Digicam-Winzling mit Wechselobjektiven: Das kann die Pentax Q mit Kompaktkamera-Sensor

Natürlich müssen die Fotos toll aussehen, und natürlich muss die Digicam so klein wie irgendwie möglich sein. Aber wie groß dürfen die Opfer an Bildqualität und Ausstattung sein, um eine Kamera wirklich kompakt zu bauen? Wenn es nach Pentax und der gestern vorgestellten EVIL-Kamera namens Q geht, dann steht der Formfaktor an erster Stelle – und die Function follows dann eben der Form. Ob das gutgeht? Wir werfen einen Blick auf das neue System.

Spiegelreflexkameras sind das Maß der Dinge, wenn es um Bildqualität geht. Aber Spiegelreflexkameras passen nicht einmal mit viel Überredungskunst in die Jacken- geschweige denn Hosentasche. Dafür ist etwa der große Bildsensor verantwortlich, der viel Licht einfängt und ein sehr präzises „Ausmessen“ des Motivs ermöglicht. Und der große Sensor erfordert nunmal auch sperrige Objektive, die einen entsprechend großen Bildkreis projizieren.

Bei klassischen DSLRs quetscht sich zwischen Objektiv und Sensor auch noch ein Spiegelkasten, der das durch die Linse einfallende Licht vor dem Chip nach oben reflektiert. Dort sitzen Autofokussensor und optischer Sucher. Wenn DSLRs schrumpfen sollen, dann bedeutet das einen Verzicht auf den Spiegelkasten – und damit auf den optischen Sucher. Man guckt also auf das Display, um den Bildausschnitt festzulegen. Autofokus gibt’s immer noch, aber damit werden Bildsensor und die Kameraelektronik belastet. Man opfert Performance zugunsten von Größe. Und die Knipsen heißen dann nicht mehr Spiegelreflexkameras – gibt ja keinen Spiegelkasten mehr -, sondern EVIL-Kameras. EVIL heißt hier nicht „böse“, sondern Electronic Viewfinder, Interchangable Lens. Auf Deutsch: elektronischer Sucher, austauschbares Objektiv.

Derzeit bauen Panasonic, Olympus, Sony und Samsung sogenannte EVIL-Kameras. Und Leica, aber die spielen nicht in einer für Normalsterbliche nicht bezahlbaren Preisliga. Sony und Samsung setzen auf lichtempfindliche Chips, die genauso groß sind wie bei den allermeisten DSLRs im Sub-2000-Euro-Bereich. Bei Olympus und Panasonic wird die Sensorfläche um circa 40 Prozent reduziert. Das ermöglicht die Konstruktion kompakterer Objektive und spart so Platz in den Taschen potenzieller Käufer. Der Bildsensor ist aber immer noch etwa fünfmal größer als die Lichtfänger in „normalen“ Kompaktkameras mit festinstallierten Optiken – und die Fotoqualität damit um Welten besser.

Das System: Pentax Q

An dieser Stelle kommt Pentax ins Spiel. Mit seiner Kamera „Q“ wird der japanische Konzern kleiner als die gesamte Konkurrenz. Das trifft aufs gerade einmal zigarettenschachtelgroße Gehäuse ebenso zu wie auf den Bildsensor. Statt 17,3 mal 13,0 Millimetern wie bei Olympus und Panasonic oder 23,4 mal 15,6 Millimetern wie bei Samsung und Sony ist der Chip mit 6 mal 4 Millimeter kleiner als ein kleiner Fingernagel. Das entspricht 1/13 beziehungsweise 1/8 der Fläche der genannten Konkurrenten und bewegt sich auf dem Niveau, wo sich üblicherweise 100 bis 300 Euro teure Schnappschuss-Digicams tummeln.

Was bedeutet das für potenzielle Käufer jetzt in der Praxis?

Ein kleinerer Sensor fängt deutlich weniger Licht ein. Und wenn davon zu wenig vorhanden ist, muss die Elektronik kräftig verstärken. Das wiederum äußert sich dann in Form von Bildrauschen. Zwar haben die lichtempfindlichen Chips in der 1/2,3-Zoll-Kategorie in letzter Zeit durch die BSI-Technologie deutliche Fortschritte gemacht. Doch auf dem Niveau von den „großen“ Sensoren befinden sie sich immer noch nicht. Und zwar meilenweit.

Neben der Bildqualität bei schwierigen Lichtverhältnissen bedeuten kleine Sensoren noch einen weiteren fotografischen Einschnitt: kaum kreatives Spiel mit Schärfe und Unschärfe. Je höher die Brennweite – also quasi der „Zoom“ – eines Objektivs ist, desto kleiner ist (bei gleicher Blende) der scharf abgebildete Bereich. Und desto schöner lassen sich einzelne Bildteile hervorheben. Bei kleinen Sensoren bewirken jedoch bereits sehr kleine Brennweiten einen vergleichsweise kleinen Bildwinkel. Wer mehr über diesen Zusammenhang wissen möchte, findet eine ausführlichere Erklärung in unserem DSLR-Fotokurs zu Portrait-Aufnahmen. Wichtig ist an dieser Stelle nur: kleiner Sensor bedeutet große Schärfentiefe. Und damit gibt’s kein kreatives Herumspielen mit der Schärfe. Jedenfalls nicht optisch, sondern nur digital. Die Funktion Bokeh Control soll die gewünschten Bildbereiche elektronisch Weichzeichnen und den Mangel so ausbügeln. Sony bietet bereits seit letztem Jahr ein vergleichbares Feature in seinen Kompaktkameras mit gleicher Sensorgröße an. Das Feature Unschärfe-Effekte im Hintergrund konnte uns bei der Cyber-shot DSC-HX9V allerdings nur eingeschränkt überzeugen.

Zusammen mit dem Pancake-Objektiv ist die Pentax Q ziemlich kompakt. In die Hosentasche passt sie aber trotzdem nicht.
Zusammen mit dem Pancake-Objektiv ist die Pentax Q ziemlich kompakt. In die Hosentasche passt sie aber trotzdem nicht.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Digicam-Winzling mit Wechselobjektiven: Das kann die Pentax Q mit Kompaktkamera-Sensor

  • Am 14. September 2011 um 02:48 von Werner Häni

    Falsche Testbeurteilung
    Bevor Sie die Kamera nicht einem Test unterzogen haben, sollten Sie eine Vorverurteilung unterlassen. Dies war kein Test!
    Jeder kennt Schächen und Stärken von kleinen Bildsensoren – Ich warte auf die ersten wirklichen Tests.

    • Am 13. Oktober 2014 um 08:38 von M. Faust

      Ich habe eine q10. Hatte vor her eine kleine Digicam. Für den Normalo reicht es aus. Wie sind keine Profies. Die Q10 macht schöne Aufnahmen mit dem Standard o5 Objektiv. Noch einmal ich bin kein Fotograph. Sie bietet jede Menge zum ausprobieren für meine Partnerin schon viel zu viele weil nicht voll automatisch. Ich bin sehr gut bedient mit dem Teil, kaufe noch ein Zoom. Wobei am PC kann man es schon recht weit aufziehen ohne dass es wirklich schlecht wird, da wr ich überrascht. Der Preis für mich war er günstig habe die Q10 auf einer Reise erworben, sein Bar war die ein Ladenhüter weil die Kundaschaft die dort kauft eher zur faulen gehört hatte ich das Teil für 147 Dollar gekauft ein spitzen Preis

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