Samsung NX11 im Test: flinke Systemkamera mit neuem Kitobjektiv und raffinierter Bedienung

Als die kompakten Systemkameras auf den Markt kamen, herrschte noch Skepsis – eine DSLR ohne Klappspiegel, wird das was? Während sich die Kamera-Riesen Canon und Nikon vornehm zurückhalten, feuern Olympus, Panasonic, Sony und Samsung aus allen Rohren. Die Koreaner bringen mit der NX11 bereits ihr viertes Modell in den Handel. Wie sich die handliche 14,6-Megapixel-Kamera mit Wechselobjektiven in der Praxis schlägt, zeigt der ausführliche Testbericht.

Evolution statt Revolution – das denken wir, als wir die Samsung NX11 das erste Mal in den Händen halten. Allzuviel scheint sich auf den ersten Blick im Vergleich zur den Vorgängerinnen nicht getan zu haben. Und auch auf den zweiten und dritten Blick fallen die Unterschiede klein aus – Sensor der gleiche, Display das gleiche, Sucher der gleiche und so weiter. Was gibt es also Neues zu berichten?

Design

Wie ihre beiden Schwestern NX10 und NX5 sieht die Samsung NX11 wie eine geschrumpfte Spiegelreflexkamera aus. Den gegenüber “echten” DSLRs kompakteren Formfaktor erkauft der Hersteller durch Weglassen des Spiegelkastens. Das optische Konstrukt reflektiert das in die Linse einfallende Licht bei Spiegelreflexkameras nach oben in den optischen Sucher – der Fotograf guckt also durch das Objektiv auf das Motiv. Beim Betätigen auf den Auslöser klappt der Spiegel nach oben, und der Bildsensor nimmt das Foto auf.

Bei der Samsung NX11 gibt es keinen Spiegel, hier guckt der Bildsensor ständig auf das Motiv. Hinter dem kleinen Okular auf der Rückseite sitzt dafür ein Display. Leider ist dieses mit 640 mal 480 Pixeln (921.000 Subpixel) nicht so hochauflösend wie die aktuellen Pendants bei der Konkurrenz – der integrierte Sucher der Panasonic Lumix DMC-G3 und Olympus’ Aufstecksucher VF-2 schaffen jeweils 800 mal 600 Pixel (1.440.000 Subpixel). Wenn bei extremer Sonneneinstrahlung auf dem Bildschirm einmal nichts mehr zu erkennen sein sollte oder wenn wir die Kamera für eine bessere Stabilisierung gegen Verwacklungen vors Gesicht halten, sind wir für den elektronischen Sucher dennoch sehr dankbar.

Apropos extreme Sonneneinstrahlung und Display: Unterhalb des elektronischen Suchers sitzt das 3,0 Zoll große AMOLED-Display, das ebenfalls eine Auflösung von 640 mal 480 Pixeln bietet, die sich aufgrund der Pentile-Technologie aus 614.000 Subpixeln zusammensetzen. Der Bildschirm bietet sehr kräftige und ansehnliche Farben und überzeugt mit quasi unbegrenzten Blickwinkeln. Er ist ordentlich hell und auch bei starker Sonneneinstrahlung noch vergleichsweise gut abzulesen.

Das Display auf der Rückseite der Samsung NX11 löst 640 mal 480 Pixel auf.
Das Display auf der Rückseite der Samsung NX11 löst 640 mal 480 Pixel auf.

Gegenüber den älteren Modellen NX10 und NX5 hat sich am Gehäuse fast nichts geändert. Am auffälligsten ist der überarbeitete Handgriff, der jetzt etwas mehr Halt bietet und damit positiv auffällt. Fotografen mit sehr großen Händen werden sich jedoch trotzdem etwas mehr Grifffläche wünschen. Oben auf dem Handgriff befindet sich der Auslöser, der von einem Ein/Aus-Ring umgeben ist. Unmittelbar dahinter sitzt ein Rändelrad, das zum schnellen Konfigurieren von Aufnahmeparametern wie Blende und Belichtungszeit dient.

Leicht nach hinten versetzt bringt Samsung auf der linken Seite den Moduswahlschalter unter. Er beinhaltet neben den üblichen PASM-Modi eine intelligente Automatik, eine Videofunktion, den Auswahlpunkt Scene mit diversen Motivprogrammen, einen Tonbild-Modus zur gleichzeitigen Aufnahme von Standbildern mit zehn Sekunden zugehörigem Audio, eine neue Schwenkpanorama-Funktion sowie ein Feature namens Objektivpriorität. Um die Aufnahmeprogrammen kümmern wir uns aber später im Detail.

Ganz am rechten Rand auf der Oberseite befinden sich zwei weitere Tasten, die zum Konfigurieren von Serienbildmodus beziehungsweise Selbstauslöser und zum unkomplizierten Aktivieren der intelligenten Automatik dienen. Im Wiedergabemodus vergrößern beziehungsweise verkleinern die beiden Buttons die Fotos. Leider ist es nicht möglich, die Aufnahmen im vergrößerten Zustand durchzublättern – hat man beispielsweise eine Reihe von Fotos von einem Motiv geschossen und möchte sämtliche Bilder auf ihre Schärfe hin überprüfen, muss man jedes Mal hinein- und wieder komplett herauszoomen. Das kostet Zeit und nervt gewaltig. Wir würden uns über ein Firmware-Update freuen, dass dieses Problem bei allen Modellen der NX-Serie behebt.

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