Wenn Handy-Hersteller Tablets bauen, sind die ersten Versuche schnell einfach nur übergroße Mobiltelefone. Na klar, die Entwickler bringen ihre Erfahrungen aus anderen Bereichen in das neue Produkt mit ein. Und wenn ein PC-Hersteller ein Tablet baut? Genau, dann gibt es Funktionen, die wir sonst nur von Computern kennen. Und so liegt in Form des Acer Iconia Tab A500 das erste Android-3.0-Tablet auf unserem Tisch, das über eine USB-Schnittstelle zum Anschluss von Speichersticks, Eingabegeräten & Co. verfügt.

Das A500 ist mit 16 GByte integriertem Speicher und WLAN-Anbindung bereits für knapp 450 Euro zu haben – und gehört damit zu den günstigeren Modellen mit Honeycomb, der Tablet-Version von Googles Android-Betriebssystem. Für 20 bis 30 Euro mehr bekommen Käufer 32 GByte internen Speicher, für UMTS wird noch einmal ein Aufpreis von um die 100 Euro fällig.

Design

Grundsätzlich ist das A500 optisch ein 10-Zoll-Tablet wie jedes andere. Heißt, das dominierende Element auf der Frontseite ist das 10,1 Zoll große Display samt berührungsempfindlicher Scheibe aus Echtglas. Im Detail gibt es natürlich ein paar Unterschiede. Beim Acer Iconia fällt hier vor allem der Rahmen auf. Im Querformat betrachtet, gibt es einen optisch sichtbaren Rahmen aus geschliffenem Aluminium oben und unten, die Seiten scheinen frei von einer Einfassung zu sein. Das ist etwas ungewöhnlich und sicherlich Geschmackssache, aber uns gefällt’s. Rund um das eigentliche Display-Panel zieht sich ein schwarz gefärbter Rand, der links und rechts 1,9 Zentimeter und oben und unten 1,1 Zentimeter breit ist. Dazu kommt noch der Alu-Rahmen, der oben und unten je 0,9 Millimeter misst. Seitlich ist das Touchpanel aus kratzfestem Echtglas von einem knapp 2 Millimeter breiten Kunststoff eingefasst.

Die Oberseite ist ansonsten klar strukturiert. Auffällige Elemente oder ein prominent platziertes Hersteller-Logo gibt es nicht. Links oben versteckt sich die Linse der Frontkamera in einer kleinen Aussparung im schwarzen Rand um das Display-Panel, und wer genau hinsieht, erkennt oben rechts eine weitere Aussparung, hinter der der Helligkeitssensor zur Regelung der Display-Helligkeit verborgen ist. Das Tablet baut insgesamt 1,4 Zentimeter in die Höhe und bringt 751 Gramm auf die Waage. Beides ist im Vergleich zum iPad 2 mit 0,9 Zentimetern Bauhöhe und 600 Gramm Gewicht relativ viel.

Auf dem oberen Rand gibt es links einen knapp zwei Zentimeter breiten Wippschalter aus glänzend-silbern lackiertem Kunststoff. Er ist leider weder beschriftet noch sonderlich präzise, reicht zur gelegentlichen Regelung der Lautstärke aber aus. Daneben sitzt ein Schiebeschalter, der das automatische Mitdrehen des Display-Inhalts auf Wunsch deaktiviert. Das kennen wir ansonsten vom iPad – und wir finden es besser als irgendwelche im Menü versteckten Optionen, die der Nutzer per Software einstellen muss. Allerdings funktioniert die Funktion bei unserem Testgerät erst nach dem Einschalten und Entsperren des Tablets. Wer zuerst den Schalter umlegt und dann das Tab einschaltet, wird dennoch mit der Drehung konfrontiert. Das ist eindeutig ein Fehler, aber er ist nicht sonderlich schlimm – wir können ihn durchaus verzeihen. Rechts daneben verbirgt sich eine Klappe aus Kunststoff, die der Nutzer mit seinen Fingernägeln nach oben hin abheben kann. Darunter befinden sich zwei Slots für SIM- und microSD-Speicherkarte. Bei Modellen ohne UMTS-Modem ist der SIM-Kartenslot von einem Aufkleber abgedeckt: Wer ihn ablöst, verliert die Garantie. Bei der Kombination von Kunststoff- und Alu-Elementen hat Acer übrigens offensichtlich das gleiche Problem wie Nokia beim N8: Es gibt einen leichten Farbunterschied zwischen den Materialien. Für Design-Fanatiker könnte das ein K.O.-Kriterium sein. Wir können auch damit leben.

Die rechte Seite des Geräts erinnert uns tatsächlich eher an ein Acer-Notebook als an iPad & Co. Von oben nach unten gibt es hier eine proprietäre Ladebuchse, einen Micro-USB-Anschluss, einen USB-Port und einen Reset-Taster. Über die Micro-USB-Buchse wird das Tablet mit dem Computer verbunden, um Daten zu übertragen – und über die USB-Buchse kann der Nutzer beliebige Geräte am Tablet anschließen. Doch dazu später mehr.

Auf der Unterseite gibt es einen proprietären Dock-Adapter. Eine optionale Docking-Station samt Fernbedienung und Audio-Ausgang ist unter dem Namen Acer LC.DCK0A.001 für um die 70 Euro zu haben.

Links unten am A500 sitzt eine Mini-HDMI-Buchse zum Anschluss von Fernseher oder Monitor. Oben haben die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse sowie ein beleuchteter, aus durchsichtigem Kunststoff gefertigter Ein-Aus-Taster ihren Platz gefunden.

Die Rückseite wirkt gar nicht mehr so klar strukturiert, sondern relativ zerklüftet. Das dominierende Element ist hier die Abdeckung aus geschliffenem Alu. Das sieht gut aus und ist in der Praxis erstaunlicherweise nicht so empfindlich, wie wir erwartet haben: Im Alltagseinsatz zerkratzt das Acer nicht so schnell. Allerdings stören viele unterschiedliche Elemente das Bild. Oben rechts gibt es eine in einem silbern glänzenden Rahmen eingefasste Scheibe aus schwarz gefärbtem Glas, das je nach Lichteinfall auch schon mal bräunlich spiegelt. Darin hat die im Vergleich zum Rahmen winzige Linse der Kamera ihren Platz gefunden. Außerhalb der Umrandung sitzt die hinter gräulichem Plexiglas versteckte Foto-LED. Links und rechts haben die Entwickler einen je 1,5 Zentimeter breiten Streifen aus grauem Kunststoff untergebracht – dahinter verstecken sich wohl die Antennen des Tablets. Unten in der Mitte gibt es eine mit einem grauen Kunststoff-Klotz ausgefüllte Aussparung für den Dock-Anschluss, an den Seiten jeweils vier Schlitze, hinter denen sich ein silbernes Drahtgitter sowie die Lautsprecher verstecken. Und oben sehen wir noch den bereits erwähnten Deckel für SIM- und Speicherkarte. Alles in allem erinnert uns der Rücken des Iconia Tabs damit mehr an die Unterseite eines Acer-Notebooks als an den klaren Rücken eines iPads.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Acer Iconia Tab A500 im Test: Android-3.0-Tablet für Computer-Fans

  • Am 24. November 2011 um 18:15 von Sven Schröder

    USB Surfstick
    Ist es bei deisem Gerät möglich einen Surfstick anzuschliessen (z.B. O2, vodafone, etc., etc.) und kann dann damit ins Internet gehen (wenn ja, mit welcher Verbindung?)Denn einen seperaten SIM Kartenslot gibts ja nicht.
    Wie lange ist die Akkulaufzeit, nur bei W-LAN Benutzung?

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