Samsung Chromebook Serie 5 mit Chrome OS im Test: in der Wolke, aber kein Überflieger

Das Samsung Chromebook Serie 5 klingt nach dem perfekten Notebook. Es ist klein, schick, günstig – und im Idealfall ständig online. Wer Microsoft Office zugunsten von Google Docs und Gmail schon lange in die Tonne gekloppt hat und am Rechner ohnehin nur noch den Browser benutzt, sollte hier genau an der richtigen Adresse sein. Inzwischen ist das Gerät auch in Deutschland erhältlich. Wir haben es getestet.

Den Suchmaschinenmarkt beherrscht Google schon lang. Mit Android hat das Unternehmen den Smartphone-Markt erobert, Anfangs noch etwas holprig, aber inzwischen überzeugend: Regelmäßige Updates mit zahlreichen Verbesserungen haben dafür gesorgt, dass Google-Handys mittlerweile häufiger verkauft werden als Apples iPhone. Desktop-König Microsoft spielt auf diesem Markt nur noch eine Nebenrolle – mit ungewissen Erfolgsaussichten. Und jetzt grätscht der Suchmaschinenbetreiber auch in den PC-Markt. Derzeit ist das Chrome-OS genannte Betriebssystem allerdings nicht dafür gedacht, heruntergeladen und installiert zu werden. Stattdessen folgt man hier dem erfolgreichen Android-Prinzip: Google hat mit Samsung und Acer so genannte Chromebooks entwickelt, die speziell auf die Software abgestimmt sind. Inzwischen ist das erste Chromebook auch in Deutschland erhältlich. Wir haben es ausführlich getestet.

Update: Eine frühere Version dieses Artikels bezog sich auf das US-Modell. Wir haben den Testbericht ausgetauscht.

Hardware

Wenig überraschend setzt Chrome OS voll auf die Cloud. Auf Deutsch: Alle wesentlichen Dienste kommen aus dem Internet. Entsprechend ist die Hardware-Ausstattung des Notebooks knapp bemessen und die Spezifikationen erinnern eher an ein Netbook als an ein Notebook. Angetrieben wird das Samsung Series 5 vom einem Atom N570 mit 1,66, GHz, zwei Rechenkernen und Hyperthreading. An Bord sind 2 GByte RAM und eine 16-GByte-SSD. Die getestete Variante verfügt nicht nur über WLAN nach 802.11 b/g/n, sondern auch über ein UMTS-Modul mit HSPA-Unterstützung. Damit bekommt man quasi überall Internet-Zugang, den man aber auch unbedingt braucht.

Der 12,1-Zoll-Screen löst 1280 mal 800 Pixel auf, was schon eher in der Subnotebook-Kategorie ist. Erfreulicherweise hat sich Samsung für ein mattes Panel entschieden, Spiegelungen sind also kein Thema. Der stromsparende Atom-Prozessor ermöglicht eine flache Bauform: So ist das Chassis nur 2 Zentimeter hoch. Breite und Tiefe betragen 29,5 mal 21,8 Zentimeter. Mit einem Gewicht von 1,45 Kilo ist das Samsung zudem noch angenehm portabel.

Das Gehäuse des Chromebook besteht komplett aus Kunststoff. Wertigere Materialien wie Alu kommen nicht zum Einsatz. Der Deckel gibt zwar bei Druck deutlich nach, aber trotzdem macht das Gerät einen einigermaßen soliden Eindruck.

Statt den klassischen mit F1 bis F12 durchnummerierten Tasten bringt das Samsung Chromebook Serie 5 eine Reihe von Funktionstasten für die Navigation im Web mit.
Statt den klassischen mit F1 bis F12 durchnummerierten Tasten bringt das Samsung Chromebook Serie 5 eine Reihe von Funktionstasten für die Navigation im Web mit.

Überraschend gut ist die Tastatur: Das Chiclet-Keyboard folgt dem Apple-Stil mit kleinen Zwischenräumen zwischen den Tasten und ermöglicht aufgrund eines ausreichenden Tastenhubs komfortables Tippen. Statt der Funktionstasten hat das Chromebook spezielle Tasten, die teils die Internet-Nutzung vereinfachen. So finden sich hier beispielsweise explizite Knöpfe für Vor und Zurück, Refresh sowie Vollbild. Das Touchpad ist erfreulich groß und ermöglicht Multitouch-Eingaben.

An der Front befindet sich ein SD-Kartenleser, rechts und links sind jeweils ein USB-2.0-Port untergebracht. Ein Display oder ein Projektor lässt sich über den VGA-Port auf der linken Seite anschließen, wobei dafür ein Adapter notwendig ist. Leider kommt das Chromebook ohne Bluetooth – die drahtlose Anbindung eines Headsets ist also nicht möglich. Für Videokonferenzen steht eine HD-Webcam zur Verfügung.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Samsung Chromebook Serie 5 mit Chrome OS im Test: in der Wolke, aber kein Überflieger

  • Am 15. Juni 2011 um 06:28 von Gottwald

    Samsung Chromebook
    Sie sollten bei den technischen Daten das Betriebssystem berichtigen

    • Am 20. Juni 2011 um 12:04 von Stefan Möllenhoff

      AW: Samsung Chromebook
      Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis :-) Ich habe das Betriebssystem korrigiert.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Am 16. Juni 2011 um 08:07 von Thomas Storck

    brauchbarer Test
    der Test hat mir einen guten Einblick in die neue Gerätegeneration gegeben, danke dafür.
    Der Autor hat aber zuviel persönliche Situationen als Testkriterien bemüht.
    Was mich an dem Chromebook stört ist das eigene Tastaturdesign, damit lässt sich z.B. kein anderes, nachträglich aufgespieltes OS bedienen.
    Ich besitze das Toshiba Netbook AC100 mit Android,
    ein unmögliches Gerät ohne jeglichen Gebrauchswert,
    hat aber Features wie geringes Gewicht, lange Laufzeit, UMTS und HDMI.
    Das Samsung ist als PC bestimmt viel besser zu nutzen.

    Das Internet mit seinen Inhalten scheint eigentlich schon verteilt zu sein, durch Chrome Netbooks könnten sich aber neue Anbieter etablieren, da man ja wieder auf die Suche nach Services gehen muss (z.B. ZIP). Es sollte auch Terminals bzw. Tastatur-PCs mit ChromeOS geben, das könnte die PC-Landschaft an den Firmen-Arbeitsplätzen verändern.

    Gruß
    Thomas Storck, Freiburg

  • Am 1. September 2011 um 23:12 von marten wiersma

    Cromebook ohne Deutsche Tastatur?
    Bilder vom Cromebook zeigen ein engl. Tastatur?

    Kein Ö,Ä und ß Taste vorhanden
    verschobene y – z Taste? –

    Gibt es kein Deutsche Tastatur?

    Bringt Acer demnächst ein normale Tastatur heraus?

    Freundlich grüßt aus Köln

    Marten Wiersma

  • Am 8. September 2011 um 11:52 von Christian Huber

    Hallo
    Hallo

    Dein Testbericht gefällt mir sehr gut.
    Das Chromebook ist ein Cloudbook aber ein paar Daten bzw. Spiele sind trotzdem noch lokal gespeichert.
    Ist eine zurücksetzen auf Werkseinstellungen zurzeit beim Chromebook möglich?

    Wenn es einmal sehr gute Internetverbindungen gibt könnte es dann sein das dann alle Daten in die Cloud verlargerd werden und danach gar nichts mehr lokal gespeichert ist? Nicht mal das Betriebsystem? Oder muss immer etwas lokal gespeichert bleiben?
    Wird dann wenn wirklich alles im Internet gespeichert ist, ein zurücksetzen auf Werkseinstellungen noch nötig sein? Meiner Meinung nach schon denn was ist wenn man es wieder verkaufen will usw.

    Wäre dir für eine Antwort sehr sehr dankbar.
    Danke
    glg

  • Am 17. November 2011 um 18:50 von Hans Walter

    Hi
    Hallo

    Wenn man sein Chromebook auf die Werkseinstellungen zurücksetzt und sich danach wieder mit seinem alten Google Account anmeldet werden dann einiger meiner alten Daten wieder AUTOMATISCH eingespielt oder wird man gefragt ob man ein Backup einspielen will?

    Danke
    glg

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