Samsung Galaxy Tab 10.1 im Test: ultraflaches Android-Tablet

Das Galaxy Tab 10.1 steht in den Startlöchern – und damit das erste Honeycomb-Tablet, das zumindest von der Bauhöhe her dem iPad 2 ernsthaft Konkurrenz macht. Auch die übrigen technischen Daten können überzeugen, und die Samsung-Entwickler haben noch Hand an der Oberfläche des Android-Tablets. Wir haben das Gerät bereits ausführlich getestet.

Bereits vor zwei Monaten hatten wir die Möglichkeit, einen Prototypen des Galaxy Tab 10.1 unter die Lupe zu nehmen – quasi zeitgleich mit dem damals vorgestellten und inzwischen schon fast abverkauften Galaxy Tab 10.1v, das über eine höher auflösende Kamera verfügt, aber deutlich dicker ist.

Am vergangenen Freitag hat Samsung die ersten Pre-Production-Samples des neuen Galaxy Tab 10.1 herausgerückt. Pre-Production? Das bedeutet nichts anderes, als dass die Fließbänder in den Fabriken gerade anlaufen. Anfangs kann es dabei noch zu kleineren Unpässlichkeiten aufgrund der noch nicht perfekten Abstimmung kommen – es könnten also ungleichmäßige Spaltmaße auftreten, nicht perfekte Klebestellen oder ähnliches. Aber wir haben Glück: Unser Galaxy-Tab-Testgerät scheint unter keinem dieser offensichtlichen Fehler zu leiden. Nur softwareseitig haben wir hier und da noch einige Ungereimtheiten entdeckt, die Samsung hoffentlich bis zur Auslieferung der finalen Geräte abstellt.

Teile dieses Testberichts basieren auf dem Preview, das wir Mitte Januar zum Prototypen verfasst haben.

Design

Von oben betrachtet unterscheidet sich das Galaxy Tab 10.1 nicht sonderlich vom iPad 2. Wie denn auch, denn das domierende Element ist das Touchscreen-Display, dessen Größe bei einer Diagonalen von 10,1 Zoll – daher der Name – kaum größer ist als die 9,7 Zoll des Apple-Tablets. Hier wie dort kommt wertiges, echtes Glas zum Einsatz. Nur den mechanischen Home-Taster mit dem abgerundeten Viereck, den wir von den Apfel-Produkten her kennen, sehen wir hier nicht.

Rings um das eigentliche Display zieht sich ein etwa daumenbreiter, schwarzer Rahmen, der noch von der Touchscreen-Scheibe überzogen ist. Bündig am Glas sitzt ein abgerundeter, angenehm dünner Rahmen, der die Gehäuseaußenseite bildet. Er ist silbern glänzend lackiert und aus Kunststoff gefertigt. Insgesamt wirkt das Gerät damit stabil – so lässt es sich trotz seines fast schon zerbrechlich-dünnen Äußeren nicht verbiegen oder verdrehen. Die hohe Wertigkeit des aktuellen iPads mit seinem Unibody-Alu-Gehäuse vermissen wir allerdings schon ein wenig.

Die Rückseite ist komplett aus glänzendem, weißen Kunststoff gefertigt. Sie trägt mittig den Samsung-Schriftzug in Grau. Wer das Gerät im Querformat vor sich liegen hat, sieht oben eine graue Aussparung im weißen Plastik. Das sorgt für attraktive Akzente – und hier verbirgt sich die Linse der 3-Megapixel-Kamera nebst Foto-LED. Auch die Rückseite wirkt sehr stabil. Sie gibt beim festen Drücken mit den Fingern nur minimal nach, ist allerdings eher empfindlich gegenüber fettigen Abdrücken. Insgesamt kann sich das Galaxy Tab 10.1 durchaus sehen lassen. Trotz seines Kunststoffgehäuses wirkt es nicht billig, aber eben auch nicht so hochwertig, wie es die Konkurrenz mit Alu-Schalen schafft.

Das Galaxy Tab 10.1 soll übrigens noch in einer zweiten Variante erhältlich sein. Anstelle von glänzend-weißem Plastik kommt hier schwarzer Kunststoff mit Soft-Touch-Finish zum Einsatz. Das könnte den Qualitätseindruck aufgrund des griffigeren Gefühls in der Hand noch etwas steigern und ist darüber hinaus nicht so empfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Leider konnten wir bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels aber noch kein schwarzes Modell in die Finger bekommen.

Beim Blick auf das Tablet von oben gibt es links zunächst den Ein-Aus-Taster zu sehen. Danach folgen der Wippschalter zur Regelung der Lautstärke und weiter rechts die Klinkenbuchse zum Anschluss von Kopfhörern sowie eine kleine Klappe, hinter der sich der SIM-Kartenslot verbirgt. Einen microSD-Kartenleser gibt es ebensowenig wie die Möglichkeit, den Akku auszutauschen. Der SIM-Kartenslot unseres Testgeräts ist übrigens recht fummelig. Das ist zwar kein großes Problem, denn schließlich wechselt man den Mobilfunk-Chip eher gar nicht als im Stunden-Takt. Aber in diesem Punkt sind wir guter Dinge, dass das finale Gerät hier besser abschneidet. Schließlich gab es dieses Problem auch beim Prototypen nicht.

Auf der rechten Seite haben die Designer dem Rahmen eine etwa einen Zentimeter lange Aussparung verpasst, hinter der sich der Lautsprecher verbirgt. Gegenüber gibt es eine zweite Box – gemeinsam erlauben sie die Wiedergabe von Audio in Stereo. Ganz unten gibt es mittig einen proprietären Dock-Anschluss. Ein passendes USB-Kabel ist im Lieferumfang enthalten. Dieser Spezial-Anschluss ermöglicht Zubehör, das es später optional geben soll – darunter eine Tastatur, in die das Tablet Notebook-mäßig eingesteckt wird. Schade trotzdem, dass nicht auch eine Standard-Micro-USB-Buchse an Bord ist. Neben dem Dock Connector gibt es übrigens noch ein kleines Loch, hinter dem sich ein Mikrofon verbirgt.

Die Hülle aus Kunststoff, in der der Prototyp verpackt war, liegt dem finalen Gerät übrigens nicht bei. Schade, denn sie erinnert ein wenig an das Smart Cover des iPad. Ganz so cool ist sie zwar nicht, da sie das Gerät beim Aufklappen nicht selbsttätig einschaltet. Aber sie ermöglicht es auch, das Galaxy Tab in zwei Winkeln aufzustützen und dient dann als Standfuß. Und im Gegensatz zu Apples Smart Cover bedeckt diese Hülle auch die Rückseite, ohne dabei sonderlich dick auzutragen. Sie ist vorne aus weichem und hinten aus hartem Kunststoff gefertigt. Uns gefällt’s, Preise hat Samsung allerdings noch nicht genannt.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Samsung Galaxy Tab 10.1 im Test: ultraflaches Android-Tablet

  • Am 20. Juli 2011 um 19:29 von MB

    display
    Nur so am Rande: beim Absatz Leistung ist von einem 9,7" iPhonedisplay die Rede…

    • Am 2. August 2011 um 12:00 von Stefan Möllenhoff

      AW: display
      Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis – da war natürlich das iPad gemeint 😉 Ich habe den Beitrag korrigiert.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff

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