LG Optimus Pad im Test: 8,9-Zoll-Tablet mit 3D-Kamera & Honeycomb

Mit seinem 8,9-Zoll-Display wagt sich das LG Optimus Pad größentechnisch ins Mittelfeld der Android-Tablets. Die Konkurrenz sticht es mit einer überdurchschnittlich umfangreichen Ausstattung inklusive HDMI-Port und Stereo-Kameras für 3D-Aufnahmen aus. Aber leider kostet es mit 850 Euro sogar mehr als das teuerste iPad von Apple. Wir haben getestet, ob das Optimus Pad seinen hohen Preis wert ist.

Zum ersten Mal hat LG sein erstes Tablet im Rahmen des Mobile World Congress im Februar dieses Jahres in Barcelona gezeigt. Seit Freitag, also etwa vier Monate später, tauchen nun die ersten Geräte im Handel auf. Notebooksbilliger.de listet das V900 für 829 Euro. Diverse Preisvergleichsdienste unterschreiten diese Summe zwar erheblich, allerdings bindet sich der Käufer dann an einen Handyvertrag mit 24 Monaten Laufzeit.

Bei wirklich günstigen Kaufpreisen von teils deutlich unter 200 Euro sind das allerdings häufig Angebote, die auf die Nutzung mit Handys zugeschnitten sind. Sie bringen dann bei Grundgebühren von bis zu 60 Euro monatlich Telefonflatrates in diverse Netze mit – dabei kann man mit dem Android-Tablet nicht einmal telefonieren. Mit reiner Internet-Flatrate und Grundgebühren von circa 25 Euro lässt sich der Preis des Tablets aber immerhin auf um die 550 Euro drücken.

Design

Genug der Preisrechnerei: Wir werfen einen Blick auf das Pad. Mit einem Formfaktor von 8,9 Zoll liegt es von der Größe her eigentlich zwischen dem iPad (2) sowie den 10-Zoll-Androiden von Samsung, Acer & Co. Aber so klein kommt es uns gar nicht vor: Wir schnappen uns ein iPad und legen das Optimus Pad direkt auf die Konkurrenz aus dem Hause Apple. Und in der Tat: Das LG scheint fast exakt gleich hoch zu sein. Beziehungsweise breit – je nachdem, ob man das Gerät im Hoch- oder im Querformat vor sich liegen hat. Wie dem auch sei, Apple gibt 24,1 Zentimeter in der Höhe an, LG 24,3. Die 1,2 Zoll Unterschied bei der Display-Diagonale kommen also ausschließlich durch Unterschiede in der Breite zustande. Hier fehlen dem Optimus Pad 3,7 Zentimeter zum iPad – ein spürbarer Unterschied. Das iPad-Display stellt Inhalte im 4:3-Format dar, das LG setzt auf 16:10. Dadurch wird das Gerät im Vergleich zum iPad trotz seines kleineren Displays nur unwesentlich portabler. Im Gegensatz zu den signifikant kleineren 7-Zoll-Tablets passt es dennoch nicht in die Sakkoinnentasche.

Das LG baut übrigens 13 Millimeter in die Höhe. Die beiden Kameralinsen auf der Rückseite ragen noch einen Millimeter weiter heraus – ehrlicherweise müsste man hier also eine Bauhöhe von 14 Millimetern angeben. Das ist etwas mehr als das iPad der ersten Generation (12 Millimeter) und signifikant dicker als das iPad 2, das noch 9 Millimeter dick ist.

Beim Blick von oben auf das Tablet sticht zunächst die große, berührungsempfindliche Scheibe ins Auge. Sie besteht aus echtem Glas und ist vergleichsweise kratzfest. Sand und Steine bleiben aber weiterhin der Todfeind – für den Strand ist das Optimus Pad nichts. Das Touchscreen-Panel reicht an den Seiten noch 1,3 Zentimeter und oben und unten gut 2,0 Zentimeter über das LC-Display hinaus und ist hier, wie die gesammelte Konkurrenz, schwarz eingefärbt. Vor allem im Querformat gehalten ist der Rahmen spürbar breiter als beim iPad – wobei uns das hier gut gefällt, weil wir die Daumen bequem abstützen können, ohne Funktionen auszulösen.

Oberhalb des Displays prangt mittig das silbern glänzende LG-Logo. Rechts oben in der Ecke verbirgt sich die Linse der Frontkamera. Sie löst 1,0 Megapixel auf. Links davon erkennt man zwei weitere, kleinere Aussparungen im schwarzen Rahmen. Hinter der ersten versteckt sich der Helligkeitssensor, der die Display-Beleuchtung auf Wunsch an die Umgebung anpasst. Hinter der anderen verbirgt sich eine mehrfarbige Status-LED, die beispielsweise mit grünem Blinken auf neu eingegangene Nachrichten hinweist.

Deutlich mehr Elemente haben die Entwickler an den Seiten des Tabs untergebracht. Auf der rechten Seite befindet sich im oberen Bereich der Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Leider gibt es hier einen bei Android-Smartphones recht verbreiteten Bug: Hält man das Gerät im Querformat, steigt die Lautstärke beim Drücken der linken Seite – während der auf dem Display eingeblendete Balken nach rechts wandert. Rechts vom Wippschalter gibt es ein kleines Loch im Gehäuse, hinter dem sich das eingebaute Mikrofon versteckt. Auf der Unterseite des Optimus Pad gibt es zwei Lautsprecher – einen oben und einen unten. Dünne Metallgitter schützen vor Staub und Schmutz.

Die linke Seite ist wieder spannender – sie ist schließlich “unten”, wenn man das Gerät quer vor sich hält. Dementsprechend gibt es hier insgesamt sieben Kontaktpunkte sowie eine Micro-USB- und eine Mini-HDMI-Buchse. Während sich USB und HDMI mit den passenden Kabeln auch so nutzen lassen, dürften die Kontaktstellen für kommende Docking-Stations gedacht sein. Derzeit ist allerdings noch kein Zubehör lieferbar.

Oben links sitzt die Ladebuchse. Sie erinnert an die Nokia-Ladegeräte – ist also rund und hat in der Mitte einen Stift. Wie die meisten Tablets lässt sich auch das LG nicht über die Micro-USB-Buchse aufladen. Der Grund ist der erhöhte Strombedarf des Tablets und der entsprechend große Akku. Rechts daneben hat die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss von Kopfhörern oder Headsets ihren Platz gefunden. Dann folgen noch ein hinter einem Metallgitter verborgener Lautsprecher sowie der Ein-Aus-Taster.

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