Was machen A, S, M & Co.?: So funktionieren die Aufnahmemodi von digitalen Kameras

Wer ausschließlich im Automatik-Modus knipst, hat es zwar leichter, verpasst aber das eine oder andere tolle Foto. Denn während es Anfangs sicherlich nicht verkehrt ist, der Digicam die ganze Arbeit zu überlassen, erzielt der Fotograf mit etwas Übung und den zahlreichen Aufnahmemodi zuverlässig bessere Ergebnisse. Wir erklären, welcher Modus für welchen Zweck am besten geeignet ist.

Wieso sollte man nicht jedes Foto im Automatik-Modus schießen? Die Antwort auf die Frage bekommt man, wenn man jetzt seine Digicam in die Hand nimmt und versucht, den herumtobenden Nachwuchs oder das quirlige Haustier zu fotografieren – und schießt anschließend eine Aufnahme mit Gegenlicht sowie eine bei sehr wenig Licht. Von den drei Aufnahmen gelingen vermutlich drei nicht besonders gut. Das lässt sich ändern.

Um die Funktionsweisen der Aufnahmeprogramme zu erläutern, benötigen wir ein paar grundlegende Begrifflichkeiten. Wer sich mit ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit & Co. bestens auskennt, kann diesen Abschnitt getrost überspringen und zu den nächsten Teilen weiterblättern, wo wir zunächst die auf den meisten Moduswahlschaltern befindlichen Programme erklären und uns anschließend den Funktionsweisen der verschiedenen Szenenprogramme widmen.

Verschluss

Den Verschluss einer Kamera kann man sich als kleines Türchen vorstellen, das Licht zum Bildsensor durchlässt – oder eben nicht. Eine lange Verschlusszeit (etwa fünf Sekunden) bedeutet, dass viel Licht zum Sensor durchdringen kann. Allerdings wird es ab einer gewissen Zeit unmöglich, freihändig unverwackelte Fotos zu schießen und bewegte Motive scharf abzubilden. Hier sind dann kurze Verschluss- respektive Belichtungszeiten erforderlich (beispielsweise 1/100 Sekunde).

Blende

Die Blende befindet sich im Objektiv und reduziert wie die Iris im Auge die durch die Linse ins Kamerainnere einfallende Licht. Eine große Blendenöffnung wird mit einer kleinen Blendenzahl beschrieben, etwa F1,4. F12 dagegen entspricht etwa einer recht weit geschlossenen Blende – wenig Licht dringt zum Bildsensor durch. Je größer die Blende geöffnet ist, desto kleiner ist die Schärfentiefe. Kleine Blendenöffnungen erfordern längere Belichtungszeiten und steigern somit die Verwacklungsgefahr, bilden aber auch einen größeren Teil des Motivs scharf ab. Im Gegensatz zur Verschlusszeit hat die Blende keinen Einfluss darauf, ob Fotos verwackelt oder unverwackelt geraten.

ISO-Empfindlichkeit

Der ISO-Wert bestimmt, mit welcher Empfindlichkeit der Sensor ausgelesen wird – also wie viele Lichtteilchen die Fotozelle zählen muss, bis ein Signal entsteht. Eine niedrige Empfindlichkeit wäre beispielsweise ISO 100 – hier sind lange Verschlusszeiten erforderlich, um ausreichend Licht auf den Sensor zu bringen. Dafür ist die Bildqualität aber auch besser als bei hohen ISO-Werten, denn hier sorgt die gesteigerte Empfindlichkeit für ein Bildrauschen. Günstige Kompaktkameras liefern in der Regel bis ISO 200 sehr gute Fotos, bessere Modelle bis ISO 400 oder 800. Spiegelreflexkameras schießen – je nach Preisklasse – auch mit ISO 3200 oder sogar ISO 12.800 noch sehr gute Bilder.

Belichtungskorrektur

Im Automatik-Betrieb versucht die Kamera stets, Blende und Verschlusszeit so anzupassen, dass das Bild nicht zu hell und nicht zu dunkel gerät. Allerdings liegt die Digicam insbesondere bei Motiven mit hohen Helligkeitsunterschieden gelegentlich daneben, so dass ein Eingreifen erforderlich ist. Mit Hilfe der Belichtungskorrektur verschiebt der Fotograf die Helligkeit in die gewünschte Richtung – und muss sich nicht um Blende und Belichtungszeit kümmern. Das übernimmt in diesem Fall die Kamera nach bestem Wissen und Gewissen.

Soweit die grundlegenden Parameter, die für die Belichtung einer Aufnahme verantwortlich ist. Wer sich mehr Informationen wünscht, findet in unseren Fotokursen mehr Details zu Belichtungszeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit.

Je nach Hersteller sieht das Modusrädchen, das zum Anwählen des Aufnahmeprogramms dient, anders aus. Manchmal gibt es mehr, manchmal weniger Optionen, manchmal sitzt das Bedienelement auch auf der rechten Oberseite oder hinten an der Kamera. Teilweise unterscheiden sich auch die Bezeichnungen der Aufnahmemodi.
Je nach Hersteller sieht das Modusrädchen, das zum Anwählen des Aufnahmeprogramms dient, anders aus. Manchmal gibt es mehr, manchmal weniger Optionen, manchmal sitzt das Bedienelement auch auf der rechten Oberseite oder hinten an der Kamera. Teilweise unterscheiden sich auch die Bezeichnungen der Aufnahmemodi.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Was machen A, S, M & Co.?: So funktionieren die Aufnahmemodi von digitalen Kameras

  • Am 11. Mai 2011 um 07:54 von D. Eichhorn

    Szenenprogramme
    Was sind denn "Szenenprogramme"? Der (Fach-)Terminus für das was da beschrieben wird heißt doch korrekt und zutreffend "Motivprogramme". Mit einer Fotokamera (Stehbildkamera) nimmt man bekanntlich "Motive" auf und keine "Szenen". Zu schade dass in die recht anschaulichen Erklärungen falsche Begriffe aus grottenschlechten Übersetzungen übernommen wurden. Mit einem Blick in GUTE – zugegeben rare – Fachliteratur hätte sich das vermeiden lassen.

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