Sony NEX-C3 im Test: tolle EVIL-Kamera mit gewöhnungsbedürftiger Bedienung

Die NEX-C3 ist Sonys dritte Systemkamera der NEX-Serie. Gegenüber ihrer Vorgängerin NEX-3 bietet sie einen hochauflösenderen Bildsensor, ein kompakteres Gehäuse und eine überarbeitete Oberfläche. Wie sich die Digicam in der Praxis schlägt und ob sie die Konkurrentinnen von Samsung, Panasonic und Olympus überflügeln kann, zeigt der Testbericht.

Wie bringt man eine Spiegelreflexkamera in die Jackentasche? Ganz einfach, man streicht das „Spiegelreflex“ – also den Spiegelkasten. Übrig bleibt eine Kamera mit großem Bildsensor und dementsprechend guter Bildqualität sowie einem Wechselobjektiv-System, das für viel Flexibilität sorgt. Mit dem Spiegelkasten fällt allerdings der optische Sucher und der schnelle Phasenvergleichs-Autofokus weg.

Design & Ausstattung

Die Sony NEX-C3 ist gegenüber ihrer Vorgängerin NEX-3 ein Stück dünner geworden. Auch Breite und Höhe sind ein Stück geschrumpft, so dass die Digicam jetzt auf 11,0 mal 6,0 mal 3,3 Zentimeter kommt. Der Handgriff ist etwas kleiner geworden und bietet nicht mehr so viel Halt, wie wir es uns wünschen würden. Wenn man nicht gerade ein superleichtes Pancake-Objektiv an die Kamera schraubt, ist ein einhändiges Fotografieren kaum möglich. Wir müssen die Digicam beim Fotografieren praktisch immer mit der linken Hand unter dem Objektiv stabilisieren.

Von den Bedienelementen der NEX-C3 gibt es nicht viel Neues zu berichten. Auf der Oberseite des Gehäuses sitzen nach wie vor rechts der Auslöser mitsamt Ein/Aus-Schalter, links daneben die Taste zum Wechseln in den Wiedergabemodus und dahinter, leicht nach unten versetzt, die dedizierte Videoaufnahme-Taste. Weiter links befindet sich eine Klappe, die einen proprietären Zubehörschuh für den mitgelieferten Mini-Aufsteckblitz verbirgt. Die beiden Stereo-Mikrofone befinden sich jetzt nicht mehr auf der Ober-, sondern auf der Vorderseite der Kamera.

Das 18-bis-55-Millimeter-Kitobjektiv wirkt an der Sony NEX-C3 fast comichaft groß.
Das 18-bis-55-Millimeter-Kitobjektiv wirkt an der Sony NEX-C3 fast comichaft groß.

Auf der Rückseite hat sich ebenfalls nur wenig verändert. Hier dominiert nach wie vor das 3,0 Zoll große Display, das immer noch 640 mal 480 Bildpunkte (921.000 Subpixel) auflöst und nach oben und unten kippbar aufgehängt ist. Zur Seite lässt sich der Bildschirm leider nicht drehen. Rechts oben und unten neben der Anzeige sitzen zwei unbeschriftete Tasten, deren Funktion kontextabhängig ist und immer auf dem Bildschirm angezeigt wird. In der Mitte befindet sich ein Vier-Wege-Pad mit Drehring und mittiger Ok-Taste. Auch hier wechselt die Funktion je nach gerade gewähltem Modus und wird auf dem Display erklärt. Mehr Bedienelemente bietet die NEX-C3 nicht – und wohlgemerkt auch keinen Touchscreen.

Wir konnten uns bisher nicht mit dem Interface der NEX-3 und NEX-5 anfreunden. Egal was man machen möchte, alles ist mit unzähligen Hangeleien durch Menüs verbunden. Immerhin ist es jetzt möglich, diverse Tasten neu zu belegen – etwa mit ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsmessmethode und Autofokusmodus. Das ist schon einmal ein großer Schritt nach vorne. Einen weiteren großen Schritt nach vorne hat Sony bei den Menüs getan. Wenn eine getroffene Einstellung dafür sorgt, dass eine andere nicht verfügbar ist, dann verrät die Kamera bei der ausgegrauten Option den Zusammenhang. Das erspart dem Fotografen elend lange Schnitzeljagdten durch die Menüs, bis der hindernde Zusammenhang endlich gefunden ist. Sehr schön – das würden wir von anderen Kamera-Herstellern, die größtenteils Parameter einfach aus den Menüs verschwinden lassen oder kommentarlos ausgrauen, auch gerne sehen.

Bei so wenigen Bedienelementen rechnet man fast automatisch damit, einen Touchscreen vorzufinden. Die Anzeige ist jedoch nicht berührungsempfindlich.
Bei so wenigen Bedienelementen rechnet man fast automatisch damit, einen Touchscreen vorzufinden. Die Anzeige ist jedoch nicht berührungsempfindlich.

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