Firefox 4 für Android: etwas lahm, aber hübsch

Knapp eine Woche nach der Veröffentlichung der vierten Version des Firefox-Webbrowsers für PC und Mac hat nun auch die mobile Variante des Browsers ihre Beta-Phase verlassen und ist als offizielle Version für Android-Nutzer zu haben.

Mit seinen knapp 14 MByte gehört der Browser jedoch zu den Schwergewichten seiner Klasse. Wer da erstmal etwas Platz im internen Speicher seines Android-Smartphones schaffen muss, bekommt mit den Apps Move2SD Enabler, aCCleaner und App 2 SD drei nützliche Tools. Ist der Firefox dann einmal installiert, lässt er sich auch auf die SD-Karte verschieben.

In Sachen Ausstattung und Bedienung sind die mittlerweile zum Standard gewordenen Funktionen wie Tabbed Browsing zum gleichzeitigen Aufrufen mehrerer Webseiten, automatischer Textumbruch und Pinch-to-Zoom mit an Bord. Das Vergrößern und Verkleinern per Fingergesten geht an sich auch ziemlich flüssig von der Hand, doch muss der Firefox immer etwas nachladen. Zwischen den offenen Fenstern wechselt der Smartphone-Besitzer über die Tool-Bar. Sie befindet sich am linken Bildschirmrand und öffnet sich per Fingerwisch.

Das Highlight des Firefox ist die Möglichkeit, Einstellungen, Lesezeichen, Passwörter und den Verlauf zwischen Smartphone und einem Rechner abzugleichen. Noch praktischer ist zudem die Möglichkeit, auch geöffnete Tabs zwischen PC und Mobiltelefon zu synchronisieren. So lässt sich beispielsweise zu Hause oder im Büro begonnene Arbeit auch bequem unterwegs weiterführen, ohne alle relevanten Fenster aufs Neue öffnen zu müssen. Nötig ist dafür das Add-On Firefox Sync, das auf dem Rechner installiert sein muss. Vorausgesetzt ist der Desktop-Browser in der Version 3.5 oder höher.

Um die Synchronisationsfunktion nutzen zu können, muss sich der Anwender noch ein kostenloses Benutzerkonto anlegen und sein Android-Smartphone in den Synchronisations-Einstellungen per Klick auf Verbinden und auf Ich bin nicht in der Nähe meines Computers hinzufügen. Das Synchronisieren funktioniert im Allgemeinen recht gut. Über den Firefox-Startbildschirm gelangt der Nutzer dann zu mehreren Tabs, die den Zugriff auf seine Lesezeichen samt Ordnerstruktur, seine Chronik und am Rechner geöffneten Fenster ermöglichen. Allerdings wird nur die URL einer Seite abgeglichen und muss dann auf dem Smartphone erneut geladen werden.

Warum sich der Firefox-Browser in der Android-Gemeinde etwas schwer tun wird, ist wohl auf seine fehlende Flash-Unterstützung und den im Vergleich zu anderen Browsern eher langsamen Seitenaufbau zurückzuführen. Das Open-Source-Programm ist zwar nicht so langsam, dass man ihn nicht benutzen könnte, aber seine Konkurrenten kommen spürbar schneller voran. Dafür unterstützt das Programm HTML5 und macht optisch einen guten Eindruck.

Zudem lässt sich der Firefox – wie der Dolphin Browser HD – mittels Add-ons erweitern und an den eigenen Geschmack anpassen. Praktisch ist auch die intelligente Such- und Adressleiste des Firefox. Sie macht beim Tippen Vorschläge aus häufig besuchten Seiten, Lesezeichen und Desktop-Tabs und erspart etwas an Tippaufwand. Zudem bringt der Firefox Toolbars zum schnellen Zugriff auf Suchmaschinen mit. Mit einem Klick sucht er so nach gerade eingetippten Begriffen über Google, Amazon oder Wikipedia. Bei Bedarf hat der Nutzer auch die Möglichkeit, weitere Suchen manuell hinzuzufügen.

Auch in Sachen Sicherheit hält Mozillas Browser ein praktisches Feature bereit. Relevante Sicherheitszertifikate zeigt er nach einem Klick auf das Symbol neben der Adressleiste auf einen Blick an. Zudem kann der Nutzer gespeicherte Passwörter je nach Webseite individuell vom Mobiltelefon löschen. Eine weitere nennenswerte Funktion ist die Möglichkeit, Webseiten mit einem Klick als PDF-Datei abzuspeichern.

Welchen Browser man nun im Endeffekt verwendet, hängt zum Großteil vom eigenen Surfverhalten ab und ist natürlich auch Geschmackssache. Wer den Firefox auch als Desktop-Browser verwendet und nicht unbedingt auf Flashunterstützung angewiesen ist, ist dank der Synchronisationsfunktion durchaus besser bedient, als mit der Konkurrenz. Abstriche bei der Geschwindigkeit muss der Nutzer dann jedoch in Kauf nehmen. Insgesamt erwartet man sich gerade von Mozilla doch etwas mehr – vor allem in Sachen Performance. Mit fehlender Flash-Unterstützung reicht es dann auch nur für 3 Sterne.

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