HDR Camera für Android: HDR-Fotos mit dem Smartphone schießen

Wer die Sightseeing-Tour oder den Ausflug in die Berge an sonnigen Tagen auf Foto festhalten möchte, wird immer wieder mit einem Problem konfrontiert: Aufgrund hoher Helligkeitsunterschiede sind entweder der Himmel oder die Landschaft und die Gebäude nicht richtig belichtet. Erstrahlt beispielsweise der blaue Himmel in vollem Glanz, sind die Bauten oft in dunkle Schleier gehüllt. Abhilfe schaffen High-Dynamic-Range- oder kurz: HDR-Fotos. Dank der App HDR Camera haben Android-Nutzer die Möglichkeit, Hochkontrastbilder auch ganz einfach mit dem Smartphone zu schießen.

Im Gegensatz zu anderen Applikationen, die lediglich HDR-Effekte anbieten, fotografiert HDR Camera die Szene insgesamt dreimal ab: einmal überbelichtet für die dunklen Bereiche wie Gebäude, einmal unterbelichtet für helle Bildteile wie den Himmel und einmal ganz regulär. Aus den Einzelbildern rechnet die App dann ein HDR-Foto zusammen. Ausgelöst wird die Smartphone-Kamera mit einem Fingertipp auf das Display. Praktisch: Während die App die Einzelbilder schießt, muss der Smartphone-Besitzer die Hand nicht absolut still halten, denn kleine Verwackler gleicht die App aus. Auch bewegte Objekte erkennt HDR Camera und versucht, den sogenannten Ghosting-Effekt zu verhindern.

Bis das fertige HDR-Bild auf dem Display erscheint, dauert es auch nicht allzu lange. Allerdings ist das Foto dann nur für einige Sekunden zu sehen. Wer es länger betrachten möchte, muss es erst wieder über das Fotoalbum auf den Schirm holen. Das könnte man besser lösen. Das Ergebnis kann sich dafür aber sehen lassen – jedenfalls im Vergleich mit den „normalen“ Handyfotos. Ein großes Problem von kleinen Bildsensoren, wie sie in Smartphones zum Einsatz kommen, nämlich der geringe Dynamikbereich, ist deutlich verbessert. Erfreulich ist auch, dass sich die App bei der Intensität des Effekts vornehm zurückhält und die Bilder sehr natürlich wirken. Gelegentlich kommt es an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden zu Farbsäumen. Ansonsten treten aber erfreulich wenige Artefakte auf.

Nach jedem geschossenen Foto muss der Anwender in der kostenlosen Version erst einmal einen Banner wegklicken, bevor er das nächste Bild aufnehmen kann. Das lässt sich nur durch den Kauf der Vollversion umgehen. Im Android-Market ist sie für knapp zwei Euro zu haben. Wer noch bis Ende der Woche zuschlagen möchte, kann HDR Camera+ auch über das AndroidPit App Center für günstigere 1,59 Euro erwerben. Bei der Vollversion ist nicht nur die Werbung Geschichte, sondern es lassen sich Bilder auch mit Blitz aufnehmen und auf Wunsch mit Ortsdaten versehen.

In den Optionen finden sich dann noch einige Konfigurationsmöglichkeiten. So lassen sich beispielsweise die Farben auf Schwarzweiß reduzieren, der Kontrast einstellen oder die Belichtung anpassen. Auch die Auflösung und das Bildformat kann der Smartphone-Besitzer dort festlegen. Wer seinen internen Speicher nicht zum Überlaufen bringen möchte, sollte den Speicherort von Phone auf Memory Card umstellen. Außerdem kann der Nutzer entscheiden, ob die App auch die unterschiedlich belichteten Einzelbilder abspeichert. Insgesamt sich schlägt HDR Camera gut. Vor allem die Qualität der Fotos überzeugt – beim HTC Desire, dessen Kamera häufig mit matschigen, fahlen Aufnahmen enttäuscht, ist der Unterschied sehr deutlich sichtbar. Die Bedienoberfläche könnte dafür jedoch noch etwas überarbeitet werden. Zudem läuft die App den Kommentaren im Android-Market nach nicht auf allen Smartphones reibungslos. Auf dem HTC Desire gab es jedoch keine Probleme. Wer die Bildqualität genauer unter die Lupe nehmen möchte, findet hier die Originalaufnahmen: HDR-Foto, überbelichtetes Bild, unterbelichtetes Bild und normal belichtete Aufnahme.


Links ist das normal belichtete Foto zu sehen, in der Mitte das unter- und rechts das überbelichtete.

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