Angetestet: So wird das MeeGo-Smartphone Nokia N9

Noch bevor das erste Nokia-Handy mit Windows Phone auf den Markt kommt, starten die Finnen mit ihrem Meego-Smartphone N9 durch. Auf den ersten Blick sticht das farbenfrohe, außergewöhnliche Design ins Auge, und auch das Datenblatt überzeugt: AMOLED-Display, Gigahertz-Chip, 8-Megapixel-Kamera, bis zu 64 GByte Speicher und vollwertige Turn-by-Turn-Navigation. Wir haben uns einen Prototypen näher angesehen.

Dass das Nokia N9 kommt, ist eigentlich keine große Überraschung. Der Name kursiert schon seit eineinhalb Jahren durchs Netz. Und auch, dass MeeGo als Betriebssystem auf dem Boliden läuft, ist längst bekannt. Nur: Es passt irgendwie nicht mehr ins Konzept des finnischen Herstellers. Schließlich hat sich der neue Nokia-Boss und frühere Microsoft-Manager schon im Februar zu seinem ehemaligen Arbeitgeber bekannt – und will künftig auf Windows Phone setzen.

Schon weit vorher wurden aber die Weichen in Richtung MeeGo gestellt – samt Partnerschaft mit Intel. Und diese Partnerschaft trägt nun die erste Frucht in Form des gestern vorgestellten Nokia N9, das im vierten Quartal dieses Jahres in die Läden kommen soll. Bevor wir uns nun Gedanken darüber machen, ob das N9 das einzige MeeGo-Phone bleibt, wie es mit den Apps aussieht und so weiter, werfen wir aber erst einmal einen Blick auf den Prototypen.

Erster Eindruck

Im Vergleich zu allen anderen Smartphones, die derzeit in den Läden stehen, wirkt das N9 wie ein frischer Atemzug. Ja, wie ein Jungbrunnen, würden wir fast schon behaupten. Es ist nicht schwarz und nicht weiß, es glänzt nicht, es besteht nicht aus Stahl oder eloxiertem Aluminium. Sondern es ist aus Kunststoff gefertigt. Aus Polycarbonat, wenn Ihr es genau wissen wollt, und fühlt sich damit gummiartig an. Dennoch ist es in moderner, stabiler Unibody-Bauweise gefertigt – und die Materialauswahl verspricht einen uneingeschränkten Empfang der im Inneren verbauten Antennen. Außerdem ist das Design so klar, wie wir es sonst nicht kennen. Die komplette Vorderseite besteht nur aus dem Touchscreen-Display aus stabilem Gorilla-Glas. Home-Button? Fehlanzeige. Menütasten, Zurück oder Suchen? Gibt es auch nicht. Die komplette Bedienung erfolgt über Wischgesten auf dem berührungsempfindlichen Display. Abgesehen davon gibt es lediglich einen mechanischen Ein-Aus-Taster auf der rechten Seite sowie einen Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Und auf der Oberseite kümmert sich eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse liebevoll um die Bedürfnisse audiophiler Käufergruppen, die hier ihre Standard-Kopfhörer anschließen können.

Beim N9 packt Nokia auch richtig zeitgemäße Komponenten unter die Haube. Es kommt ein 1 GHz schneller Cortex-A8-Prozessor von Texas Instruments zum Einsatz, dem 1 GByte RAM zur Verfügung stehen. Und eine Power-SGX530-Grafiklösung kümmert sich um die flotte Berechnung von Grafiken in Menüs und flotten Games. Das MeeGo-Nokia wird in zwei Ausstattungsvarianten mit 16 respektive 64 GByte Nutzerspeicher zu haben sein – das sollte auch reichen, um die iPhone-Evangelisten bei Ich habe aber mehr Speicher-Diskussionen zumindest nicht zum Höhenflug kommen zu lassen. Auf der Rückseite sorgt die 8-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz und Carl-Zeiss-Objektiv für Entzücken – zumal die sich beim ersten Ausprobieren relativ gut schlägt und Fotos auf N8-Niveau verspricht.

Mindestens genauso entzückt reagieren wir auf die Anzeige. Für die Darstellung von Menüs, Webseiten, Fotos und Bildern kommt beim N9 ein 3,9 Zoll großes AMOLED-Display zum Einsatz. Wie gehabt wirken Farben hier extrem kräftig, und die Blickwinkel sind ebenso perfekt wie die Schwarzwerte. Im Vergleich zu den aktuellen Nokias mit AMOLED ist auch die Auflösung signifikant angehoben: Das N9 stellt 854 mal 480 Pixel dar und ist damit auf dem gleichen Niveau wie die meisten Android-Smartphones der Oberklasse angekommen. Vom iPhone mit seinen 960 mal 640 Pixeln muss sich das finnische Flaggschiff aber weiterhin vorführen lassen.

Zur weiteren Ausstattung gehören Quad-Band-GSM und UMTS mit HSPA, WLAN nach 802.11 a, b, g und n, Bluetooth sowie GPS. Außerdem ist der Kurzstreckenfunk NFC an Bord, über den sich beispielsweise Kontaktdaten mit anderen NFC-fähigen Geräten durch Auflegen austauschen lassen. Ein anderer interessanter Aspekt ist das Paaren des Smartphones mit Bluetooth-Zubehör. Bei der Vorstellung haben Nokia-Mitarbeiter ein mit NFC ausgestattetes Bluetooth-Headset an die N9-Rückseite getippt – und schon haben sich die beiden Geräte ohne umständliches Konfigurieren oder Eingeben von Kennwörtern miteinander verbunden.

Mehr Informationen zum neuen N9, seinem Gehäuse und der Ausstattung gibt’s in der folgenden Bildergalerie.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Angetestet: So wird das MeeGo-Smartphone Nokia N9

  • Am 22. Juni 2011 um 11:28 von Leandro

    Interessantes, frisches Design?????
    Ich muss sagen das N9 sieht gut aus, aber das Design als interessant und frisch zu bezeichnen ist meine Meinung nach falsch. Die Form kenne ich schon seit 2004 bei einem erfolgreichen und meistverkauften MP3-Player der Welt. Und auch das aktuelle Modell hat dieser Bauform und ist sogar aus Aluminium und nicht aus Billig-Plastik. Ansonsten sieht das Handy ganz gut aus :-)

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