegungen & Co. schnell in die Tat um. Auch das automatische Umschalten zwischen Hoch- und Querformat erfolgt angenehm flott. Daran hat sicherlich auch der Dual-Core-Prozessor Tegra 2 von Nvidia seinen Anteil. Unterm Strich profitiert das Atrix davon stark, denn es ist so reaktionsschnell und macht bei der Benutzung so viel Spaß wie kaum ein anderes aktuelles Smartphone. Mitbewerber mit einem Single-Core-Gigahertz-Prozessor können da auf jeden Fall nicht mithalten.

Unterhalb der Anzeige finden sich die üblichen Android-Tasten für Menü, Home, Zurück und Suche. Rechts am Gehäuse sitzt der Wippschalter zur Regelung der Lautstärke, während links die Anschlüsse für USB und HDMI ihren Platz gefunden haben – jeweils in der Miniaturausführung, versteht sich. Auf der Rückseite hat die Linse der 5-Megapixel-Kamera samt Doppel-LED-Blitz ihre Position. Der Ein-Aus-Locktaster sitzt oben mittig, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig erscheint – zumal die Taste auch vergleichsweise groß ausgeführt ist. Der Clou: Im Knopf ist ein Fingerabdruckleser integriert. Wer ihn in den Sicherheitseinstellungen des Atrix aktiviert, kann das Handy mit einer Bewegung zunächst aus dem Schlaf reißen und danach mit einem Wisch über den Sensor direkt entsperren.

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