HTC Flyer im Test: Android-Tablet mit Stifteingabe

Nächste Woche wird das erste Tablet von HTC im Handel zu haben sein. Mit seinem 7-Zoll-Display ist es nur etwa halb so groß wie das iPad und die Masse der Google-Tabs, die ebenfalls dieser Tage in die Läden kommen. Und im Vergleich zur Konkurrenz gibt es noch ein paar Alleinstellungsmerkmale, die das Flyer durchaus spannend werden lassen. Ob es seinen vergleichsweise hohen Preis wert ist, zeigt der Testbericht.

2011 ist das Jahr der Android-Tablets. Alles, was im Computer- oder Smartphone-Geschäft einen Namen hat, will in Kürze einen Touch-Rechner mit Google-Betriebssystem auf den Markt bringen – oder hat ihn bereits frisch im Angebot. Unter den Herstellern lesen sich Markennamen wie Acer und Asus, LG, MSI und Motorola oder Samsung und Toshiba, aber auch No-Name-Anbieter versuchen, sich zu etablieren. Fast allen genannten Herstellern ist dabei gemein, dass sie auf die speziell für die großen Bilddiagonalen der Tablets optimierte Android-Version 3.0 (Codename: Honeycomb) setzen anstatt auf das Handy-Android (aktuell 2.3 alias Gingerbread). Und dann kommt HTC daher, einer der absoluten Spezialisten, wenn es um die Google-Phones geht, und bringt ein Tablet mit Android 2.3. Altes Eisen? Wir werden sehen.

Anm. d. Redaktion: Teile dieses Testberichts basieren auf dem vor circa vier Wochen veröffentlichten Preview, bei dem uns ein Prototyp des Flyer zur Verfügung stand.

Design

Hallo, iPad: Wir nehmen das Flyer in die Hand und müssen lächeln. Nicht, weil es etwa komisch aussieht – sondern weil es uns gut gefällt. Weil es kühl und schwer in der Hand liegt und einen extrem soliden Eindruck macht. Der Grund dafür ist das Unibody-Gehäuse aus eloxiertem Aluminium. Moment mal, das kennen wir doch vom iPad?

Völlig richtig. Nebeneinander gelegt könnte das Flyer direkt der kleine Bruder des Apple-Tablets sein. Und das meinen wir genau so, denn es sieht nicht aus, wie eine billige, kleinere Kopie – sondern wirklich wie ein kleines iPad. Natürlich gibt es Unterschiede im Detail, hier und da etwas, was uns bei HTC besser gefällt und andere Punkte, die beim iPad hübscher sind. Aber insgesamt: Das Flyer kann sich sehen lassen.

Die Vorderseite wird dominiert vom 7 Zoll großen LC-Display. Das entspricht dem Formfaktor des im letzten Jahr vorgestellten Samsung-Tablets Galaxy Tab, das ebenfalls mit Android in der Smartphone-Version ausgestattet ist. Im Vergleich zum 10-Zoll-iPad ist die tatsächliche Fläche der Anzeige übrigens in etwa halb so groß. Damit passt das Flyer noch problemlos in die Innentasche von Sakko oder Weste und ist deutlich portabler. Außerdem kann man es gut mit einer Hand halten.

Allerdings nicht sonderlich lange, denn das Gewicht ist durchaus mächtig. Das Flyer bringt circa 420 Gramm auf die Waage – was im Vergleich zum doppelt so großen iPad 2 mit seinen gut 600 Gramm sehr viel zu sein scheint. In der Praxis halten wir das Gerät trotz seiner kleinen Abmessungen häufig mit zwei Händen oder stützen es auf dem Tisch oder beim Liegen ab. Dann stört uns das Gewicht auch nicht.

Unterhalb der Anzeige hat HTC mittig drei weiß beleuchtete Soft-Touch-Tasten untergebracht – Home, Menü und Zurück. Rechts davon leuchtet noch ein rotes Stift-Symbol, das sich aber nicht mit dem Finger, sondern nur mit dem im Lieferumfang enthaltetenen Stylus bedienen lässt. Aber dazu später mehr. Bis dahin freuen wir uns lieber, dass die beleuchteten Symbole doppelt vorhanden sind. Wenn wir das Tablet um 90 Grad nach links drehen, erscheinen sie nämlich wieder unterhalb der Anzeige. Das ist eigentlich noch cooler als die mitdrehenden Icons, die das HTC-Smartphone Incredible S zu bieten hat.

Das Vollalu-Gehäuse zieht sich derweil einmal komplett rund um die Scheibe aus echtem Glas. Fast zumindest, denn auf der Oberseite kommt weißer Kunststoff zum Vorschein. Dafür stehen sowohl Plastik als auch Metall an den Kanten minimal über, was in der Praxis einen hervorragenden Schutz vor Kratzern bedeuten dürfte, wenn man das Gerät mit dem Display nach unten auf den Tisch legt. Ganz oben hat der Hersteller – im weißen Kunststoff – den Ein-Aus-Lock-Taster auf der rechten Seite untergebracht, direkt daneben gibt es eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss von Standard-Kopfhörern. Nett: Im Taster integriert ist eine Status-LED, die durch das silbern lackierte Plastik leuchtet.

Auf der rechten Seite des Tablets findet sich ein silberner Wipptaster zur Regelung der Lautstärke. Seine Bedienung ist etwas fummelig, da er – zumindest beim Prototypen – sehr wenig vorsteht und damit einen extrem kleinen Tastenhub vorweist. Aber gut, wir halten das Flyer ja auch nicht zum Telefonieren ans Ohr und müssen ihn „blind“ bedienen. Da können wir diesen kleinen Haken durchaus verzeihen.

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