Canon EOS 600D im Test: hervorragende Mittelklasse-DSLR für Video-Begeisterte

Wer die EOS 60D zu ihrem Erscheinen nicht für überteuert gehalten hat, wird’s spätestens jetzt tun: Mit der EOS 600D bringt Canon die kleine und an der UVP gemessen 300 Euro günstigere Schwester auf den Markt, die fast die gleiche Ausstattung mitbringt. Aktuell liegen zwischen den beiden DSLRs nur noch 150 Euro. Inwiefern sich die beiden Modelle unterscheiden und ob Canon mit der 600D an die gute Leistung der 60D anknüpfen kann, verrät der Testbericht.

Legt man die Datenblätter von der 600D und der großen Schwester 60D nebeneinander, scheinen die Unterschiede marginal zu sein. Im Wesentlichen wirkt sich der Sparkurs auf die Qualität des Gehäuses und auf die gedrosselte Serienbildgeschwindigkeit aus. Autofokus und optischer Sucher der 60D sind etwas besser – aber das war es dann auch schon. Unterhalb der EOS 600D steht deren Vorgängerin 550D mit gleichem Bildsensor, aber ohne flexiblem Display und mit weniger Automatik-Funktionen.

Design

Auf den ersten Blick sieht die 600D ihrer Vorgängerin zum Verwechseln ähnlich. Sie ist gerade einmal 40 Gramm schwerer als die 550D und einen Hauch größer. Zum Teil ist dafür sicherlich der Dreh- und Klappmechanismus des erfreulich hellen und klaren 3,0-Zoll-Displays verantwortlich. Die Kamera fühlt sich sehr robust an und liegt gut genug in der Hand, um sich auch beim einhändigen Fotografieren noch sicher zu fühlen. Auch mit großen und schweren Objektiven wirkt die 600D noch gut balanciert. Das griffige Kunststoffgehäuse fühlt sich leider etwas billig und nach Plastik an.

Lästig: Zwischen manuellem Aufnahmeprogramm und Videofunktion liegen auf dem Modusrädchen elf andere Einstellungen.
Lästig: Zwischen manuellem Aufnahmeprogramm und Videofunktion liegen auf dem Modusrädchen elf andere Einstellungen.

Die optischen Sucher von Canons dreistelligen EOS-DSLRs haben bei uns noch nie Begeisterungsstürme ausgelöst. Sie sind klein und bieten keine besonders starke Vergrößerung. Dass der optische Sucher der 600D eine etwas geringere Vergrößerung bietet als der der 550D (0,85- gegenüber 0,87-fach) wäre uns ohne Blick ins Datenblatt nicht aufgefallen. Besser macht es das kleine Guckloch aber sicherlich nicht. Außerdem sind die Autofokuspunkte recht klein und blinken nur sehr kurz auf – bei sehr kontrastreichen Motiven fällt es schwer, die Fokussierung nachzuvollziehen.

Canon hat das Tastenlayout der EOS 550D zum allergrößten Teil übernommen. Lediglich der Display-Button ist nach oben gewandert und wurde durch eine Info-Taste ersetzt. Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Auf der Rückseite befinden sich dedizierte Tasten zum Aktivieren des Live-View-Modus und Starten der Videoaufnahme sowie für Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Autofokusart, Serienbildmodus und Selbstauslöser, Picture Style, Belichtungs- und Fokussperre sowie Fokusbereich.

Zum Schutz vor Kratzern beim Transport lässt sich das 3,0 Zoll große Display auch verkehrtherum zuklappen.
Zum Schutz vor Kratzern beim Transport lässt sich das 3,0 Zoll große Display auch verkehrtherum zuklappen.

Neben den dedizierten Tasten bietet auch das interaktive Display die Möglichkeit, auf diese Einstellungen zuzugreifen. Zusätzlich finden sich hier noch weitere Parameter wie Belichtungsmessungsart, Blitz oder Bildqualität. Einige der Bedienelemente auf der Rückseite fühlen sich leider etwas zu flach an und bieten kein ausreichendes haptisches Feedback.

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Canon EOS 600D im Test: hervorragende Mittelklasse-DSLR für Video-Begeisterte

  • Am 25. März 2011 um 11:32 von MMRKS

    Serienbildgeschwindigkeit
    (kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
    Ich glaube da hat sich ein Fehler eingeschlichen.

    • Am 25. März 2011 um 11:43 von Stefan Möllenhoff

      AW: Serienbildgeschwindigkeit
      Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis. Jetzt ist schneller wieder besser :-)

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Am 28. März 2011 um 13:59 von Matti

    Naja, geht so
    Also, alle neuen Funktionen sind keine echten Bringer. Zusätzliche Automatikfunktionen bevormunden nur den Fotografen. Ist eher was für Menschen, die keine Ahnung haben. Live-View braucht eigentlich auch kein Fotograf. Nur ein Kompaktkamera-Nutzer muss das haben. Aufgrund der langsamen Scharfstellzeit auch völlig uninteressant. Deshalb ist mir auch der Schwenkmonitor völlig egal. Video? Kein Bedarf. Lustig auch die Schwachsinns-Kreative-Filter-Darstellungen (übernommen von der 60D): Spielzeugkamera, Miniatureffekt usw. Wer das braucht, ist schon echt arm dran. Erstmal macht man ein gescheites Foto und wenn man einen Effekt braucht, nimmt man ein Bildbearbeitungsprogramm. Ich kenne Leute, die haben sich eine EOS 450 oder 500D gekauft und haben das Modusrad immer auf Vollautomatik stehen. Hier wird jede Kreativität im Keim erstickt. Die Spiegelreflexkameras verkommen immer mehr zu Kompaktkameras mit wechselbaren Objektiven. Und das Schlimme daran, viele von den Käufern haben noch nie ein anderes Objektiv ausprobiert. Wer eine 500 oder 550 D hat, für den ist die 600D kein Kaufgrund.

    • Am 23. August 2011 um 15:29 von Jürgen

      AW: Naja, geht so
      Zitat: Die Spiegelreflexkameras verkommen immer mehr zu Kompaktkameras mit wechselbaren Objektiven.

      Na und? Es bleiben für den "Fotografen" ja noch genug Vollformat SLRS übrig! Warum sollen sich "Aufsteiger", die nur eine bessere Bildqualität und sich nicht erst mit allen Möglichen Einstellungen herumquälen wollen um schnell ein Foto machen zu können, sich nicht daran erfreuen können?
      Die Marketingabteilungen aller Hersteller haben den Trend gemacht um auch noch den letzten Hobbyknipser eine – natürlich viel teurere – SLR verpassen zu können.

    • Am 18. Dezember 2011 um 21:35 von Wilfried Pötz

      AW: Naja, geht so
      Alles schön und gut, wenn man eine Kompaktkamera hat und sich verändern will? Welche dann? Früher vor ca 40 Jahren mit Spiegelreflexkamera fotografiert. Und heute? Alternativen?

    • Am 16. Mai 2012 um 12:25 von Höng C.

      AW: Naja, geht so
      Ich finde das sie vollkommen recht haben,die sollten den ganzen Firlefanz weglassen und den optischen Sucher besser ausbauen, der ja eh mickrig ausfällt.
      Und wer Vollautamatiken liebt oder filmen möchte sollte sich Kompaktkameras kaufen oder eine Filmkamera.
      Wer sich eine Spiegelreflex kaufen möchte sollte auch mit ihr umgehen können.

  • Am 4. Juni 2012 um 10:31 von patrik

    AW-Naja, geht so
    Demnach ist die 600D nicht geeignet als Einsteiger Spiegelreflex ? Mir raucht bald mal der Kopf jeder schreibt,erzählt was anderes angefangen von Top-Flop Einsteiger SLR.

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