IP Webcam für Android: So wird das Smartphone zur Webcam

Wer beruflich viel durch die Weltgeschichte düst, ist auch ständig von seinen Liebsten getrennt. Aber immerhin gibt es ja noch die Möglichkeit, telefonisch in Kontakt zu bleiben oder sich SMS-Nachrichten zu schreiben. Doch warum unnötig die Telefonrechnung belasten, wenn es mit einem der vielen Chatprogramme auch wesentlich günstiger geht? Denn abgesehen von Internetgebühren ist das nämlich kostenlos.
Mit Skype, Yahoo-Messenger & Co. kann man sich dann auch per Video-Konferenz unterhalten und sein Gegenüber nicht nur hören, sondern auch sehen. Wer Skype oder Google+ auf seinem Android-Smartphone installiert hat, benötigt dafür nicht einmal einen Laptop und eine Webcam. Wirklich praktisch ist das jedoch nur, wenn das Smartphone auch über eine Front-Kamera verfügt. Wer andere Dienste nutzt oder dann doch lieber am Laptop mit seinen Liebsten chattet, kann sein Android-Smartphone mit Hilfe der App IP Webcam zu einer telefonkonferenztauglichen Kamera umfunktionieren, per WLAN mit dem Rechner verbinden und wie jede handelsübliche Webcam in Skype, MSN und Konsorten nutzen.

Damit der Computer das Smartphone auch als Webcam erkennt, muss neben der Android-App – dem Server – auch ein Treiber auf dem Rechner installiert sein. Der Entwickler der App empfiehlt die Software IP Camera DirectShow Filter für Windows- und das IP-Webcam-Skript für Linux-Nutzer.

Im nächsten Schritt startet der Smartphone-Besitzer den IP-Webcam-Server auf seinem Android-Gerät. Zuvor lassen sich noch Auflösung, Video-Qualität und Bildschirm-Orientierung festlegen, der Port ändern und bei Bedarf ein Passwort setzen. Wessen Smartphone eine Front-Kamera besitzt, der kann auch diese verwenden. Nach einem Klick auf Start Server wechselt die App dann in den Kamera-Modus.

Jetzt muss nur noch der Instant-Messenger konfiguriert werden. In Skype funktioniert das zum Beispiel in den Optionen unter Videoeinstellungen und Webcam-Einstellungen. Hier trägt der Nutzer unter dem Punkt Raw URL Mode die IP-Adresse seines Smartphones samt Port sowie der Endung /videofeed ein und gibt gegebenenfalls das gesetzte Passwort an. Dann kann es endlich losgehen. Kleiner Tipp: Damit Skype, Yahoo-Messenger & Co. die IP-Webcam erkennen, ist eventuell ein Neustart des Programms erforderlich. Ein Mikrofon braucht man dann leider trotzdem noch. Das liegt aber mehr am Windows-Treiber, als an der App selbst.

Die IP Webcam lässt sich jedoch nicht nur für Videotelefonie verwenden, sondern auch als Überwachungskamera. Das aktuelle Kamerabild kann der Nutzer dann samt Ton im Webbrowser oder in Mediaplayern wie dem VLC abrufen. Zudem besteht die Möglichkeit, Fotos in voller Auflösung mit Autofokus über den Browser zu schießen, das Kamera-Licht an- und abzuschalten oder den Ton aufzunehmen. Zum Verbinden gibt man einfach die IP-Adresse des Smartphones samt Port in den Browser ein. Damit man auch von außerhalb des WLANs auf die Webcam zugreifen kann, muss zusätzlich noch der entsprechende Port im Router freigegeben sein. Über die Browser-Verbindung findet sich dann auch nochmals eine Anleitung, wie sich die App mit Skype & Co. verwenden lässt.

IP Webcam ist kostenlos im Android-Market zu haben und läuft ab Android in der Version 1.6. Im Vergleich zu einer handelsüblichen Webcam schneidet die App gar nicht so schlecht ab. Nach anfänglichen Start-Schwierigkeiten und Ruckeln während der Übertragung, hat die IP Webcam mit den richtigen Einstellungen eine durchaus ordentliche Leistung abgeliefert. Am besten funktionierte die Videotelefonie mit einer Auflösung von 320 mal 240 Pixeln. Die Übertragung war dann auch einigermaßen flüssig, und die Verzögerung hielt sich im Rahmen. Unter Linux lief die IP Webcam leider nicht. Trotzdem erfüllt die App ihren Zweck. Ist die Software einmal eingerichtet, ist das Smartphone durchaus als Webcam-Ersatz zu gebrauchen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu IP Webcam für Android: So wird das Smartphone zur Webcam

  • Am 21. November 2014 um 10:24 von Michael

    Kann man die Bildübertragung auch abspeichern, sodass man sich die Aufzeichnungen später anschauen kann?

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