Wenn wir unseren ersten Eindruck des in Deutschland zu vergleichsweise humanen Preisen ab 65 Euro erhältlichen Roccat Kave in einem Wort wiedergeben müssten, wäre es wohl „klobig“. Bei einem ganzen Satz wäre es aber eher „Oh nein, nicht schon wieder ein Surround-Sound-Kopfhörer!“.

Denn nach unserer Erfahrung klingen die meisten Kopfhörer, die sich mit ortbarem Sound versuchen, einfach nur grottig – und zwar unabhängig davon, ob sie mit simuliertem Raumklang arbeiten oder mit mehreren diskreten Treibern bestückt sind. Die größten Problemfelder sind die Klangbühne und der Schwenk des Fokus, vor allem beim Übergang von der Seite nach hinten.

Plantronics beispielsweise umgeht bei seinem Gaming-Headset GameCom 777 dieses Problem, indem es Surround-Sound einfach zu einer zuschaltbaren Option macht. Will man 3D-Sound nutzen, muss man die mitgelieferte Soundkarte im USB-Dongle-Format verwenden und an ihr die beiden 3,5-mm-Klinke-Kabel des Headsets anschließen. Auf dem Dongle gibt es wiederum einen Schalter, mit dem man die 3D-Effekte an- oder ausschalten kann. Der Lautsprecher selbst hat nur die beiden 3,5-mm-Kabel und kann somit auch normal angeschlossen werden. Für den 3D-Effekt muss nur der Dongle per USB mit dem Rechner Verbindung aufnehmen.

Design und Ausstattung

Das Anschlussschema des Kave ist da ein ganz anderes Thema und kann eigentlich nur als irre bezeichnet werden. Im Kopfhörerkabel ist ein regelrechter Klotz von Fernbedienung integriert und die Anschlussseite des Kabels lässt einen an einen Kraken denken: Ihr entspringen nämlich satte vier 3,5-mm-Anschlusskabel – Center, Front und Surround sowie Mikrofon – sowie ein USB-Kabel.

Mit der - ausgesprochen klobigen - Kabelfernbedienung kann man unter anderem Center, Front, Rear und Sub separat einstellen.
Mit der – ausgesprochen klobigen – Kabelfernbedienung kann man unter anderem Center, Front, Rear und Sub separat einstellen.

Das Bügelmikrofon des Kave lässt sich um volle 360 Grad bewegen. Gleichzeitig ist es so flexibel, dass man nie wirklich sicher ist, ob es gerade rotiert oder sich biegt. Im Test passiert es uns mehrmals, dass es sich einfach biegt, als wir es verstauen wollen. Im Endeffekt läuft das zwar aufs gleiche hinaus: Das Mikrofon ist aus dem Weg. Aber die ersten Male sorgt das durchaus für Irritation.

Dank des USB-Kabels kann man die Systemlautstärke über ein Drehrad an der Kabelfernsteuerung verändern, den Sound mit einem in der Mitte des Rads befindlichen Knopf stumm schalten oder mit einem an der schmalen Seite der Fernsteuerung befindlichen, separaten Knopf das Mikrofon abschalten. Wenn das geschieht, leuchtet das Mikrofon auf und zeigt so an, dass kein Sound übertragen wird: geniale Idee!

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