Panasonic Lumix DMC-GF3: Mini-Micro-Four-Thirds-Kamera mit integriertem Blitz angetestet

Es kommt uns vor, als hätte Panasonic die Lumix DMC-GF2 erst gestern vorgestellt. Und tatsächlich, es ist gerade einmal sechs Monate her, dass der japanische Hersteller den Vorgänger angekündigt hat. Jetzt ist die GF3 da – noch kompakter und im gleichen Preisbereich.

Beim Bildsensor setzt Panasonic nach wie vor auf den 12-Megapixel-Live-MOS-Chip. Um die Datenverarbeitung kümmert sich der bereits bekannte Venus-Engine-FHD-Bildprozessor. Neu hingegen ist das verbesserte Autofokussystem, das auch in der kürzlich vorgestellten Panasonic Lumix DMC-G3 zum Einsatz kommt. Mit dabei sind Features wie die Bild-in-Bild-Fokuslupe und das schon fast auf Pixelebene verschiebbare Autofokusfeld. Die überarbeitete Automatik der Schwester namens iA+, die das Anpassen von Farbton und Helligkeit ermöglicht, ist ebenfalls an Bord.

Die Bedienung läuft teils über den Touchscreen und teils über mechanische Tasten ab. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern verfügt das Vier-Wege-Pad auf der Rückseite jetzt über ein Einstellrädchen. Das Rändelrad rechts oben über der Daumenablage entfällt dafür. Das Einstellrädchen des Vier-Wege-Pads sorgt bei uns für gemischte Gefühle. Um zu verhindern, dass sich der Nutzer versehentlich in den Menüs irgendwo ins Nirvana scrollt, ignoriert das Bedienelement die ersten paar Grad beim Drehen. Einerseits vermeidet das unabsichtliche Fehlbedienungen tatsächlich effektiv. Auf der anderen Seite dagegen ist es wirklich irritierend, wenn man etwa Blende und Belichtungszeit konfigurieren möchte. Nachdem das Rädchen anfangs gar nicht reagiert, schießen wir beim Ausprobieren häufig über das Ziel hinaus. Aber wer weiß, vielleicht können wir uns ja daran gewöhnen – wir sind auf ein finales Testgerät gespannt, mit dem wir uns ausführlich beschäftigen können.

Auch wenn die GF2 und die GF3 recht unterschiedlich aussehen, ist die Bedienung ansonsten weitgehend gleich geblieben. Nachdem das Rändelrädchen rechts oben weggefallen ist, muss Panasonic die Belichtungskorrektur jetzt auf der Nach-oben-Taste des Vier-Wege-Pads unterbringen. Hier befand sich vorher die ISO-Empfindlichkeit, die jetzt ins Quick-Menü ausweichen musste. Alles in allem gefällt uns das Interface. Es ist übersichtlich strukturiert, das berührungsempfindliche Display wartet mit fingerfreundlichen virtuellen Schaltflächen auf. Außerdem fühlt sich der Touchscreen angenehm reaktiv an. Angesichts der zahlreichen Funktionen geht’s allerdings nicht ganz ohne Handbuch – wie auch wir feststellen mussten. Wir haben das bereits erwähnte Bild-in-Bild-Fokuslupe-Feature versehentlich deaktiviert und finden ohne Handbuch nicht mehr heraus, wie es sich wieder einschalten lässt.

Wir vermuten, dass die GF2 nach wie vor im Handel erhältlich sein wird – zu sehr ähnlichen Anschaffungskosten wie ihre neue Schwester. Die GF3 bietet gegenüber ihrer Vorgängerin ein paar neue Fokus-Features und damit wohl etwas schnellere Reaktionen sowie einen neuen Miniatur-Effektfilter. Auf der anderen Seite opfert die neue Digicam den Zubehörschuh und damit die Option auf einen elektronischen Sucher oder einen kräftigeren Blitz. Statt Stereo-Ton gibt es außerdem nur noch ein Mono-Mikrofon. Den paar Testfotos zu urteilen nach, die wir mit dem Vorseriengerät geschossen haben, hat sich an der Bildqualität zwischen GF2 und GF3 nicht viel geändert. Bis die Kamera im Sommer auf den Markt kommt, kann sich hier allerdings noch einiges tun.

Der größte Konkurrent für die GF3 dürfte wohl Sonys NEX-Serie sein, die jüngst durch die NEX-C3 Zuwachs bekommen hat. Beide Modelle richten sich an potentielle Käufer, denen die Bildqualität von Kompaktkameras nicht mehr ausreicht, Spiegelreflexkameras aber zu sperrig sind. Doch leider erreichen die EVIL-Digicams von Sony und Panasonic – solange man sie nicht mit einer Pancake-Festbrennweite versieht – einfach nicht den handlichen Formfaktor einer Kompaktkamera. Gute Bildqualität setzt aber eben einfach einen großen Bildsensor voraus, und dieser wiederum erfordert große Objektive. Mit dem Kit-Zoomobjektiv passen beide Kameras nicht mehr wirklich in die Jackentasche.

Die Kamera wird mit 14-bis-42-Millimeter-Kitobjektiv voraussichtlich 549 Euro kosten. Mit 14-Millimeter-Pancake dürften es 599 Euro, für das Doppel-Objektiv-Kit 699 Euro sein. Zusammen mit der GF3 hat Panasonic übrigens ein neues Objektiv mit Leica-Branding vorgestellt. Die 25-Millimeter-F1.4-Linse dürfte Micro-Four-Thirds-Fans insbesondere mit der Lichtstärke locken. Wir hatten ebenfalls die Gelegenheit, ein Vorserienmodell auszuprobieren. Das Objektiv ist im Videomodus praktisch geräuschlos und überzeugt mit solider Verarbeitung, einem sehr hochwertig wirkenden Fokusring und schnellem Autofokus. Leider hat die Linse mehr Farbsäume auf die Fotos gebracht, als es uns lieb wäre. Aber daran kann sich bis zum Marktstart im August noch einiges ändern. Der Preis steht leider noch nicht fest.

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