Shure SE425: Highend-Ohrhörer mit gewöhnungsbedürftigem Sitz

Als wir letztes Jahr den Shure SE535 getestet haben, ist uns dank der ausgewogenen Kombination aus reichem, kräftigem Bass und kristallklaren Höhen vor Freude schier das Innenohr geschmolzen. Wer nicht mindestens 360 Euro auf den Tisch legen möchte, für den präsentiert sich der rund 150 Euro günstigere Shure SE425 als interessante Alternative. Ob er seinem Bruder annähernd das Wasser reichen kann, zeigt der Testbericht.

Ganz klar, der Shure SE535 steht ganz oben auf der Liste, wenn nichts wichtiger ist als perfekter Klang. Aber auch der ab rund 215 Euro erhältliche S425 ist nicht gerade ein Schnäppchen – noch günstiger geht es mit dem rund 155 Euro teuren Shure SE315, der uns ebenfalls überzeugen konnte. Wo ordnet sich das preislich in der Mitte gelegene Modell ein?

Design und Ausstattung

Der SE425 verfügt über einige der cooleren Features des SE535 – hier sei speziell das abnehmbare Kabel erwähnt. Das ist eine derart gute Idee, dass man sich echt fragt, warum das nicht bei allen Ohr- und Kopfhörern zur Standardausstattung gehört.

Jeder Kopfhörer geht über kurz oder lang über den Jordan – und wenn das passiert, ist in der Regel ein Kabelbruch an den Ohrknöpfen oder in der Nähe des Steckers schuld. Das Wickeln und Zusammenknüllen der Kabel stellt eine ständige Belastung dar, vor der das Kabel irgendwann die Segel streicht.

Mit einem austauschbaren Kabel ist das aber kein Problem: Wenn die Strippe das Handtuch wirft, tauscht man es einfach aus – die Ohrstöpsel an sich sind ja normalerweise intakt. Dieses Feature könnte die Lebensdauer des SE425 daher signifikant erhöhen. Wenn die Ohrstöpsel selbst Schaden nehmen, ist das natürlich immer noch ein Todesurteil für den Ohrhörer.

Superpraktisch: Das Kabel des Shure SE425 kann abgenommen und ersetzt werden.
Superpraktisch: Das Kabel des Shure SE425 kann abgenommen und ersetzt werden.

Dank diesem Feature lässt sich übrigens auch das knapp 50 Euro teure iPod- und iPhone-Kabel an dem SE425 anbringen, das von Shure separat verkauft wird. Es integriert eine Kabelfernbedienung mit Mikrofon, die den Shure SE425 in ein Headset verwandelt. Mit dem iPod ist es dann möglich, die Musikwiedergabe zu steuern. Mit dem iPhone lassen sich zusätzlich noch Anrufe entgegennehmen und das Mikrofon zum Freisprechen nutzen. Wir haben das an beiden Geräten erfolgreich ausprobiert.

Der Shure SE425 wird am Kopf befestigt, indem das Kabel über das Ohr geführt wird – in etwa so, wie man es bei professionellen Musikern sieht. Nahe der Ohrstöpsel ist das Kabel stabil, aber verformbar, so dass man es sich entsprechend der Ohrform zurechtbiegen kann. Dann wird das Kabel einfach übers Ohr gelegt und der Ohrstöpsel ins Ohr gedrückt. Die kleinen Ohrstücke sitzen angenehm fest und bieten eine gute Schallisolierung.

Im Lieferumfang des Ohrhörers findet sich auch eine ordentliche Auswahl von Passformelementen für die Ohrstöpsel: Schaumstoff- und Gummispitzen sind in verschiedenen Größen enthalten. Hier sollte jeder selbst so lange experimentieren, bis er den idealen Adapter gefunden hat. Wir bemerken im Test allerdings, dass sich die Schaumstoffspitzen nur ziemlich schwer von den Ohrstöpseln entfernen lassen. Um sie zu lösen, müssen wir so viel Kraft aufwenden, dass wir um die Ohrstöpsel fürchten. Deshalb: Bitte mit Vorsicht zu Werke gehen.

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