Prototyp im Test: Android-Tablet Archos 101 G9 mit Honeycomb 3.1 und 250-GByte-Festplatte

Archos hat unseren Kollegen von CNET in London einen Prototypen des zur IFA angekündigten Android-Tablets 101 G9 in die Hand gedrückt. Das Gerät kommt mit Honeycomb 3.1 und optional mit einer internen, 250 GByte großen Festplatte. Allein das ist Grund genug, um den Prototypen ausführlich unter die Lupe zu nehmen.

Wer grundsätzlich unter chronischem Speichermangel leidet, kommt mit den derzeit angebotenen Tablets nicht weit. 64 GByte interner Speicher ist das höchste der Gefühle, und wer nicht unbedingt ein iPad haben muss, kann die Kapazität mit Hilfe einer microSD-Karte bei manchen Modellen noch um 32 GByte erhöhen – dann war’s das. Das ist nichts für DSLR- und Serienjunkies oder für Film-Fans, die ihre komplette Sammlung immer dabei haben möchten.

Bis jetzt. Denn der französische Hersteller Archos bringt mit seinem 101 G9 ein Android-Tablet auf den Markt, das wahlweise 16 GByte Flash-Speicher mitbringt – oder aber eine 250 GByte große, interne Festplatte. Damit ist das Speicherplatzproblem gelöst. Aber fängt man sich nicht weitere Nachteile mit den rotierenden Scheiben im Inneren an? Wir haben einen Blick auf einen Prototypen geworfen. Und wer jetzt schon weiß, „das muss ich haben“, muss noch etwas Geduld beweisen. Bis zum September dauert es wohl noch, bis das Gerät im Laden steht.

Preis und Leistung

Aber nicht nur aufgrund der tollen Speicherausstattung ist das 101 G9 interessant. Denn auch das kleinere Modell ohne Festplatte dürfte seine Käufer finden. Wir erwarten Preise von um die 320 Euro für die 16-GByte-Ausführung – und damit gehört das Tablet zu den günstigsten Vertretern seiner Art. Der große Bruder wird voraussichtlich um die 450 Euro kosten und ist damit immer noch 30 Euro günstiger als das billigste iPad. Das dann mit 16 GByte Flash-Speicher auch nur einen Bruchteil der Kapazität bietet.

Na klar, denn bei Apple bezahlt man schließlich auch für den Namen. Und das Image. Aber offensichtlich auch ein Stück für die Qualität, das Material und das Design. Denn, um es mal auf den Punkt zu bringen: Das 101 G9 fühlt sich in den Händen längst nicht so gut und wertig an wie das iPad. Allerdings hatten wir, wie gesagt, auch nur einen Prototypen in der Hand. Daran könnte sich also noch etwas ändern, unserer Erfahrung nach aber nicht so viel, als dass das Archos in diesen Punkten mit Apple konkurrieren könnte.

Das Archos fühlt sich leicht und dünn an. Es bringt – in der Flash-Version mit 16 GByte Speicher – 649 Gramm auf die Waage und ist damit knapp 50 Gramm schwerer als das iPad 2 (601 Gramm). Mit einer Bauhöhe von 12,6 Millimetern ist es spürbar dicker als das aktuelle Apple-Tablet (8,8 Millimeter), wirkt insgesamt aber noch nicht klobig. Die größere Version mit Festplatte ist mit 15,6 Millimetern und 755 Gramm aber noch signifikant größer und schwerer.

Auf der Rückseite sitzt ein ausklappbarer Fuß, der das Tablet aufstellt. Das ist natürlich eine tolle Sache, um unterwegs ein Video anzusehen – beispielsweise, wenn man das Gerät auf den Klapptisch im ICE abstellt. Allerdings wirkt die Konstruktion nicht sonderlich solide. Bei einer holprigen Flugreise sollte man das Archos dann doch besser zusätzlich mit der Hand stabilisieren.

Das Display unseres Prototypen misst 10,1 Zoll und löst 1280 mal 800 Pixel auf. Damit ist es minimal größer als das des iPad (9,7 Zoll) und gleichzeitig ein gutes Stück schärfer, da es mehr Pixel mitbringt (iPad: 1024 mal 768). Auf den ersten Blick vermuten wir, dass die maximale Helligkeit nur schwer ausreichen dürfte, um in der prallen Sonne noch etwas lesen zu können – aber das müssen wir noch einmal ausführlich testen, wenn uns ein finales Gerät vorliegt.

Mehr Power?

Die meisten Tablets mit Honeycomb, also der Tablet-Version von Googles Smartphone-Betriebssystem Android, setzen auf einen Tegra-2-Prozessor. Dabei handelt es sich um eine Dual-Core-CPU vom Grafikkartenspezialisten Nvidia mit einer Taktfrequenz von 1,0 GHz. Archos bedient sich für sein 101 G9 aber lieber bei der Konkurrenz – und zwar in diesem Fall bei Texas Instruments. Im Inneren des französischen Tablets werkelt eine OMAP4-CPU, die ebenfalls über zwei Rechenkerne verfügt, aber mit 1,5 GHz eine deutlich höhere Taktrate aufweist. Archos selbst spricht auf seiner Webseite von „50 Prozent mehr Leistung“. Zumindest beim Prototypen fühlt sich das allerdings nicht so an. Die Oberfläche hakt und ruckelt im Test. Zwar wird hier bis zur Markteinführung bestimmt noch etwas passieren, und wir sind uns sicher, dass die Rechenpower für flüssiges Scrollen und Zoomen ausreichend ist. Aber wie groß die Mehrleistung dann unterm Strich tatsächlich ist, werden wir beim finalen Gerät mit Hilfe von Benchmarks ermitteln.

Zumindest beim Vorseriengerät hakelt’s noch an diversen Stellen. Das Mitdrehen der Display-Inhalte passiert nur mit spürbarer Verzögerung, HD-Videos laufen ruckelnd, und diverse Apps sind immer wieder abgestürzt. Aber wie gesagt, das ist ziemlich sicher auf den Beta-Status von Hard- und Software zurückzuführen. Beim finalen Gerät sollte das alles klappen. Selbst die 1080p-Wiedergabe ist über den HDMI-Ausgang an einem großen Fernseher oder Monitor möglich.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Prototyp im Test: Android-Tablet Archos 101 G9 mit Honeycomb 3.1 und 250-GByte-Festplatte

  • Am 3. August 2011 um 10:45 von ideenschmiede

    Vorstellung/Bewertung/Preis
    1. Qualitätsempfinden: subjektiv (und Prototyp)
    2. Preis: Archos schrieb mir am 01.08.2011 – 16G Flash = 299,99€ und 250G HD = 399,99€
    3. Weshalb immer ein maßlos überteuertes Gerät als Referenz benutzt wird erschließt sich mir nicht wirklich!
    MfG
    M. S.

    • Am 20. September 2011 um 01:38 von ideenschmiede

      AW: Vorstellung/Bewertung/Preis
      ich muss mich berichtigen, nachdem ich von mehr Modellen hörte ergab sich auch eine Preisänderung mit Entschuldigung seitens Archos:

      Dear sir,

      Actually, there will be three models for sale :

      Archos 101 G9 8Gb (1GHz) : 299,99 euros
      Archos 101 G9 16gb (1,5GHz) : 349,99 euros (sorry for the mistake below)
      Archos 101 G9 250Gb (1,5GHz) : 399,99 euros

      Cordialement / Best regards

      Web sales department
      e-commerce@archos.com
      web-sales@archos.com

      die Entschuldigung bezieht sich auf die vorangegangene email mit 2 Geräten…

      Grüße
      M. S.

  • Am 31. August 2011 um 23:46 von Jemand

    Weniger Apple, mehr Archos bitte!
    ideenschmiede kann ich nur beipflichten.
    Schon nach dem ersten Abschnitt Preis/Leistung ging es mir beim lesen gehörig auf die Nerven ständig ein vergleichen zum überteuerten Apple-Produkt lesen zu müssen.
    Ich möchte einen klaren und objektiven Test lesen. Auch wenn es "nur" ein Prototyp ist.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *