Die Canon Ixus 310 HS ist die große Schwester der Ixus 220 HS, die wir vor zwei Wochen getestet haben. Der Bildsensor in beiden Kameras ist identisch, ansonsten sind die Unterschiede trotz der nahen Verwandschaft größer als die Gemeinsamkeiten. Die Ixus 310 HS bietet einen Touchscreen, ein lichtstärkeres Objektiv, etwas weniger Zoom, manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit und ist etwa 70 Euro teurer. Die Kleine konnte uns im Test vollends überzeugen – aber wie sieht es mit der Großen aus?

Design

Auf den ersten Blick sieht die Canon Ixus 310 HS eher ihrer älteren Schwester, der Ixus 210 IS, als der Ixus 220 HS ähnlich. Auf dem Gehäuse gibt es nur eine Handvoll mechanische Bedienelemente: Ein/Aus, Wiedergabe und Auslöser mitsamt Zoomring. Auf der Oberseite des Gehäuses befindet sich zudem ein Schieber zum Wechseln des Aufnahmemodus. Um alles weitere kümmert sich das Touchscreen-Interface.

Der Schieber auf der Oberseite dient zum Festlegen des Aufnahmemodus: "Auto" für Automatik und das Kamera-Symbol für alles andere.
Der Schieber auf der Oberseite dient zum Festlegen des Aufnahmemodus: „Auto“ für Automatik und das Kamera-Symbol für alles andere.

Der Bildschirm spricht recht gut an und lässt sich für eine bessere Genauigkeit kalibrieren. Allerdings macht das Interface selbst der flüssigen Bedienung einen Strich durch die Rechnung. Wenn man beispielsweise im Hauptmenü durch die Menüs blättern möchte, schiebt man die Liste einfach mit dem Finger nach oben und unten – wie bei den Smartphones mit Android und iOS. Das wär alles schön und gut, wenn’s denn flüssig gehen würde. Statt weichen Animationen sieht man sich dann jedoch mit Geruckel konfrontiert, was den Spaß an der Touchscreen-Bedienung deutlich mindert. Und wenn man den rechten Bildrand zum Scrollen nutzt, dann verstellt man hier gelegentlich versehentlich mit dem Finger die zufällig angefassten Einstellungen.

Auch beim Aufbau der Dialoge gibt es ein paar Unstimmigkeiten. Manche Optionen erfordern beispielsweise einen Doppeltipp mit dem Finger um ausgewählt zu werden, während man bei anderen wiederum auf eine Ok-Schaltfläche oder einen Enter-Pfeil drücken muss. Wer viel an Blende und Belichtungszeit schrauben möchte, sollte sich vor dem Kauf auch unbedingt die manuellen Modi näher ansehen. Die beiden Aufnahmeparameter werden bei der Ixus 310 HS nämlich mit virtuellen Schiebereglern verstellt, deren Bedienung sich als recht frustrierend gestaltet – insbesondere, wenn man an die Rändelrädchen von DSLRs und EVIL-Kameras gewohnt ist. Fürs gelegentliche Herumspielen geht das schon in Ordnung, aber anspruchsvolle Knipser werden die Kamera wohl früher oder später aus dem Fenster werden wollen. Wenn man Blende oder Belichtungszeit verstellt, sieht man in den halbautomatischen Programmen Blenden- und Belichtungspriorität leider nicht, welchen Effekt die Anpassung auf den jeweils automatisch gesetzten Wert hat.

Ein paar positive Seiten hat das Touchscreen-Interface dennoch. So gibt es etliche Möglichkeiten, das Layout der Bedienelemente anzupassen. Wer also ISO-Empfindlichkeit und Weißabgleich häufig anpasst, schiebt einfach die entsprechenden Icons aufs Display. Auch das Touch-to-Focus-Feature, bei dem man einfach mit dem Finger das Objektiv der Begierde auf dem Bildschirm antippt, um es scharfzustellen, überzeugt. Auf Wunsch verfolgt die Ixus 310 HS das angetippt Objekt anschließend. Einen Modus, bei dem man durch einen Druck aufs Display nicht nur fokussiert, sondern auch gleich das Foto aufnimmt, gibt es leider nicht.

Im Wiedergabemodus dient der Touchscreen zum Blättern durch die Fotos, zum Löschen oder Hinzufügen zu den Favoriten, zum Starten von Slideshows und zum Vergrößern, indem man einfach auf die gewünschte Stelle auf dem Bild tippt. Leider arbeitet das berührungsempfindliche Panel mit der resistiven Technik. Im Gegensatz zur kapazitiven Technologie, wie sie bei aktuellen Smartphones zum Einsatz kommt, reagiert diese auf Druck und nicht auf Berührung. Statt sanft übers Display zu wischen, muss man den Finger mit etwas Nachdruck über den Bildschirm ziehen. Coole Multitouch-Gesten sind mit resistiven Touchscreens übrigens nicht möglich.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befinden sich Mini-USB- und Mini-HDMI-Anschlüsse, über die sich die Kamera mit dem Rechner oder Fernseher verbindet. Die Fächer für Akku und Speicherkarte sitzen auf der Unterseite der Ixus 310 HS. Der Stromspeicher lässt sich nicht im Gehäuse selbst betanken, sondern nur im mitgelieferten Ladegerät. Und das wird vermutlich ziemlich häufig der Fall sein. Die Digicam erreicht einen nach CIPA-Richtlinien gemessenen Wert von gerade einmal 180 Fotos pro Akkuladung. Wer fleißig auf dem Touchscreen herumdrückt sowie viele Videos einfängt und den Serienbildmodus kräftig ausnutzt, wird allerdings deutlich früher am Ende der Fahnenstange ankommen.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Canon Ixus 310 HS im Test: schneller BSI-Bildsensor trifft auf Touchscreen-Handbremse

  • Am 4. Juli 2011 um 16:46 von Frank Schmitt

    Ixus 310 – Bedienung
    Offensichtlich wurde das Touchdisplay wieder mal von einem Smartphone-Besitzer getestet – unverständlich, denn dort gibt es völlig andere Anforderungen. Ich möchte nicht, dass meien 310HS die Einstellungen ändert, wenn ich das Display nur mal eben versehentlich berühre.
    Desweiteren wurde offensichtlich die Blenden- und Zeitverstellung nicht mit dem waagerechten Balken eingestellt, denn dort funktioniert das selbst für einen erfahrenen DSLR-Fotografen wie mich perfekt und einfach.

  • Am 24. November 2011 um 17:29 von rupert mathy

    Erklärung
    Bite ich hätte gern erklärt bekommen was die Einstellung
    Kreativer Liichteffekt,Winzige Lichtpunkte…damit machen kann! canon Ixus 310 hs
    Lg. rupert

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