Leicht, groß, griffig: Honeycomb-Tablet Samsung Galaxy Tab 10.1v im Test

Bei Vodafone ist ab sofort das erste Android-Tablet mit der nagelneuen Version 3.0 des Google-Betriebssystems erhältlich – das Galaxy Tab 10.1v von Samsung. Preislich erweist es sich allerdings nicht als Schnäppchen, sondern spielt in der gleichen Liga wie Apples iPad. Wir haben getestet, ob sich der Griff ins Google-Regal lohnt.

Ja, es gibt Android-Tablets bereits für 100 Euro. Oder sogar darunter. Doch die Highlights unter den Touchcomputern mit der Google-Software rufen Preise im Bereich von Apples iPad aus – so wie auch das Galaxy Tab 10.1v, das mit 16 GByte Speicher und integriertem UMTS-Modem zum Straßenpreis von circa 600 Euro gehandelt wird. Oder mit Vodafone-Vertrag ab 99 Euro, dann allerdings mit monatlichen Grundgebühren von 55 Euro über einen Zeitraum von 24 Monaten. Damit sollte klar sein: Gesponsort wird diese Hardware nicht – der Kunde bezahlt das Gerät einfach ab.

Unabhängig davon stellt sich aber ohnehin die Frage, ob es überhaupt ein Android-Tablet sein soll – oder ob man nicht mit dem iPad besser fährt. Die Details verrät der Test.

Design

Von oben betrachtet unterscheidet sich das Galaxy Tab 10.1v nur marginal von allen anderen Tablets, die derzeit aus allen Ecken und Enden in die Läden sprießen. Wir haben ein 10,1-Zoll-Display, überzogen von einem Touchpanel aus Echtglas. Darum zieht sich ein Rahmen, der an den Seiten etwa so breit wie der kleine Finger ist – und oben und unten minimal breiter erscheint. Im Querformat gehalten, entdecken wir oberhalb der Anzeige die Linse der frontseitigen Kamera – das war’s. Kein Logo, kein Schriftzug, keine Buttons: das gefällt.

Der Rahmen ist aus glänzend-grauem Kunststoff gefertigt. Links und rechts gibt es jeweils zwei längliche Aussparungen für die Lautsprecher. Rechts sitzt außerdem der Slot für die SIM-Karte, während der Ein-Aus-Taster seine Position oben am linken Rand gefunden hat. Das ist untypisch – und unpraktisch, denn speziell auf dem Sofa schalten wir das Tablet häufig versehentlich aus. Das passiert besonders dann, wenn wir beispielsweise einen Youtube-Clip starten und das Gerät aus der Hand geben, damit eine andere Person das Video betrachten kann. Zwischen Taster und Lautsprecher hat auf der linken Seite noch die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse ihren Platz gefunden.

Auf der Oberseite sitzt links der obligatorische Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Rechts daneben gibt es ein kleines Loch im Kunststoff, hinter dem sich das integrierte Mikrofon versteckt. Ganz unten entdecken wir einen breiten, proprietären Anschluss. Ein passendes USB-Kabel ist im Lieferumfang enthalten, optional wird es verschiedenes Zubehör geben – etwa ein Dock mit Tastatur, eines mit USB-Host-Anschlüssen zum Verbinden von Sticks oder Festplatten sowie einen HDMI-Ausgang. Schade – an solchen Punkten bemerkt man eben, dass die Samsung-Tablets aus dem Telekommunikationsbereich des Konzerns stammen. Der PC-Hersteller Acer beispielsweise hat in sein Iconia Tab einen HDMI-Ausgang und einen USB-Host-Anschluss für Sticks, Festplatten, Tastatur & Co. direkt integriert.

Die Rückseite verrät ganz eindeutig die Herkunft: Dieses Pad muss aus Samsung-Fabriken stammen – dieses Plastik kennen wir schon. Es wirkt identisch mit dem Material, das auch den Rücken des neuen Flaggschiff-Smartphones Galaxy S2 ziert. Hier wie dort ist das Material texturiert. Damit liegt es gut und griffig in der Hand, was auch durch die griffgünstige Form bedingt ist: Links und rechts gibt es eine leichte Erhöhung im Deckel, der sich fast schon in die Hand schmiegt. Allerdings sagt quasi jeder, der das Gerät während des Testzeitraums in die Finger bekommen hat: „Wie fühlt sich das denn an?!“ Der Kunststoff kann von der haptischen Wertigkeit her schlicht nicht mit dem Aluminium des iPads oder des HTC Flyer mithalten. In der Praxis stört das kaum, denn wie gesagt – das Tab liegt gut in der Hand. Doch der erste Eindruck hinterlässt einen leicht faden Beigeschmack.

Unabhängig davon gibt es dennoch zwei Metall-Elemente auf der Rückseite. Mittig hat Samsung kreisrund sein Logo hinterlassen, darüber sitzt eine rechteckige Plattform, die die Linse der 8-Megapixel-Kamera sowie den LED-Blitz integriert.

Bei festem Druck gibt der Rücken des Galaxy Tab 10.1v minimal nach. Das stört den Qualitätseindruck allerdings nicht – alles wirkt dennoch grundsolide. Nur beim Druck auf den Rand des Touch-Panels auf der Vorderseite gibt es Samsung gelegentlich mal ein paar knarzende Geräusche von sich. Auch damit können wir leben – aber bei Apple wäre das nicht passiert. Übrigens, stabil ist dieses Gerät wirklich. Im Rahmen unseres letzten Podcasts mit Android-PIT hat sich der Tester mit einem Kampfgewicht von circa 100 Kilogramm auf die empfindliche Hardware gestellt – ohne Spuren zu hinterlassen.

Übrigens: In ein paar Wochen kommt mit dem Galaxy Tab 10.1 (ohne „v“ im Namen) bereits der flachere Bruder auf den Markt. Für eine signifikant geringere Bauhöhe müssen Käufer lediglich eine geringere Kamera-Auflösung in Kauf nehmen. Die folgende Fotostrecke zeigt die beiden Tablets im Vergleich.

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