Neue MacBook-Pro-Generation mit Core i5 & i7, AMD-Grafik und Thunderbolt

Apple hat gestern die neue Generation der Pro-MacBooks vorgestellt. Entgegen erster Mutmaßungen hat sich an der Optik nichts geändert, aber dafür ist unter der Haube alles neu: Im Inneren kommen nun die aktuellen Core-i5- und Core-i7-Prozessoren von Intel zum Einsatz, dazu gesellt sich eine neue Schnittstelle namens Thunderbolt. Bei den großen Modellen gibt es darüber hinaus eine flotte Radeon-Grafikkarte.

Apple hat seine MacBook-Pro-Reihe aktualisiert. Es gibt fünf neue Versionen, zwei mit 13 Zoll, zwei mit 15 Zoll und eine mit 17 Zoll Bildschirmdiagonale. Wer die aktuelle Produktpalette des Unternehmens nicht gerade in- und auswendig kennt, wird die neue Generation auch auf den zweiten Blick nicht vom Vorgänger unterscheiden können. Es kommt das bekannte und bewährte Unibody-Aluminiumgehäuse zum Einsatz, das aus einem Stück gefräst wird. Gerüchte, nach denen Apple die Optik ein Stück in Richtung der frischen MacBook-Air-Generation hätte schieben wollen, haben sich also nicht bewahrheitet.

Viel getan hat sich dafür unter der Haube. Die Neuvorstellungen sind mit Intels aktuellen Sandy-Bridge-Prozessoren der Reihen Core i5 und i7 ausgestattet. Die noch relativ frische MacBook-Air-Generation kommt dagegen mit den „alten“ Core-2-Duo-Chips, wofür Apple bei der Vorstellung mächtig Kritik einstecken musste.

Immer an Bord der Notebooks mit neuen Intel-Prozessoren ist die integrierte Grafiklösung vom Typ HD 3000. Die größeren Modelle der Apple-Neuvorstellungen mit 15- und 17-Zoll-Display sind darüber hinaus mit einer dedizierten Grafiklösung ausgestattet – das ist ein Novum bei den MacBooks. Außerdem neu ist der Hersteller der GPU: Bislang waren die MacBooks der Pro-Serie mit Nvidia-Chips ausgestattet, nun kommt die Konkurrenz in Form von AMD-Radeon-Grafikkarten zum Zuge. In der Praxis ist das vor allem für die Käufer des 13-Zoll-Modells nicht unbedingt ein gigantischer Schritt nach vorne – bislang kam hier nämlich ein Nvidia-Chip im Einsatz. In ersten Tests unserer Kollegen von CNET.com wird klar, dass die kleinen Apples beim Spielen damit keine Wurst vom Brot ziehen. Während Bejeweled 3 noch spielbar ist, laufen auch nur etwas anspruchsvollere 3D-Games wie Call of Duty 4 oder Portal nur mit Einschränkungen. Andere Titel wie Civilization V sind unspielbar: Grafikfehler entfernen bei unseren Tests den Text aus allen Menüpunkten.

Außerdem hätten wir uns vor allem beim 13-Zöller mehr vom Display versprochen. Mit einer Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln überbieten sogar die flachen MacBook-Air-Modelle im gleichen Formfaktor die Neuvorstellung: Sie bringen auf ihren 13-Zoll-Anzeigen 1440 mal 900 Pixel unter. Dafür haben die Entwickler die Auflösung der überm Display integrierten Webcam um den Faktor drei erhöht. Uns wäre das Mehr an Punkten beim Monitor allerdings deutlich lieber gewesen. Die neuen Modelle bringen übrigens die Apple-eigene Video-Telefonie-Software FaceTime mit, die wir schon vom iPhone 4 her kennen. Wer das Programm nutzen möchte, ohne gleich ein neues Notebook zu kaufen, bekommt es bei älteren Modellen für 99 Cent im App Store.

Der Preis des Notebooks ist übrigens unverändert: Das Einsteiger-Modell aus der Pro-Serie wechselt den Besitzer ab 1149 Euro. Vor allem durch Extras wie mehr Arbeitsspeicher oder SSD-Speicher lassen sich die Kosten aller Modelle aber schnell in schwindelerregende Höhen treiben. Das Top-Modell im 13-Zoll-Format ist 300 Euro teurer und unterscheidet sich vor allem beim Prozessor: Statt des 2,3 GHz schnellen Core i5 kommt ein mit 2,7 GHz getakteter Core i7 zum Einsatz.

Die fünf neuen MacBooks Pro kosten in der Basiskonfiguration zwischen 1149 und 2499 Euro (Bild: Apple).
Die fünf neuen MacBooks Pro kosten in der Basiskonfiguration zwischen 1149 und 2499 Euro (Bild: Apple).

Der größte Unterschied der 15- und 17-Zoll-Variante ist die zusätzliche, dedizierte Grafikkarte. In allen Modellen kommt eine AMD Radeon HD 6750M zum Einsatz – allerdings nur dann, wenn sie auch wirklich gebraucht wird. Für Office & Co. nutzen die neuen MacBooks wie das 13-Zoll-Modell die integrierte HD 3000 von Intel. Nur, wenn wirkliche Grafikpower nötig ist, schaltet sich die leistungsfähige GPU hinzu.

Für mehr Power sorgen auch die Prozessoren. Sie sind mit 2,0 respektive 2,2 GHz zwar langsamer getaktet als das Top-Modell im 13-Zoll-MacBook, bringen aber vier statt zwei Rechenkerne mit. In der Praxis ist die Beschleunigung durchaus merklich. Unsere Kollegen von CNET.com berichten von ähnlichen Boot- und Aufwachzeiten, wie es das MacBook Air zu bieten hat – das seinen Geschwindigkeitsvorteil allerdings aus dem SSD-Speicher zieht. Der kostet übrigens auch bei den großen MacBooks Aufpreis, und zwar deftig: Für eine 512-GByte-Version verlangen Steve Jobs und seine Mannen 1200 Euro. Und damit mehr als für ein 13-Zoll-MacBook-Pro in Grundausstattung.

Bei den größeren Modellen gibt’s mehr Auswahl, was die Displays angeht. Der 15-Zoller kommt standardmäßig mit der Auflösung des 13-Zoll-MacBook-Air daher, also mit 1440 mal 900 Pixeln. 100 Euro mehr sorgen für hübschere 1680 mal 1050 Punkte – und noch einmal 50 Euro mehr machen aus dem glänzenden Spiegeldisplay ein mattes. Der 17-Zöller löst standardmäßig Full-HD mit 1920 mal 1200 Pixeln auf – wer 50 Euro investiert, bekommt auch hier ein mattes Display-Panel.

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